Hoffentlich "1 A" versichert

Das ist heute wohl das erste Mal, dass in dieser Publikation ein Text der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN 2005 vom 30. Juni 2005 übernommen wird.

Anlass ist nicht so sehr das heutige Blätterrauschen in der nationalen Presse sondern die Tatsache, dass der Allianz-Konzern selber dieses Thema so deutlich in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gestellt hat. 35 Jahre nach der Eröffnung der ersten Zukunftswerkstätten mit Robert Jungk - und vielen Anderen. Es ist fast so, als wenn jetzt die "Zukunft" zur Reparatur in die Werkstatt muss.

Dennoch: Erfreulich das Ganze? Vielleicht zumindest für jene aus der Fraktion, die sich ab Herbst nach einem neuen Job umsehen müssen... [1]

Klimawandel ist Chefsache

Die Allianz - einer der größten ökonomischen Player in Deutschland und Europa - hat die Zeichen der Zeit und die Gefahren des Klimawandels in aller Deutlichkeit erkannt: Sie macht den Klimawandel zur Chefsache auf Vorstandsebene. Grund: Die dramatische Zunahme von klimabedingten Naturkatastrophen mit wachsenden volkswirtschaftlichen Schäden in Milliarden-Höhe und entsprechenden Konsequenzen für die Versicherungen. So sind die gesamtwirtschaftlichen Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse in den letzten 30 Jahren um den Faktor 15 gestiegen. Allein die Hitzewelle 2003 hat in Europa Schäden in Höhe von zehn bis 17 Milliarden € verursacht.

Laut Allianzexperten erhöht sich das Risiko eines Sachschadens durch die globale Erwärmung jährlich mit einer Rate von zwei bis vier Prozent. Die Allianz hat daher den Klimawandel zu einem wesentlichen strategischen Risikofaktor in den Geschäften des Finanzkonzerns erklärt und stellt gerade ein Team von Experten zusammen, das bewerten soll, wie die in Zusammenhang mit einem Klimawechsel stehenden Kosten in die Risikobewertung einfließen können. Außerdem hat die Allianz angekündigt, ihre Investitionen in Windtechnologie und Windparks in den kommenden fünf Jahren um 300 bis 500 Millionen € zu erhöhen.

Das Verhalten der Allianz zeigt mit aller Deutlichkeit: Der Klimawandel ist nicht nur ein riesiges ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Die Kosten unterlassenen Handelns sind enorm: Unterbleiben wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz, so sind nach den Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahre 2050 weltweit volkswirtschaftliche Schäden von bis zu zwei Billionen US-Dollar, in Deutschland von bis zu 137 Milliarden € möglich.

Das Vorgehen der Allianz sollte allen Klimaschutz-Bremsern in den Wirtschaftsverbänden und in den anderen Parteien zu denken geben. Bündnis90/Die Grünen sind sich der globalen Verantwortung bewusst und werden sich auch in den kommenden Jahren für konsequenten Klimaschutz einsetzen - national, europäisch und international.

Quelle: http://www.gruene-fraktion.de/cms/energie_klima/dok/74/74307.htm

[1Es sei denn, sie gehen gleich zur CDU. Die hat ja inzwischen erklärt, dass sie an der von ihr seit Jahren bekämpften Öko-Steuer zunächst einmal festhalten wird.