For Absolute Beginners: BATMAN

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Begonnen haben all die "Batman"-Filme mit der Premiere am 30. Juli 1966.
Wenn die nachfolgende Auflistung stimmt [1], ist die heute gestartete Premiere: "Batman Begins" die 10. Interpretation - und die erste in der Regie von Christopher Nolan.

Batman (1966) Leslie H. Martinson
Batman (1989) Tim Burton
Batman Returns (1992) Tim Burton
Batman: Mask of the Phantasm (1993) Eric Radomski
Batman Forever (1995) Joel Schumacher
Batman & Robin (1997) Joel Schumacher
Batman Beyond: The Movie (1999) Curt Geda
Batman Beyond: Return of the Joker (2000) Curt Geda
Batman: Mystery of the Batwoman (2003) Curt Geda
Batman Begins (2005) Christopher Nolan

Es wäre reizvoll, den Plot dieser Geschichte in Beziehung zu setzen mit der Inszenierung von Richard Donner, die Mitte Dezember des Jahres 1978 Premiere hatte.

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Von besonderem Interesse ist hier die "zweiten Geburt" jenes in den Weltraum geschossenen Babys, aus dem dann nach seiner Landung auf der Erde schliesslich jener berühmte Supermann wird: der sich letztendlich sogar gegen seinen Gott-Vater, Marlon Brando, vergeht und die Rotation der Welt um ihre Achse in die Gegenrichtung verkehrt, um so das Leben seiner Geliebten zu retten. [2]

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Als einen besonderen "Anmacher" haben sich die Marketingstrategen eine virtuelle Gratis-Teilnahme an der Premierenfeier von Warner Bros ausgedacht: von "der deutschen Hauptstadt [...] live aufs Handy".

"Von 19.00 bis etwa 20.30 Uhr können T-Mobile Kunden so per Streaming-Technologie die "Red Carpet Show" mobil miterleben. Das Event ist in t-zones unter der Rubrik "t-movies/Batman Begins/Premiere live aus Berlin" zu sehen. Nutzen können den Dienst Kunden von T-Mobile, die eines der UMTS-Handymodelle Samsung SGH Z-107 und SGH Z-130 sowie Nokia 6630 und 6680 besitzen." [3]

Wie weit Vermarktungsstrategie, deren Agenten und Multiplikatoren mit den Intentionen der Urhebern auseinanderklaffen können, zeigt in ganz besonders ausgeprägter Weise der etwas andere Bericht von der heutigen Pressekonferenz der Schauspieler Christian Bale, Morgan Freeman, Michael Caine, Katie Holmes, des Regisseur Christopher Nolan und der Produzentin Emma Thomas in Berlin.

Während - so Sophie Albers in der von uns abonierten
NETZEITUNG vom 16. Juni 12:11 Uhr - alle von der Berliner Presse "mit lautem Gejohle und Applaus begrüßt" wurden, sogte dies "bei den so Bejubelten allerdings weniger für Freude als für verstörte Gesichter." Sophie Albers fährt im Rahmen ihres Presse-Berichtes fort:

" Vor allem Freeman schien sich nicht gerade wohl zu fühlen in dem abdunkelten, mit Fledermaus-Bildern übersäten Raum, wo selbst an den Mikrofonen kleine metallene Batman-Zeichen klemmten.

Während Holmes eine Schnute zog und Caine sich das riesige Poster im Hintergrund genauer besah, sorgte Batman-Darsteller Bale dafür, dass Journalisten ihre üblichen Zuschreibungen für Schauspieler neu überdenken mussten. Der 31-Jährige Waliser hat eine geradezu beunruhigend beruhigende Ausstrahlung.

Kein Wort zuviel, kein nicht wirklich motiviertes Lachen oder auch nur Lächeln kamen über dieses dunkle Gesicht, als hätte Bale die Rätselhaftigkeit des Fledermausmanns noch nicht ganz hinter sich gelassen. Im Vergleich zu Tom Cruise, der sich am Vortag durch die Pressekonferenz von «Krieg der Welten» lachte, schien Bale der Anti-Cruise. Als er dann zusammen mit Regisseur Nolan erklärte, warum dieser Batman so anders ist als seine filmischen Vorgänger, erstaunten sie mit einer Seriösität, die eigentlich niemand von einer neuen Comic-Verfilmung erwartet hatte.

Bizzarrer Typ im Anzug

«Ich wollte etwas machen, das ich so vorher noch nie gesehen habe», sagte Nolan. «Batman Begins» sollte der großen Geschichte des Charakters gerecht werden, und dafür habe er eine möglichst realistische Sichtweise gewählt. Schließlich sei Batman der menschlichste aller Superhelden. Er habe keine Superkräfte.

Die Idee, dass ein Mann in einen Fledermausanzug steigt und nachts durch die Stadt geistert, sei «bizarr», schloss Bale sich an. Doch nach einer «psychologischen Reise» sei er an einem Punkt angelangt, «an dem ich es ernst genommen habe». Da sei es nicht mehr nur «ein Mann in einem Anzug» gewesen. «Die Figur hat sich wirklich verwandelt.» Und dann blitzt in Bale ein kurzes Lächeln auf: «Ehrlich gesagt, ich kam mir vor wie ein Idiot, wenn ich in diesem Anzug rumgestanden und mit Leuten geredet habe.»

Wie bereits im Film übernahm Caine die Rolle des Klassenclowns, die so dankbar angenommen wurde, dass es schließlich egal war, was er sagte, es wurde mit Lachen quittiert: Er mache nur noch Filme, die er unbedingt machen müsse, so der 72-Jährige. «Ich betrachte mich als berentet. Deshalb müssen Sie mir ein Angebot machen, das ich nicht ablehnen kann, und damit meine ich nicht das Geld.»

Cruise auf dem Flur

«Das sehe ich genauso», brummte der eher wortkarge Freeman von der Seite. «Nur nicht die Sache mit dem Geld. Ich bin noch nicht in Rente», so der 68-Jährige, während Caine mit Holmes scherzte.

Letztere gab das junge Mädchen, das mit heller Stimme PR-kompetent verkündete, dass es toll sei, an diesem Projekt teilgenommen zu haben. «Danke schön.»

Die Standardfrage nach Tom Cruise, der auch in Berlin weilte, beantwortete sie auch sehr höflich: «Ja, er hat mich vom Flieger abgeholt, und nein, er wird mich nicht auf dem roten Teppich begleiten, er muss arbeiten.» Danach presste sie für längere Zeit die Lippen aufeinander und verschränkte die Arme. Angeblich stand Cruise während der Konferenz auf dem Hotelflur und wartete auf sie, so das Gerücht.

Doch zurück zum Film, der hier tatsächlich im Mittelpunkt stand anstatt, wie sonst so häufig, Details aus dem Privatleben der Stars. Vor «Batman» habe er nicht viel von Comics gehalten, sagte Bale. «Als Kind war ich begeistert von der griechischen Mythologie», und nachdem ein Freund ihm «Batman» ans Herz gelegt habe, sei ihm aufgefallen, dass die Figur doch vielschichtiger ist, als er dachte. Mittlerweile sei er wie besessen von dem Film, von dem er glaube, dass er der Original-Intention des Batman-Erfinders Bob Kane sehr nahe komme.

Angst vor Schildkröten

Nein, er sei nicht auf die düsteren Rollen abonniert, so Bale weiter, der zuletzt als schlafloser Paranoider in «Der Maschinist» zu sehen war. «Es sind aber die dunklen Charaktere, die das Publikum sich merkt. Ich habe noch ganz andere Rollen gespielt. Daran erinnert sich nur niemand.» Ihn beeindrucke die Besessenheit, denn besessene Menschen schreiben Geschichte, «im Guten wie im Schlechten.»

Als die Darsteller schließlich dem Batman-Thema entsprechend nach den Ängsten ihrer Kindheit gefragt wurden, sagte Bale - wie zu erwarten -, dass er keine gehabt habe. Im Gegenteil, er habe gruselige Situationen gesucht.

«Schildkröten», war danach Holmes’ helles Stimmchen zu hören. Als dann noch einmal jemand nach Tom Cruise fragt, wird die Frage einfach abgebrochen und die Konferenz ist vorbei.

Nur Bale bleibt noch ein bisschen, um ein paar der Batman-Klemmen an den Mikrofonen abzumontieren und mitzunehmen. Vielleicht für den nächsten Film."

[1In Rüdiger Suchsland erstaunlich positiven Kritik über "Das Drama des begabten Kindes" in
TELEPOLIS heisst es "Vier Batman-Filme kamen zwischen 1989 und 1997 ins Kino".

[2Dieses Time-Travel -Thema war Gegenstand eines Vortrags auf der fmx /03 in Stuttgart und kann auf Wunsch per Mail im Detail nachgefragt werden.

[3Ein Anruf bei der T-Mobile-Pressestelle am Morgen des 15. Juni ist aber bilang ohne Antwort geblieben. Sie wird ggf. nachgereicht...