The day after ...

I.

"... the keynote speach of Mr. Gates in Las Vegas, Steve Jobs appeared on stage: at the Macworld Conference & Expo in San Francisco unveiling "his" iPhone.
As the BBC reports, shares went up 5% after this announcement."

Diese Zeilen wurde am späten Abend des 9. Januar 2007 geschrieben, nach einer Reihe von Recherchen über und Gesprächen mit den USA.

II.

Am nächsten Morgen, also am Mittwoch den 10. Januar, sah der gleiche hier als Link gesetzte Artikel auf der BBC-Website schon ganz anders aus [1]: Intro und Teil 1 waren noch erhalten, ein neuer, längerer Teil 2 wurde neu angefügt. Und die Aktie war inzwischen nicht mehr nur um 5, sondern um 8%-Punkte geklettert. [2]

Der Link aber war nach wie vor der gleiche. Was also bedeutet, dass die unter einem solchen Link gesetzten Texte nicht mehr feststehende, sondern nunmehr variable Einheiten sind.

Ist das gut so? Es ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, noch aktueller und akkurater auf die eigenen Nachrichten zu reagieren. Es würde aber einer solchen elektronischen Publikation gut anstehen, wenn an eher prominenter Stelle sowohl das Datum der ersten Veröffentlichung als auch der letzten Überarbeitung genannt würden. In dem hier genannten Fall heisst es zum Zeitpunkt des jetzt um 9.00 Uhr (GMT+1) erstellten Textes "Last Updated: Tuesday, 9 January 2007, 23:02 GMT".

In "DaybyDay" wird auf jeden Fall darauf geachtet, dass einmal geschriebene Texte - abgesehen vielleicht von Schreib- und offensichtlichen Grammatik-fehlern - nicht mehr geändert werden. Es sei denn auf Grund von Interventionen Dritter, die aber dann auch als solche kenntlich gemacht werden.

III.

Wer sich zu diesem hier genannten Zeitpunkt die Newsticker und -Crawler durchgesehen hat, ist erstaunt: Steve Jobs hat sowohl vom Umfang als auch von der Anzahl der Meldungen - fast 2000 - her deutlich über die von der CES gepunktet.

Und, zumindest für die Fangemeinde, war dieser Auftritt von Jobs the Best Performance of His Life, so John Martellaro am 9. Januar 2007 in der Online-Ausgabe des MacObserver.

In fact, Mr. Jobs exceeded our already stratospheric expectations, and that is a remarkable achievement. At the end of the keynote, Mr. Jobs paused for a few seconds, apparently overwhelmed by the poignancy of the moment and waxed philosophical about why Apple does the things it does.
It was perfect.
 [3]

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die von ihm so angepriesenen Geräte es ihm alsbald gleichtun werden.

PS.

Die wichigsten Tages-Ereignis-Berichte - zu Themen wie Authentizität, Datamining und Persönlichkeitsschutz sowie über einen bislang äusserst zuverlässigen Oldtimer aus erster Hand der sich dagegen wehrt, verkauft zu werden - werden aus Rücksicht auf schwebende Verfahren bzw. die davon direkt oder indirekt betroffenen Personen an dieser Stelle nicht veröffentlicht.

Stattdessen aber einen Dank an einen namentlich nicht bekannten "Ausländischen Mitbürger" der am Postschalter mit 35 EuroCent aushalf, nachdem beim Wiegen festgestellt wurde, dass der schon frankierte Brief ein Gramm Übergewicht hatte: "cok tesekkür ederim" ! [4]

Nachtrag

Warum eigentlich rührt sich hier nichts in Deutschland, wenn ein entscheidender Anteil dieses Erfolges "Made in Germany" ist? Solche Nachrichten bleiben offensichtlich im Insiderkreis der Börsianer hängen.

Hier als pars pro toto der Auszug aus dem Tagesbericht der Saxo Bank:
Balda AG, a German maker of mobile phone parts, soared 8.9 percent to 8.22 euros. The company will supply some of its products to Apple, Balda spokeswoman Kathrin Wiederrich said.
Und Andeas Hippin legte für Bloomberg in Frankfurt noch am gleichen Tage nach:
Balda AG, a German maker of mobile phone parts, soared 12 percent to 8.42 euros, the most since September.

Wer aber glaubt, dass diese Nachricht in irgendeiner Weise einer breiteren Öffentlichkeit zugeführt werden würde, der irrt. Dass die WestLB AG inzwischen die Aktie der noch vor Monaten von der Insolvenz bedrohten Firma von "halten" auf "kaufen" hochgestuft hatte, nicht einmal dieser Umstand kam in dem einen Satz zur Geltung, der im Börsenbericht vor der Tagesschau in der ARD diesem Ereignis zugeschrieben wurde.
Selbst auf der Website der Balda AG: kein Sterbenswörtchen.
Und wer dachte, dass dann zumindest auf einer Seite wie der von Deutschland Land der Ideen mit einer ad-hoc-Meldung reagiert werden würde, hatte sich ebenfalls getäuscht - und ist enttäuscht.

[1Hier haben wir wieder das alte Problem: es wäre gut gewesen, wenn die alte Version jetzt noch hätte vorgelegt und mit der neuen hätte vergleichen werden können. Aber die Urheberrechtsauguren sind sich nach wie vor nicht einig, ob so etwas nun rechtens gewesen wäre oder nicht...

[2Und das wird nicht das Ende des Höhenfluges sein. Es sei denn, dass sich sich herausstellt, dass der Name "iPhone" von Apple zwar genutzt wird, aber der Firma gar nicht gehört...

[3Wer sich dagegen die Keynote vom Herrn Gates angesehen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass er gleich in seiner Into eine vergleichbare Pause gemacht und danach gesagt hat, dass er in Zukunft vielleicht eher über die Bekämpfung ansteckender Krankheiten reden werde als über seinen Job als Chief Software Architekt - aber das sei halt das Risiko derjenigen, die ihn immer und immerwieder erneut einladen würden...
In diesem Zusammenhang hier ein kurzer Hinweis auf die Untersuchungen der Los Angeles Times über die Auswirkungen der Geldgaben der Bill and Melinda Gates Foundation. Hier die Zusammenfassung eines Gesprächs mit Reporter Charles Piller, der diese Geschichte unersucht hat:
Report: Gates Foundation Causing Harm With the Same Money It Uses To Do Good
Der Bericht kann auch als Real-Player-Stream eingesehen werden.

[4Der Versuch, das "c" als "ç" zu schreiben gelang, nicht aber das "s" als ein "s" mit einer Tilde zu schreiben: Dies ist im Zeichenvorrat von ISO-8859-1 nicht vorgesehen.