Medientreffpunkt Leipzig Tag 3 - Berlin - Potsdam

Hier der Hinweis auf das Programm des dritten Tages des Medientreffpunktes in Leipzig.

Die Berichterstattung über dieses Ereignis wird aber Anderen vorbehalten bleiben müssen angesichts des nachfolgenden Berichtes in eigener Sache:

Leipzig – Berlin – Potsdam

In weniger als zwei Stunden mit ICE, S-Bahn und Mercedes durch die Welt gesaust um pünktlich in der Nähe von Potsdam einzutreffen. Das gelingt auch – mit 4 Minuten Verspätung, das viele der Strecken rund um Potsdam nur Geschwindigkeiten von maximal 30 Kilometern pro Stunde zulassen.

Auch wenn hier weder über den Gegenstand der Begegnungen noch über den Gesprächspartner Auskunft gegeben werden soll, so ist diese Erfahrung doch eines eigenen Notates wert.

Es geht um die Frage, wie es möglich sein kann, mit einem renommierten Entscheidungsträger dieses Landes eine gute Stunde ein Gespräch zu führen, ohne dass davon dritte Kenntnis erhalten können und ohne dass dieses Gegenstand irgendeines Protokolls wird.

Die Lösung war ebenso seltsam wie simpel: ein Format- und Rollenwechsel. Anstatt den Fahrdienst zu beauftragen, wird diese Aufgabe in Eigenregie wahrgenommen – mit allen damit verbundenen Verpflichtungen als auch Vorteilen.

Die Verpflichtungen lagen darin, all die Aufgaben zu erfüllen, die auch ein Chauffeur zu erledigen gehabt hätte, auf dem zeitlich kürzesten Weg den Kunden sicher und stressfrei an sein Ziel zu bringen. Und sie lagen zugleich in der Absicht, über diese Verpflichtungen hinaus auch noch den so eingeräumten Freiraum für ein offenes Gespräch zu nutzen.

Als der in eigener Verantwortung gewählte Weg aber ein anderer ist als der, den der Fahrer auf der Hinfahrt eingeschlagen hatte, wenn dann auch noch die Beschilderung irreführend ist und man sich auf die eigenen Kenntnisse verlassen muss und wenn schliesslich eine Bahnschranke die Weiterfahrt auf subjektiv gefühlte unerträglich lange Weise verzögert – wie soll denn unter all diese Einschränkungen auch noch ein gutes Gespräch zustande kommen?

Interessant war in diesem Zusammenhang das Gespräch schon selber, da es sich – wie der Verlauf zeigte – in keiner Weise an den von beiden Seiten angenommen Verlauf hielt: Ganz im Gegensatz zu den Erwartungen des Gesprächspartners ging es n i c h t darum, in dieser besonderen vertrauliche Situation um einen neuen Job anzufragen, es ging n i c h t darum, andere Personen auf diesem Wege und bei diesem Anlass in Misskredit zu bringen, und es ging auch nicht darum, den Entscheider dazu bewegen zu wollen, im eigenen Sinne auf die Mitarbeiter oder Strukturen des Hauses Einfluss zu nehmen.

Das Eigeninteresse war auf einer ganz anderen Ebene angelegt: nämlich zu erfahren, warum ein Jahr der eigenen Lebenszeit mit dem Aufbau und der öffentlichen Inszenierung von hochqualifizierten technischen Leistungspotenzialen eingesetzt wurde, um sodann im Verlauf des Prozesses immer wieder gesagt zu bekommen, dass es eigentlich an eben dieser erfolgreichen Positionierung im Markt überhaupt kein Interesse gäbe.

Die eigene Position war also alles andere als die eines „Bittstellers“, sie kam eher fordernd daher und war zugleich von dem Manko behaftet, dass die Positionen der eigenen Person mit keinem Professoren-Titel ausgestattet ist, sondern in dieser besonderen Konfiguration in der Rolle eines „Chauffeurs“ eingekleidet werden musste, um überhaupt diesen Dialog führen zu können.

Wenn auch – wie schon gesagt – aus guten Gründen an diesem Ort nichts weiter über den Inhalt dieses Gesprächs verlautbart werden wird, ist die öffentliche Selbstreflektion dennoch von deutlichem Interesse nach Massgabe der Frage, wie es in einem Dialog von Nicht-Gleichen dennoch zu einem Meinungs- und Interessensaustausch kommen kann, der beide Gesprächspartner in gleicher Weise bewegt, in Anspruch nimmt und zur Überprüfung seiner bisherigen Denk- und Handlungsweisen veranlassen würde.

Es hat einen Grossteil der Zeit gebraucht, um schlussendlich dann mit der Formulierung der eigenen Ziele und Wünschen nach Klarheit und Wahrheit so deutlich in dem Fahrgast-Raum dieses uralten Mecedes-Benz-Wagens Gehör zu finden. Und es hat auf der Gegenseite ebenfalls eines gehörigen Aufwandes gebraucht, um bereits zu sein, sich seinerseits aus der Rolle mit den angeeigneten Erwartungshaltungen und „vorgefertigten“ Antwortmustern verabschieden zu können.

Kein Ritt über den Bodensee also, aber eine Parforcejagd nach der im Brandenburger Land verlorengegangenen Zeit auf dem Weg zum Flughafen in Tegel. Die Ankunftszeit war eine Punktlandung. Auf die Minute genau.

Ob das Gespräch genauso präzise verlaufen ist? Wahrscheinlich würden beide Seiten dieses verneinen - und doch dankbar sein für diese Stunde der Aussprache.