Mediales Dreierlei

I.

Kino, Filme, Licht und Spiele im 21. Jahrhundert.
Perspektiven und Potenziale eines Paradigmenwechsels.

Unter diesem Titel heute eine Ankündigung "in eigener Sache". Es geht um eine Keynote im Rahmen der Tagung / des Workshops: „Film & Computer“, NMI 2005, Neue Medien der Informationsgesellschaft, im Ernst-Reuter-Haus in Berlin.

Veranstalter ist die Technischen Universität [TU] Berlin in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film und Fernsehen [HFF] "Konrad Wolf" Potsdam, der Universität Potsdam, und der Humboldt Universität [HU] zu Berlin.
Förderer ist die Alcatel SEL Stiftung für Kommunikations-Forschung.

Das Programm ist als
PDF-File abzurufen.

Die elektronischen Wandwandelbilder - sprich Power-Point-Folien - des eigenen Vortrags können per Mail angefordert werden. Eine Textversion für den nachfolgenden Tagungsband wird erstellt.

II.

Genau zur gleichen Zeit gibt es das zweitägige SYMPOSIUM zur Videokunst in Deutschland von 1963 bis heute unter dem Titel: »40jahrevideokunst.de« in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf im Trinkaus-Auditorium am Grabbeplatz 5 in Düsseldorf: wobei die Frage ist, ob man wirklich schon von eine "digitalen Erbe" sprechen sollte oder vielmehr von einer not-wendigen "Digitalisierung des Erbes"?

Magnetbänder unterliegen einem unaufhaltsamen Zerfallsprozess. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch seit einiger Zeit wird international diskutiert, dass die allgegenwärtigen und flüchtigen elektronischen Bilder ebenso zu unserem kulturellen Erbe gehören wie Malerei oder Skulptur, mit der Einschränkung, dass ein großer Teil dieses Erbes inzwischen akut gefährdet ist. Speziell Museen und Sammlungen, die ein fundamentales Interesse am Erhalt ihrer Werke haben, sind seit dem Siegeszug der Videokunst auf dem internationalen Ausstellungsparkett weltweit mit diesem Dilemma konfrontiert und besinnen sich auf ihre lange Zeit vernachlässigten elektronischen Bestände. Doch bis heute sind die Optionen, wie in Zukunft die drohenden Verluste abgewendet und restauratorische Maßnahmen ergriffen werden können, ungenügend erforscht.

Die Vorzeichen einer sehr weitgehenden Digitalisierung haben inzwischen alle Bereiche der Gesellschaft erfasst. Die gesellschaftliche Akzeptanz der neuen digitalen Träger und Medien erfordert dabei, dass exemplarisch und systematisch Fragen zu den sich aktuell vollziehenden Prozessen der Digitalisierung gestellt werden müssen. Was bedeutet historisch, praktisch, aber auch theoretisch die Transformation von analoger in digitale Information für die Arbeit an einem digitalen Erbe? Und wie kann der Zugang zu diesem Erbe in Forschung und Lehre gewahrt bleiben? Welche Rückwirkungen haben diese Fragen auf die Praxis der Künstler, Galerien und Vertriebe?

Die Komplexität der technischen Konfigurationen von Aufzeichnungsmedien und Abspielmedien, die fehlende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Standards der Evaluation, das mangelnde Bewusstsein für den prekären Zustand technologischer Bilder sind Aspekte der heutigen Situation. Die Vernetzung der unterschiedlichen Kompetenzen von Archiven, Wissenschaftlern, Museen, Künstlern und Industrie ist nötig, um die Entwicklung und Kommunikation von Techniken und Praxismodellen nicht nur zur Konservierung, sondern auch zur Restaurierung von Videobändern zu fördern. Denn im Bereich der elektronischen Medien sind bisher keine Standards entwickelt worden, um nicht nur die Hardware, sondern auch die Software der elektronischen Bilder unter restauratorischen Gesichtspunkten zu beurteilen.

Das öffentliche Symposium wird als ein erster Meilenstein des Projekts „40jahrevideokunst.de“ exemplarische Forschungen, Initiativen und Projekte präsentieren. Auch ihre Bedeutung für die Konstruktion von Geschichte wie von ästhetischer Wahrnehmung sowie für die museale und künstlerische Praxis wird analysiert undzur Diskussion gestellt. Die Ergebnisse fließen wiederum ein in die Aufarbeitung von 40 Jahren Videokunst in Deutschland, die in einem weiteren Schritt in Form einer Ausstellung in der Kunsthalle Bremen, der K21 Kunstsammlung Nordrhein- Westfalen, dem Lenbachhaus München, dem Museum der Bildenden Künste Leipzig und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe in unterschiedlichen Kontexten präsentiert werden wird. Eine DVD-Studienedition wird über das Projekt hinaus nachhaltig die Materialien für die Lehre und Forschung bereitstellen.

III.

Zu guter Letzt: Heute vor 150 Jahren, also am 1. Juli 1855 wurde von dem Druckereibesitzer Ernst Theodor Amandus Litfaß die erste so genannte "Annonciersäule" in Berlin-Mitte aufgestellt.

Mehr dazu unter: www.faw-ev.de .

Wie es um dieses Gewerbe aktuell bestellt ist, dazu gibt [*gab!] es in der elektronischen Ausgabe von Medienhandbuch.de ein Interview mit der neuen Geschäftsführerin des Fachverbandes Aussenwerbung zu diesem Thema.
Was für ein schöner Einstieg in diese Job!

[* Wie sich inzwischen einemal mehr gezeigt hat, sind diese elektronischen Quellen nur sehr begrenzt "zitierfähig".
Auf der einen Seite legen die Herausgeber zumeist grossen Wert darauf, dass Ihre Texte nicht 1:1 übernommen werden, auf der anderen Seite wird hier wieder einmal deutlich, dass der Respekt vor dieser Forderung alsbald bedeutet, dass die Quelle nicht mehr für das Nachlesen - geschweige denn für die "Nachwelt" - zur Verfügung steht.] [1]

[1Hier nochmal der inzwischen "tote" Link als Referenz: http://www.medienhandbuch.de/prchannel/details.php?callback=index&id=4047