Toten-Tanz: Trauer, Trotz, Toleranz

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Zwei Tag nach der heutigen Eröffnung des Holocaust-Mahnmals wird es für "die Öffentlichkeit" freigegeben werden. Und alles heute Gesagte wird verbleichen vor der alltäglichen Ursupation des Stelen-Feldes: am 12. Mai, so schreibt Petra Ahne in der BERLINER ZEITUNG "Um kurz vor zehn Uhr traut sich Christopher. Er steigt auf eine Stele, springt auf eine andere, noch höhere. Er tanzt ein paar Schritte. Dann hört er auf und schaut sich um. Aber da sind nur seine Klassenkameraden aus der Zehlendorfer Hauptschule, die zu ihm hochsehen, ein bisschen erschrocken, ein bisschen bewundernd. Ein Tanz auf dem Holocaust-Mahnmal. Und niemand, der sagt, das darf man nicht. Christopher steigt von der Stele. Er sieht fast enttäuscht aus."

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Foto &copy AP, Jan Bauer [1]

Mehr dazu in dem Bild-Bericht von dem eine Woche danach auf dem TV-Sender "Phoenix" wohl erst-aufgeführten
Dokumentationsfilm .

[1dieses ist der Leserbrief-Seite 9 aus der Ausgabe der BERLINER ZEITUNG vom 21./22.Mai 2005 entnommen. Das erste, bereits am 12. Mai veröffentliche Foto, das offenbar die Motiv-Vorlage für diese Aufnahme abgegeben hat, steht leider nicht mehr zur Verfügung.
In der gleichen Ausgabe - auf Seite 6 - sagt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD):
"Natürlich ist es nicht angemessen, wenn jetzt Besucher auf den Stelen herumspringen. [...] Wenn wir das Mahnmal aber mit Verbots- und Hinweistafeln umstellen und Besucher in scharfem Ton zurechtweisen würden, wäre das auch unangemessen."