Die Revolution geht vom Theater aus

In dem heute von Sven-Claude Bettinger ausgestrahlten Bericht [1] aus Anlass des 175. Jahrestages der Proklamation der Unabhängigkeit Belgiens von den Niederlanden gibt es eine Passage, in der von einer Opernaufführung mit praktischen, unmittelbar politischen Folgen die Rede ist.

Im August 1939 wird im Théâtre Royal de la Monnaie de Bruxelles die schon von Wagner gerühmte Oper "Die Stumme von Portici" von Daniel-François-Esprit Auber (1782 -1871) zur Aufführung gebracht. Darin geht es - passend zur Lage der Zeit - um den Aufstand der Neapolitaner gegen den König.

Sven-Claude Bettinger erzählt, dass es das Publikum beim Erklingen der Arie: "Heiliges geliebtes Vaterland" nicht mehr länger auf den Sitzen gehalten hat. Sie stürmten aus dem Saal, "sie reissen die Milizen mit, die auf den Strassen patrouillieren und greifen die Gebäude einer regierungsfreundlichen Zeitung, der Staatsanwaltschaft, der holländischen Minister an."

Das "Ende vom Lied": heute vor 175 Jahre wurde die Unabhängigkeit Belgiens proklamiert.

[1Der vollständige Bericht kann auf der Webseite des Deutschlandradios als MP3-File unter:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2005/10/04/dlf_200510040905.mp3
abgerufen und nachgehört weden.