I mean it - you name it

Wie zunächst nur aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, hat der Innenminister von Brandenburg beim Sender RBB angeregt, den Namen eines seiner Rundfunkprogramme, nämlich von radiomultikulti zu ändern.

Offensichtlich hat sich auch der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Brandenburg auf seine Weise darüber Gedanken gemacht, dass - wie in "DaybyDay" schon vor gut einem Monat zu Beginn der Weltmeisterschaft angesprochen [1] - "hunderttausende [...] Deutsche jeglicher Abstammung gemeinsam schwarz-rot-goldene Feste gefeiert" haben.

In einem am Tage des französischen Nationalfeiertages an den RBB gerichteten Brief schlägt er vor, diese Entwicklung auch beim RBB mitzuvollziehen: Man solle mit dem Namen "Radio Multikulti" nicht länger "an einem an der Lebenswirklichkeit gescheiterten gesellschaftlichen Experiment, dem Multikulturalismus" festhalten.

Sein Vorschlag: "Man könnte ja dem Sender beispielsweise den Namen "Radio Integration" geben. Oder man macht sich gleich die Begeisterung zunutze, die gerade junge Zuwanderer und Zuwanderkinder in den letzten Wochen für unsere Nationalfarben demonstrierten (mit Fahnen, in ihren Gesichtern, an der Kleidung und an ihren Autos) und tauft den Sender "Radio Schwarz-Rot-Gold"."


Dazu wird seitens des Senders am 20. Juli 2006 die folgende hier im vollen Worlaut wiedergegebne Presse-Erklärung veröffentlicht:

RBB lehnt Namensänderung für Radiomultikulti ab

Die stellvertretende Intendantin des RBB, die Hörfunkdirektorin Hannelore Steer, hat heute das Schreiben von Innenminister Schönbohm beantwortet. Sie verweist darauf, dass eine Namensänderung für Radiomultikulti nicht auf der Prioritätenliste steht. Es handele sich um eine erfolgreich eingeführte Radiomarke, deren publizistischer Wert sich nicht am Markennamen messen lasse.

Steer unterstreicht, "dass die gesellschaftliche Debatte nunmehr das nachvollzieht, was sich bei uns bereits seit Jahren in der programmlichen Wirklichkeit ausdrückt:
Integration braucht auch einen gemeinsamen Begegnungsraum".
Aus diesem Grund sendet Radiomultikulti täglich elf Stunden (von 06.00 Uhr bis 17.00 Uhr) in deutscher Sprache. Ziel der Sendungen in Fremdsprachen sei es, Menschen mit Migrationshintergrund an diesen Begegnungsraum heranzuführen.

Der RBB versteht es im Übrigen als Wertschätzung von Radiomultikulti, wenn der brandenburgische Innenminister ihm eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens mit Migranten und Zuwanderern in Berlin und Brandenburg zuweist.

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm hatte in einem Schreiben an die Intendantin des RBB vorgeschlagen, Radiomultikulti in "Radio Integration" oder "Radio Schwarz- Rot-Gold" umzutaufen. Damit solle der RBB einen verstärkten Beitrag zur Integration leisten und dem Scheitern der multikulturellen Beliebigkeit Rechnung tragen.

Und auf der Webseite des Senders ist ebenfalls eine Stellungnahme über diesen LINK abzurufen.


Eine Stellungnahme als Herausgeber von "DaybyDay" ist - in Abstimmung mit unseren Lesern - derzeit noch in Vorbereitung.

Und eine persönliche Stellungnahme als Vater einer volljährigen Tochter mit drei Staatsbürgerschaften wird es, wie die Auszüge aus dem hier zitierten Brief vom 14. Juli 2006, nur auf Anfrage geben.

WS.