FireFox 1.5 als Video-Channel?

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Wie auf der CeBIT - Homepage heute zu lesen war: die Meldungen des HEISE Newstickers [1], wonach die Mozilla-Firefox-"Gemeinde" aufgerufen wird, für die nächste Werbekampagne nicht "nur" zu spenden, sondern diese gleich selber zu gestalten: mit einem "Corporate Video", das dann auch über das Netz vertrieben werden kann - zuförderst halt mit dem Firefox-Browser [2].

Hierzu zwei Kommentare: aus fremder und aus eigener Hand.

Der Erstere stammt vom 22. November, bezieht sich auf die Meldung Mozilla Foundation plant Werbevideos für Firefox und ist ein Auszug aus der auf "heise online" nachfolgend geführten Diskussion über Sinn und Unsinn der Mozilla Foundation FAZ-Anzeige. Hier schreibt ein gewisser "WorkingPoor" dass er mit dieser Anzeige überhaupt nicht konform ginge, da sie zu sehr auf das positive Feeling der Nutzer setzen würde und zu wenig auf die "drei Top-Gründe für FF", namlich Fakten, Fakten und nochmals Fakten.

Um deutlich zu machen, was er [3] als FireFox-Nutzer n i c h t will, erfindet er ein Szenarium für eine RTL-Shop-Sendung. Und das kling dann so:

"Hallo Tom - was hast du uns denn heute mitgebracht?"

"Oh Mike, heute habe ich etwas ganz besonderes für unsere Zuschauer -
einen Browser!"

"Einen Browser?"

"Ja - aber nicht irgendeinen Browser, einen Firefox!"

"Wozu brauchst du einen Firefox - wir haben doch einen feinen
Internet Explorer..."

"Ja Mike - aber manchmal möchte man seinen Rechner auch für sich
alleine haben."

"Und das kann Firefox?"

"Ja, denn er ist sooooo sicher. Und er kann noch mehr!"

"Noch mehr?"

"Ja, schau hier, ich öffne den Browser, tippe eine Adresse - und
schau, wie sorgfältig er die Banner ausspart!"

"Tom, (kreisch) das ist klasse - all dieses Zeugs, es ist einfach
weg. Und so sauber! Keine Streifen, kein Fettschmutz"

"Ja Mike, aber er kann noch mehr: Schau, wie ich hier einfach noch
ein Tab öffne und eine völlig andere Adresse eingebe"

"Aber Tom - (kollabierend) das ist groß-ar-tig: Einfach eine andere
Adresse - und es ist nicht mal die gleiche Domain!"

"Genau Mike, und mit diesem Browser kannst du nicht eine, nicht zwei,
nicht drei sondern nahezu beliebig viele Tabs öffnen und verschiedene
Seiten gleichzeitig öffnen"

"Oh Tom - das ist großartig. Was kostet dieser Browser, mehr als
hundert Dollar?"

"Nein Mike, erkostet nicht 100, nicht 10 Dollar - er ist kostenlos"

"Kostenlos?"

"Ja - und beim Download von zwei Firefox gibt es noch einen
Thunderbird dazu!"

(aus dem Off: Laden sie jetzt zwei Firefox und Sie erhalten einen
Thunderbird gratis! Bei Download vor morgen früh legen wir einen
Sunbird in der exklusiven Test-Edition dazu)

Der Zweite stammt aus eigener Hand und bezieht sich auf den Abschnitt der "Branchen News", die sogleich auf der Seite 1 der CeBIT-Homepage in Zusammenarbeit mit dem Heise-Verlag als Material aus deren Datenbank repliziert wird.

Positiv ist, dass die News-Profile auf der deutschsprachigen Seite sich deutlich von der auf der englischsprachigen unterscheiden.

Noch positver wäre es wenn es gelänge, auf dieser Seite zuförderst aus all den vielen Nachrichten des Tickers jene herauszuziehen und sach- und fachgerecht aufzubereiten, die mit Themen und Trends der tatsächlich eingebuchten Aussteller und Vortragenden zu tun hätten.

Und das beste wäre, wenn sich hier auch Jene mit einbinden (lassen) würden, die noch nicht oder nicht mehr auf der Liste der Aussteller des vergangenen Jahres oder der nachkommenden Veranstaltung zu finden sind.

Wen es gelänge, auch diese in den dann umso attraktiver "InfoZoom"-Bereich der intelligenten CeBIT Suchmaschine mit einzubinden, würden sich auch weitergehende Affinitäten herausarbeiten lassen.

Konkret an diesem Beispiel: in der "Schnell zum Ziel"-Suchmaschine der Webseite bringt weder das Wort "Firefox" noch das Wort "Mozilla" auch nur einen Treffer zustande. Klar, weil diese Community zwar auf der Messe vertreten sein wird, aber nicht als Aussteller [4].

Wäre es nun gelungen, die Einreichfrist für den neuen Videowettbewerb vom 21. März auf zwei Wochen vorzuverlegen und mit den Terminen der CeBIT zu koordinieren, hätte man diese auch auf der Messe vorstellen und von den Besuchern bewerten lassen können. Damit wäre die Attraktivität für diese spezifisch Ziegruppe erhöht worden - und selbst Microsoft hätte von einer solchen Präsenz profitiert [5]

Allgemeiner gesagt: Die Zeit, dass Kommunikationsplattformen nur über Hallenquadratmeter definiert und zelebriert werden, ist dabei unterzugehen. Die Veranstalter wissen das. Und da sie nicht mit untergehen wollen, werden sie sich diesen Herausforderungen stellen - müssen.

WS.

[1(heise online, 23.12.2005 12:52

[2siehe dazu Asa Dotzler über die Upcoming Video Campaign

[3oder Sie?

[4und solche Artikel wie Spread Firefox, but don't be a fanatic machen deutlich, wie intensiv die Diskussion auch innerhalb ener solche "Communitiy" geführt und selber zum Gegenstand einer ganz einen Qualität von Kommunikation wird.

[5Wie diese These begründet wird und die Dinge miteinander zusammenhängen, dazu mehr auf Anfrage.