Theorie & Praxis der Medien...

Während der Vorbereitungen eines Seminars an der Fachhochschule in St. Pölten am Sonnabend den 2. Dezember 2006, fällt sogleich aus mehrfachem Anlass die Website des Wiener Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien ins Auge.

Sie zeigt an zwei ganz unterschiedlichen Stellen, auf welche Art des Paradigmenwechsels hin zu den digitalen Medien "man" sich auch in Österreich ganz konkret vorzubereiten begonnen hat: In der Theorie - und in der der Praxis.

Zunächst ein ebenso pragmatisches wie beredtes Zeugnis über die geänderte Praxis der Medienarbeit heute: die Abverkaufsliste von Geräten der Medienausstattung des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, einzusehen unter:
http://www.univie.ac.at/Publizistik/Verkauf.htm

Für den Versuch, die aktuellen Veränderungen theoretisch zu fassen steht die Studie von Bernd Wollmann und Petra Engl-Wurzer, wonach mehr als 80 Prozent der Medienvertreter das Internet zwar als ideales Recherchemedium qualifizieren, aber zugleich den darin mitgeteilten Inhalten eher skeptisch gegenüber stehen.

Laut den Autoren gäbe es drei "Typen" von Journalisten [1] :

1. den selbstbewussten Internetskeptiker, "der das Internet als Medium betrachtet, das traditionelle Recherchemethoden verdrängt und dadurch eine nachhaltige Veränderung des Arbeitens sowie des Berufsbildes des Journalisten begründet hat",

2. den den kritischen Internetnutzer, der sich vor allem als Mittler und Filter dieses Mediums versteht,

3. der internetaffine Allrounder, der als ein neuer "Typ von Journalisten" gesehen werden könne, eher jügeren Alters und weiblich sei.

Na toll: Auch wenn der Autor dieser Zeilen beide der für diese dritte Gruppe zunehmend dominierenden Kriterien nicht zu den eigenen machen kann, erfreut er sich durchaus seiner - einmal mehr und nun auch wissenschaftlich akkreditierte - Minderheitenposition in diesem "internetaffinen" Umfeld.

WS.

[1Mehr dazu ist bereits am 9. November 2006 von der Pressetext-Redaktion veröffentlicht worden.