CeBIT_06 Aftermath (IV)

Es gibt - wenn auch nur wenige - Tage, an denen es echt schwer fällt, über das Wichtigste dieses Tages zu öffentlich Rede und Antwort zu stehen - oder andere aus berufenem Mund zitieren zu lassen - wenn es sich dabei um Nachrichten handelt, die man zwar erwartet hat: aber als eine Positiv- und nicht als eine Negativ-Meldung.

Selbst der Besuch der Bertelsmann Bilanz Pressekonferenz und die am Rande dieser Veranstaltung geführten Gespräche und Begegnungen, selbst die Anfrage einer Agentur im Auftrag eines "Mobil"-Kunden über die Umsetzung eines neuen Nutzungskonzeptes nachzudenken, ja selbst das Lob eines Finanzanalysten über das Eintreffen einer schon vor längerer Zeit abgegebenen Prognose, all das verlöscht vor der Wucht der an diesem Tag erwarteteten aber nun mit einem negativen Vorzeichen übermittelten Nachricht.

Nach dem Ende der CeBIT und in der geradezu felsenfesten Überzeugung, ein neues langfristig vorbereitetes und angelegtes Projekt auch mit dem wichtigsten Partner nun in einem mündlichen Gespräch auch erfolgreich verhandelt und vereinbart zu haben ist die nun vorliegende Aussage der persönlichen Vorerwartung ganz und gar diamentral entegegengesetzt:

Hallo [...],

für unser gemeinsames Projektgespräch [...] möchte ich Ihnen herzlich danken.

Ich habe das Projekt bei uns im Hause inzwischen diskutiert.

Wir sind leider bei der Frage nach einer Realisierung [...] zu einem negativen Ergebnis gelangt.

[...] Ich bedaure unsere Entscheidung und bitte Sie gleichzeitig um Verständnis für unsere Entscheidung, die die Originalität des von Ihnen geplanten Werks nicht tangiert.

Mit freundlichen Grüßen,
[...]

Damit bricht nicht nur ein langfristig angelegtes Finanzierungskonzept zusammen, sondern es bedeutet auch einen gewissen Gesichtsverlust, da nach dem Ausgang des Gespräches in Hannover dieses vermeintlich positive Ergebnis auch schon den anderen potenziellen Projektpartnern freudestrahlend mitgeteilt worden ist.

Jetzt wird es darum gehen, einen Moment lang innezuhalten, tief durchzuatmen, die bisher geleisteten Vorlaufinvestitionen zusammen- und abzurechnen, die Gesprächsfäden nicht abzubrechen zu lassen, eine Fehleranalyse durchzuführen - und die persönlich als Niederlage empfundene Lage dann doch noch in einen Etappen-Sieg zu verwandeln: Per aspera ad astra?!

WS.