Preliminary Travel Remarks

Bei aller Routine: Jeder neuer Kongress, jede neue Reise, jeder neuer Auslandsaufenthalt erfordern immer wieder ein hohes Mass an Vorbereitung und Konzentration auf die bevorstehenden Aufgaben. Die Routine kann hilfreich sein die notwendigen Vorbereitungen reibungslos und rechtzeitig durchzuführen, von den Reservierungen bis hin zur Beantragung eines Visums, aber es ist und bleibt immer wieder ein zeitweise Herausgeworfensein aus dem Alltäglichen und das ändert sich auch dann nicht, wenn einem diese besondere Situation schon selber wie ein zweiter Alltag geläufig geworden zu sein scheint.

Aber man kann sich gut helfen, auf die neue Situation einzustellen, indem man sie ein Stück weit vorwegnimmt. In dem man in der letzten Woche vor der Abreise zum Anhören von (Auslands-)Sendern der Region durchringen kann, in dem man sich durch eine Reihe von Telefonaten mit Menschen aus dieser Gegend zuvor bespricht, indem man an einige kleine Geschenke denkt, die es mitzunehmen gilt, indem man sich nach und nach auf die neuen Zeitzonen einstellt, in denen man dann zu leben und zu arbeiten verdammt sein wird.

Nichts anderes macht dem Geist und dem Körper klar, welche Veränderung dieses „Herausgeworfensein“ aus der bis dahin eingeübten Lebenspraxis bedeutet, als die Zeitumstellung. Wenn es bei uns in Mitteleuropa gerade Mittag war, ist in den USA Mitternacht schon vorbei. Wir müssen also auf den Abend warten, um unseren Kollegen und Freunden in Amerika einen guten Morgen sagen zu können und den nächsten Morgen, um in Asien die dort avisierten Gespräche zu führen.

Bei der Vorreitung dieser Reise nach Las Vegas war beides notwendig, zumal auch die Beteiligung von führenden Persönlichkeiten aus dem innerasiatischen Markt in diesem Jahr besonders interessant sein wird. Und so ein Vorschlag, sich dann auf „nutrual ground“ in den USA sehen zu wollen, bedarf guter Vorbereitung. Denn diese besonderen Umstände bedeuten auch eine ganz besondere Chance.

Selbst dann, wenn viele Teilnehmer aus den asiatischen Ländern zumeist als Delegationen anreisen und die deutliche Tendenz haben, sich gerade auf „foreign territory“ eng aneinander zu ketten und möglichst genau die eigenen Regeln zu beachten, so hat es doch auch einen besonderen Reiz, wenn sich Europäer und Asiaten in einer solchen „Ditten Welt“ begegnen können. So notwendig es für beide Seiten ist, sich in die Erste aller Welten zu begeben, sich in ihrer Sprache und in dem Luftraum ihrer Kulturhoheit zu bewegen, so ist es eben diese Verpflichtung, die auf - oft unausgesprochen - Weise beiden Seiten als „common denomenator“ für den eigenen Dialog dienlich sein kann. Während sich Asien mit - selbst inzwischen für die Chinesen - zu hoher Geschwindigkeit darauf vorbereitet, die wirtschaftlich dominierende Region auf dieser Welt zu werden, ist vielen Amerikanern immer noch nicht klar, dass die Annahme ihrer Sprache und Gepflogenheiten auch bedeutet, dass sie wirklich zu einem Partner in Asien geworden sind. Die Europäer, die genauso ausspioniert werden sie sie, wissen zumindest, dass sie noch nie die „Number One“ auf der Welt waren noch werden können, aber bei Ihnen - also bei uns - gibt es derzeit einen hohen „run“ auf „interlectual property“. Der kopierte Transrapid ist nur die Spitze des Eisberges. Und die „DIN“-Norm konnte sogar an die Chinesen verkauft werden und nichts macht uns mehr Vergnügen, als diese dort nun immer häufiger kopiert zu sehen.

Wie man hier nur andeutungsweise skizzieren kann: Reisevorbereitungen wie diese sind immer auch ein guter Anlass über all die Notwendigkeiten des „nitty gritty“ hinaus das Grosse und Ganze“ zu sehen und mitzuerleben. Wer es gelernt hat, sich in diesen Konferenz- und Tagungs-„Sub“-Kulturen zu bewegen, hat die grosse Chance in den jeweiligen Küchen und Hinterhöfe anderer Länder und Sitten zu schauen und dort zu „kostprotzen“ - und das zum gegenseitigen Vorteil.

Das interessante an diesen Reisevorbereitungen ist, dass - weil beide sie gemacht haben - ein unausgesprochenes Vorverständnis darüber da ist, dass beide sie haben machen müssen. In jedem gelungenen Gespräch kommt der Punkt, an dem der Ausgangspunkt der Reise zur Sprache kommt: Der Ort, an dem dem man zuhause ist. Ein Gespräch über das Zuhauses des oder der Anderen kann einen ebenso weiter bringt wie die Diskussion im Umfeld das gemeinsamen Fachinteresses, das beide zusammengeführt hat.

Wenn es stimmt, wie man sagt, dass die Liebe durch den Magen gehe, dann geht das Geschäft durch solche Gespräche auf den Messen.

Die Message ist: bei der Vorbereitung sich immer früh genug selbst darauf aufmerksam machen, wohin man eigentlich fährt - und vor Ort nicht zu vergessen, wo man eigentlich hergekommen ist.

WS.