4:3 statt 16:9 im Confed.Cup | Die Spieler Nominierungen

Während in endlosen Sitzungen Konferenzen und SpamMails die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 im Visier des allemeinen Interesses steht, ist bislang der unmittelbar bervorstehende "Konföderationen Pokal" kaum in das breite Licht der Öffentlichkeit geraten.

Das scheint jetzt anders zu werden, seitdem die Nominierungen für das "Deutsche Aufgebot" veröffentlicht worden sind.

Hierzu wird aus den Meldungen von der ARD und des ZDF zitiert - und das nicht ohne Grund, wie nachher noch zu erfahren sein wird.

In: sport.ard.de  [1] erfahren wir heute, am 18.05.2005, 13:49 Uhr von "sid"

Klinsmann beruft Kader für Confed Cup
Hamann und Hanke im DFB-Aufgebot

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat überraschend Neuling Mike Hanke und Routinier Dietmar Hamann sowie erwartungsgemäß Sebastian Deisler in das 23-köpfige Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für den Konföderationen-Pokal (15. bis 29. Juni) berufen.

Verzichten muss der Bundestrainer bei der Generalprobe für die WM 2006 dagegen auf den Stuttgarter Philipp Lahm, der sich am Dienstag (17.05.05) einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen hatte. Mit der erstmaligen Nominierung des 21 Jahre alten Angreifers Hanke setzt Klinsmann, in dessen Ära bisher acht Spieler ihr DFB-Debüt feierten, seinen Kurs fort, der Jugend eine Chance zu geben. Der Schalker war bisher Kapitän der deutschen "U21".

"Mike imponiert uns schon seit geraumer Zeit, da er mit enormer Energie und dem richtigen Instinkt versucht, sein Spiel und seine Torchancen zu suchen", sagte der Bundestrainer. Hanke habe den Willen und das Potenzial, "sich gegen stärkste Konkurrenz durchzusetzen".

Klinsmann lobt Hamann

Erstmals unter Klinsmann gehört auch England-Legionär Hamann wieder zum Aufgebot der Nationalelf, die beim Confed Cup in der Vorrunde auf Australien (15. Juni), Tunesien (18. Juni) und Argentinien (21. Juni) trifft. Hamann sei eine Spielerpersönlichkeit, "seine technischen und strategischen Fähigkeiten passen in unsere Spielweise", lobte Klinsmann den Rückkehrer. Der 31-Jährige habe zudem "großen Anteil" daran, dass Liverpool am 25. Mai in Istanbul gegen den AC Mailand im Finale der Champions League stehe, so Klinsmann weiter. Sein letztes von bisher 58 Länderspielen bestritt Hamann am 23. Juni 2004 beim EM-Vorrundenaus gegen Tschechien.

Deisler, um dessen Nominierung es seit Wochen Diskussionen gegeben hat, trug zuletzt am 9. Oktober 2004 in Teheran gegen den Iran das DFB-Trikot. Anschließend war der 25-Jährige wegen erneuter gesundheitlicher Probleme nicht mehr berücksichtigt worden. Beim FC Bayern saß Deisler in den vergangenen Wochen meist auf der Ersatzbank.

"Die Tür bleibt offen." Bundestrainer Jürgen Klinsmann

Neben Lahm, der vom Bremer Christian Schulz ersetzt wird,
fehlen DFB-Kader auch die Routiniers Christian
Wörns, Markus Babbel, Frank Baumann und Oliver Neuville. Der Dortmunder, der sich seit einiger Zeit mit Hüftproblemen plagt, wird laut Klinsmann geschont. Wörns sei aber weiterhin "eine der Säulen unserer Mannschaft". Der Abwehrspieler werde beim ersten Länderspiel der neuen Saison in den Niederlanden (17. August) jedoch automatisch zurückkehren.

Generell stellte Klinsmann erneut klar, dass für die Weltmeisterschaft 2006 "die Tür weiterhin für alle Spieler offen stehen wird. Dies habe ich allen mitgeteilt, die nicht nominiert wurden." Der Konföderationen-Cup, der in der Bundesliga durchaus umstritten ist, sei zwar eine wichtige Momentaufnahme, "doch danach wird sich in Richtung WM noch viel tun".

Rotation im Tor bleibt

Auch in der Diskussion um die Nummer eins im deutschen Tor
"ist der Tag der definitiven Entscheidung noch nicht gekommen", stellte Klinsmann-Assistent Joachim Löw klar. Deshalb werde man auch beim Confed Cup die Rotation zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann beibehalten.

Der dreimalige Welt- und Europameister trifft sich zur Vorbereitung auf den "Confed-Cup" am 30. Mai in München. In der neuen Allianz-Arena steht dann am 31. Mai ein erster Härtetest gegen den deutschen Meister Bayern München auf dem Programm. Zudem bestreitet die DFB-Auswahl im Vorfeld des Turniers die Länderspiele in Nordirland (4. Juni) und in Mönchengladbach gegen Russland (8. Juni). Ab 12. Juni bereitet sich die Nationalelf dann in Frankfurt/Main auf ihre Auftaktpartie gegen Australien vor.

Das deutsche Aufgebot:

Tor: Timo Hildebrand (VfB Stuttgart), Oliver Kahn (Bayern München), Jens Lehmann (Arsenal London)

Abwehr: Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (VfB Stuttgart), Robert Huth (Chelsea London), Per Mertesacker (Hannover 96), Patrick Owomoyela (Arm. Bielefeld), Christian Schulz (Werder Bremen)

Mittelfeld: Michael Ballack (Bayern München), Tim Borowski (Werder Bremen), Sebastian Deisler (FC Bayern München), Fabian Ernst (Werder Bremen), Torsten Frings (Bayern München), Dietmar Hamann (FC Liverpool), Thomas Hitzlsperger (Aston Villa), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München)

Angriff: Gerald Asamoah (FC Schalke 04), Mike Hanke (FC Schalke 04), Miroslav Klose (Werder Bremen), Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart), Lukas Podolski (1. FC Köln)

Auf der ZDF-Online Seite wird am gleichen Tag und bei offensichtlicher Verwendung der gleichen Quellen ebenfalls die Aufstellung wiedergegeben und dieser Liste der nachfolgende Text vorangestellt.

Hamann und Hanke dabei
Aufgebot für den Confed-Cup

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat überraschend Neuling Mike Hanke und Routinier Dietmar Hamann sowie erwartungsgemäß Sebastian Deisler in das 23-köpfige Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für den Konföderationen-Pokal (15. bis 29. Juni) berufen. Verzichten muss der Bundestrainer bei der Generalprobe für die WM 2006 (9. Juni bis 9. Juli) dagegen auf den Stuttgarter Philipp Lahm, der sich am Dienstag einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen hatte.

Mit der erstmaligen Nominierung des 21 Jahre alten Angreifers Hanke setzt Klinsmann, in dessen Ära bisher acht Spieler ihr DFB-Debüt feierten, seinen Kurs fort, der Jugend eine Chance zu geben. Der Schalker war bisher Kapitän der deutschen "U21".

Australien, Tunesien und Argentinien

Erstmals unter Klinsmann gehört auch England-Legionär Hamann wieder zum Aufgebot der Nationalelf, die beim Confed-Cup in der Vorrunde auf Australien (15. Juni), Tunesien (18. Juni) und Argentinien (21. Juni) trifft. Der 31-Jährige, der mit Liverpool am 25. Mai in Istanbul gegen den AC Mailand im Finale der Champions League steht, bestritt sein letztes von bisher 58 Länderspielen am 23. Juni 2004 beim EM-Vorrundenaus gegen Tschechien (1:2).

Deisler, um dessen Nominierung es seit Wochen Diskussionen gegeben hat, trug zuletzt am 9. Oktober 2004 in Teheran gegen den Iran (2:0) das DFB-Trikot. Anschließend war der 25-Jährige wegen erneuter gesundheitlicher Probleme nicht mehr berücksichtigt worden. Beim FC Bayern saß Deisler in den vergangenen Wochen meist auf der Ersatzbank.

Neben Lahm, der vom Bremer Christian Schulz ersetzt wird, fehlen im 23-köpfigen DFB-Kader auch die Routiniers Christian Wörns, Markus Babbel, Frank Baumann und Oliver Neuville.

Härtetest gegen den FC Bayern

Der dreimalige Welt- und Europameister trifft sich zur Vorbereitung auf den Confed-Cup am 30. Mai in München. In der neuen Allianz-Arena steht dann am 31. Mai ein erster Härtetest gegen den deutschen Meister Bayern München auf dem Programm. Zudem bestreitet die DFB-Auswahl im Vorfeld des Turniers die Länderspiele in Nordirland (4. Juni) und in Mönchengladbach gegen Russland (8. Juni).

Vom 9. bis 11. Juni gibt Klinsmann seinen Spielern noch einmal drei Tage frei. Ab 12. Juni bereitet sich die Nationalelf dann in Frankfurt/Main auf ihre Auftaktpartie gegen Australien vor.

So weit, so gut: am gleichen Tag macht sich aber in der von uns abonierten "Berliner Zeitung" Kathrin König über ein Thema Gedanken, das offensichtlich bislang zwischen der ARD und dem ZDF nicht wirklich einvernehmlich entschieden werden konnte, sondern allenfalls durch einen (faulen?) "4:3-Kompromiss". Ihr Thema ist ein "streifenfreies" Fernsehbild, das es in Zukunft nur noch auf einem 16:9-Fernseher geben wird. Es sei denn - und das ist notwendig an dieser Stelle zu ergänzen - man macht es wie der Sender PREMIERE , der diese Frage gar nicht erst zu einem Problem werden lässt: in dem er wahlweise 4:3 und in 16:9 sendet!

Sie schreibt unter dem Titel:

So oder so
Es wird Balken geben: ARD und ZDF streiten, wie sie die Fußball-WM übertragen werden

Die Schlagzeile zur Fußball-WM im nächsten Jahr stellt sich Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF, schon jetzt lebhaft vor: "Balkenfernsehen". Denn egal, in welchem Format die WM-Spiele gezeigt werden, "es wird Balken geben und Kritik von den Zuschauern", sagt Bereczky. Offen ist nur, welche Publikumsgruppe sich benachteiligt fühlen wird.
Entweder wird das Publikum mit herkömmlichen Bildschirmen an oberen und unteren Rändern schwarze Streifen hinnehmen müssen und Besitzer von 16:9-kompatiblen Bildschirmen dagegen zufrieden auf Panoramabilder blicken. Oder es bleibt beim gängigen Fernsehbild im 4:3-Format, dann hätten die bislang knapp vier Millionen Besitzer von Breitbilschirmen im 16:9-Format Bildverzerrungen oder seitliche Balken zu akzeptieren.

Laut Statistik der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik stehen in 90 Prozent aller deutschen Haushalte noch Fernsehgeräte mit 4:3-Bildschirmformat. Deshalb hält die ARD auch während der WM am klassischen Format fest. Auch RTL, das an drei Sonntagen insgesamt acht WM-Spiele überträgt, verfolgt diese Strategie. Dagegen setzt das ZDF auf Fußball im Kinoformat, weil Breitbildfernseher immer häufiger gekauft würden und "Fußball so einfach ein ganz anderes Seherlebnis ist", wirbt der ZDF-Produktionsdirektor Bereczky.

Außerdem lässt der WM-Veranstalter, der Weltfußballverband Fifa, die kommende Weltmeisterschaft ausschließlich im 16:9-Format produzieren, weil er die Bilder so weltweit besser vermarkten kann. Das ist auch beim Confederations-Cup im Juni in Leipzig der Fall. Auch hier wollte das ZDF das moderne 16:9-Format übernehmen. Doch die ARD ließ sich nicht überzeugen und blockte ab. Nun wird das Turnier der Kontinentalmeister in Deutschland mit klassischen Übertragungsbild 4:3 ausgestrahlt. Fans mit modernen Breitbildfernsehern werden links und rechts Balken sehen. Das ursprüngliche Bildsignal der Fifa von 16:9 auf den gängigen 4:3-Standard umzuschalten, kostet laut Bereczky etwa 100 000 Euro.

Doch trotz dieser Kosten hält die ARD am alten Format fest. Die Test-Übertragung eines Uefa-Cup-Spiels im 16:9-Format im Februar hat gezeigt, dass sich hunderte Zuschauer über Balken oben und unten geärgert haben, sagt Bernhard Möllmann, Sprecher der ARD-Programmdirektion. "Die Kritik war ein deutlicher Fingerzeig unseres Publikum. Außerdem ist die Technik noch nicht weit verbreitet." Beim ZDF, das ebenfalls als Test ein Uefa-Cup-Spiel im 16:9-Format zeigte, haben sich laut Bereczky nur zehn Zuschauer beschwert. "Spätestens zur Internationalen Funkausstellung Anfang September in Berlin sollte eine Entscheidung für oder gegen die Breitbildübertragung zur WM gefallen sein", sagt Bereczky.

Allerdings steht das ZDF mit seinem Vorstoß in Sachen Breitbildfernsehen ziemlich alleine da, denn RTL hat sich bereits festgelegt: "Wir haben uns unabhängig von ARD und ZDF für das 4:3-Format entschieden", sagt RTL-Sprecher Matthias Bohlhöfer. Es scheint also, als ob erstmal alles so bleibt, wie es ist.

Eine weitere Kommentierung sei hier derweil noch zurückgestellt [2] und vielmehr nach anderen produktiveren Lösungen gesucht: Nach dem in diesen Tagen auch das letzte Film-Kapitel der Krieg der Sterne mit einem "Happy End" ausgehen könnte [3] - mehr sei hier nicht verraten - wird dieses doch letztendlich auch beim Krieg der Broadcast-Systeme gelingen müssen [4]. Bleibt nur die Frage richtig zu beantworten, in welchem Teil der Trilogie wir uns derzeit befinden.

WS.


NACHTRAG VOM 14. Juni 2005:

Auch wenn ARD-Programm-Chef Struve am 18. Juni in der Medien-Sendung von RADIO 1 in einem Interview bestätigte, dass er "persönlich nicht so glücklich" mit der Entscheidung sei: am 14. Juni 2005 sind die Würfel auf der Konferenz der ARD-Intendanten nach einer "vorurteilsfreie[n] Prüfung" in Bremen für das 16:9-Format gefallen:

Fußball-WM 2006 auch bei der ARD im Format 16:9

Die ARD wird die Spiele der Fußball-WM 2006 im Breitbildformat 16:9 übertragen. Das haben die ARD-Intendanten auf ihrer Sitzung in Bremen beschlossen. Eine vorurteilsfreie Prüfung habe ergeben, so der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber, dass die WM-Übertragung im Format 16:9 für die Zuschauer deutlich mehr Vorteile bringt als eine Ausstrahlung im traditionellen 4:3-Format. Das gelte auch für die Besitzer älterer Fernsehgeräte.
Gruber: „Das internationale FIFA-Fernsehsignal von den Spielen der Fußball-WM 2006 wird ausschließlich im Format 16:9 produziert. Würde sich die ARD darauf beschränken, lediglich einen Bildausschnitt im Format 4:3 zu zeigen, bestünde nach Meinung aller Fachleute die konkrete Gefahr, dass dabei wichtige Bildinformationen verloren gehen. Auch den Zuschauern mit alten Fernsehgeräten ist nicht geholfen, wenn entscheidende Spielzüge auf dem um fast ein Drittel verengten Fernsehbild nicht mehr zu sehen sind. Zudem gelten bei der Produktion im Breitbildformat andere ästhetische Voraussetzungen als beim traditionellen 4:3 Format. Wegen des größeren Überblicks, den das Breitbild bietet, können sich die Zuschauer beispielsweise auf langsamere Schnittfolgen einstellen. Dem müssen auch wir bei unserer Bildregie Rechnung tragen.“

Zur gleichen Auffassung sei neben der ARD auch das ZDF gelangt, das die Fußball-WM ebenfalls im Breitbildformat ausstrahlen will. Von den 64 WM-Spielen übertragen ARD und ZDF insgesamt 48 oder 49 Begegnungen.

[1hier wird ausdrücklich auf diesen Link verwiesen, da alle hier aufgeführten Spielerpersönlichkeiten im Online-Original als Links ausgearbeitet sind

[2entsprechende Anfragen, etwa zum Thema "Public Viewing" an die FIFA-Pressestelle in Frankfurt liegen dort inzwischen seit langem auf dem Tisch und harren immer noch einer Antwort, nachdem die dort tätigen Kolleginnen und Kollegen wohl die "echten" Mails nicht mehr in der ungeheueren Spam-Flut herausfiltern können...

[3Eigentlich bedürfte dieses Thema nach dem sicherlich auch ökonomisch erfolgreichen Film-Start nochmals eine eigene Behandlung. Bis dahin die - wohlgemerkt: fiktionale - Filmkritik des Präsidenten der Vereinigten Staaten himself aus The Spoof!

[4Hier soll nicht schon wieder auf die Bedrohungen und Chancen der Convergenz eingegangen werden, sondern nur auf zwei Artikel verwiesen werden,
- den von Stefan Schmitt zum Thema D-Cinema sowie
- den von Christian Stöcker zum Thema Broadcast
verwiesen und gefragt werden, ob sich nicht auch zwischen den TV-Leuten und den Kino-Fans angesichts dieser Misere neue Perspektive - gerade für die hochauflösenden Formate - entwickeln lassen könnten?