Eigen-nutz, Eigen-sinn, Eigen-tor

Fast hätte sich Sönke Wortmann mit seinem eigennützigen Verhalten bei seinem eigensinnigen Coach Klinsmann ein Eigentor abgeholt: so bereichte er in dem Interview bei Johannes Baptist Kerner im ZDF am Abend des 26. Oktober 2006.

Da von dieser Sendung (noch) keine Live-Stream zur Verfügung gestellt worden ist, hier zunächst einmal ersatzweise, was die Gazetten schreiben:

amg/AP in SPIEGEL ONLINE vom 27. Oktober 2006, 12:43
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,445019,00.html

Mainz - Sönke Wortmann plauderte gestern Abend in der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner" aus dem Fußball-WM-Nähkästchen: "Kurz vorm Confed-Cup gab es ein Länderspiel in Belfast gegen Nordirland, und da lag so ein Ball. Und wenn da so ein Ball liegt, da fällt es mir schwer, den einfach so liegen zu lassen. "Er habe sich dazu hinreißen lassen, mit Oliver Bierhoff hin und her zu kicken und "dann abends erfahren, dass Jürgen das gar nicht gut fand."

Seine Fußballleidenschaft wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden, denn er habe später gehört, dass das gesamte Filmprojekt auf der Kippe gestanden habe. Der Regisseur habe aber schnell seine Lektion gelernt: "Ich verstehe das auch. So ein Training muss voll konzentriert ablaufen."

Wortmann habe das Intermezzo mit Bierhoff dennoch genossen: "Die Fußball-Sache hat sich trotzdem gelohnt. Da konnte ich mal zeigen, dass ich vor 100 Jahren einen Ball auch mal geradeaus schießen konnte." [...]

Ähnliche Artikel auf der Basis diese AP-Berichtes veröffentlichten u.a.: DIE WELT und der schweizer Tages-Anzeiger.

Über die seit langem aufgesellte These, dass Herr Juergen Klinsmann nicht nur in den USA bleiben, sondern auch dort - wie schon bisher - weiterhin dem Fussball verbunden bleiben wird, wurde allerdings an diesem Abend nicht spekuliert. Dennoch wird es demnächst auch öffentlich dazu kommen, dann eben an anderer Stelle: "Wetten, dass?".


Nachtrag: selten hat sie eine solche "Vorhersage" so schnell bestätigt wie in diesem Falle. Inzwischen hat sich Jürgen Klinsmann nämlich in einem Interview - ebenfalls mit Associated Press - dahingehend geäussert, dass er "früher oder später [...] wieder als Trainer" werde arbeiten müssen und bestätigt, dass er bereits mit dem US-Verbandschef Sunil Gulati im Gespräch sei. Dieser sucht ja bekanntlich für den nach dem WM-Vorrunden-Debakel der US-Mannschaft geschassten Bruce Arena einen Nachfolger - und das noch vor Ende des Jahres 2006.