Keine Ente: auf Schaf folgt Hund

Nein, Enten sind bislang noch nicht geklont worden. Die werden nach wie vor nur in den "Redaktionsstuben" erzeugt. *) Mäuse dagegen, ja. Und Schweine, Katzen, ein Pferd - und jetzt der erste Hund.

Dabei war auch dies eine wahrlich "schwere Geburt". Insgesamt wurden 1095 Embryonen in 123 Hündinnen "eingepflanzt", bis sich aus diesen schliesslich zwei Klone begonnen haben, zu entpuppen.

Nachdem ein zweiter, ebenfalls geklonter Welpe 22 Tage nach der Geburt an einer Lungenentzündung gestorben war, konnte nun der koreanische Halbgott in Weiss, Woo Suk Hwang für sich und sein Team einen erneuten Erfolg verkünden.

Nachdem es bereits in diesem Jahr gelungen war, aus geklonten Embryonen Stammzellen für therapeutische Zwecke zu gewinnen, war am 24. April dieses Jahres das erste Hundebaby per Kaiserschnitt an das Licht der Welt geholt worden, das einer Labrador-Hündin eingepflanzt worden war.

Sein Name ist eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der Worte "S_eoul N_ational U_niversity P_uppy" [1] "Snuppy".

Ob diese Alliteration mit dem auf Scripbook entstandenen Hund "Snoopy" seinem meisterlichen Schöpfer Charles M. Schulz wirklich gefallen hätte?

Vielleicht findet ja jemand von den Lesern einen Hinweis darauf, wie Schulz 1996 auf die Geburt des ersten künstlich geklonten Schafs im schottischen Roslin-Institut reagiert hat.

Das war vor 10 Jahren und der Name des Schafes "Dolly" war auf einen Schlag welweit bekannt gewesen.

Charles M. Schulz starb am 12. Februar 2000 in seinem Haus.

Dolly musste - ebenfalls wegen einer Lungenentzündung - im Jahre 2003 eingeschläfert werden. Das eigentliche Problem für den Tod des Tieres lag aber woanders: Dolly war vorzeitig gealtert.

*)

[[ Wer sich fragt, was so eine Geschichte in einem solchen Umfeld zu tun hat, dem sei dazu das Folgende gesagt:
- es ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus der Fülle der sofort aktuell weltweit vorliegenden Berichte eine "neue" Geschichte geschrieben und so gewissermassen in kürzester Zeit aus dem vorgegebenen alphanumerischen Code eine neuer, verbesserter Text[klon] erzeugt werden kann kann
- es ist ein Hinweis auf eine hier kaum bekannte Tatsache, dass die hier zitierten Forscherteams in Korea einen Status haben, der sich aus unserer Sicht schon mit dem der Heldenverehrung vergleichen lässt
- es ist notwendig zu sehen, dass der Süden Koreas nicht nur über das am weitesten ausgebaute Breitbandnetz verfügt, sondern das Thema des technischen Fortschritts auch in ganz anderen Bereichen von hoher Bedeutung und Tragweite ist,
- es wird spannend sein zu beobachten, wie in Zukunft das Thema der Neuen Medien und der Neuen Medizin miteinander vernetzt werden wird: technisch, virtuell aber auch ökonomisch und ideologisch
- und heute, am 4. August 2004 startet die Dream Works Produktion "THE ISLAND" Die Insel von Michael Bay in den deutschen Kinos. Der Film floppte an den US-Box-Offices trotz Starbesetzung, schnellen Autos, schrillen Kulissen und heftigen Verfolgungsjagden - und weil die menschlichen "Snuppies" im Kino sich selbst als Menschen ernst nehmen, aber immer noch nicht von den Zuschauern akzeptiert zu sein scheinen.
- es ist nach den Zeiten des Kinos, in denen die Schauspieler nur noch die Vorlagen für das Motion Capturing in Filmen abgaben, in denen keine realen Personen mehr zu sehen waren offensichtlich nun an der Zeit, dass es - zumindest im Film - zu einer endgültigen Verdrehung der Wahrheit kommt. Das Geheimnis, hinter dem die Helden dieses Film herjagen, wird schliesslich Wahrheit, als ihnen verraten wird: "Ihr seid nicht echt, ihr seid nur Kopien von Menschen dieser Welt": Wir sehen Menschen, die als Klons von Menschen agieren, als real existierende Wesen und erfahren mit ihnen die Wahrheit über ihre unwahre Existenz.

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Dazu David Kleingers dazu auf der Kulturseite von SpiegelOnline

Ewan McGregor und Scarlett Johansson schlagen sich mehr als redlich durch das laute Spektakel, scheinen aber auch dem verschenkten Potential der Geschichte nachzutrauern. Wie zum Beispiel in der Szene, in der die geklonte Jordan kurz das Kind ihrer todgeweihten Namens- und DNA-Geberin sieht, oder in jenem Moment, in dem McGregors doppelter Lincoln eine ganz eigene Spiegelphase durchleben muss. Aber Bays pyrotechnisch aufgerüsteter Ethikrat regiert nun mal rabiat, weshalb im unausweichlichen Finale kein Platz für moralische oder psychologische Mehrdeutigkeiten bleibt. Letztlich sprengt er seinen Film damit in zwei unvereinbare Teile: Sucht "Die Insel" erst die suggestive Nähe zu ideologiekritischen Paranoiaklassikern wie "THX 1138" (1971), "Soylent Green" (1973) oder "Logan’s Run" (1976), wird sie später zum Schauplatz eines mit kindlicher Logik geführten Klonkriegs ohne echte Konsequenz. &copy SPIEGEL ONLINE, 02. August 2005 (17:33)

[1also: Welpe der Nationaluniversität von Seoul