Kollege Computer: übernehmen Sie!

Während in der öffentlichen Diskussion immer und immer wieder die Zahl der Arbeitslosen zum Gegenstand heftiger Debatten gemacht wird, ist an allen Ecken und Enden zu spüren, wie die menschlichen Arbeitskräfte durch in der EDV verdinglichte Sub-Systeme abgelöst werden.

Zu Beginn dieser Woche gleich drei Gespräche mit Personen, denen bereits „Dank“ entsprechender Rationalisierungsmassnahmen schon gekündigt worden ist, oder denen eben dieses demnächst bevorstehen wird.

- Da sind 15 Personen aus der Reparaturwerkstatt eines - ehemals berliner - IT-Betriebes, das inzwischen von einem ausländischen Investor übernommen wurde, die sich einst um unsere Faxgeräte gekümmert haben uns heute nur noch empfehlen, das defekte Gerät gegen ein neues „zu tauschen“.

- Da sind die Bahn“beamten“ aus den Schalterhallen des Bahnhofs Zoo [1], die inzwischen so sehr „abgebaut“ wurden, dass das Kaufen einer Fahrkarte ohne „Comfort“-Privileg eine halbe bis eine Stunde Wartezeit in Anspruch nehmen kann. Aus der Wartezeit wird eine Strafzeit: für alle diejenigen, denen es nicht gelungen ist, ihre Fahrscheine direkt am Automaten zu beziehen oder via Internet-Verbindung zu buchen und auf ihrem Drucker im Büro oder zuhause auszudrucken.

- Da sind die Mitarbeiter der Deutschen Postbank, denen inzwischen die Möglichkeiten einer direkten Telefonbanking-Buchung ausserhalb der Kernarbeitszeiten abgeschaltet worden sind und die nun nur noch auf den Sprachcomputer verweisen dürfen und sagen: der Kollege Computer übernimmt für mich diesen Job und hinzufügen: den ich alsbald auch nicht mehr haben werde.

PS. Umso markanter war es an diesem Wochenende zu sehen, wie in Brandenburg in der Tourismusindustrie auch heute noch Personen - vom Sicherheitspersonal bis zur Fremdenführerin - ihren Job behalten "dürfen", obwohl sie sich in ihrem Verhalten durch einen Ausbund an Unhöflichkeit, einen Mangel an Dialogbereitschaft und dem Fehlen jeglicher fremdsprachlicher Kompetenz "auszeichnen".

WS.

[1der ja in Zukunft nicht nur diese, sondern noch viele weitere Mitarbeiter verlieren wird, sobald die neuen Linienführung über den neuen Hauptbahnhof (ehemals Lehrter Banhnof) umgeleitet worden sein wird