Stellen Sie sich vor…

… Sie seien [1] selbstständig, hätten sich für einen Kunden über viele Monate lang mit Erfolg für die Verfolgung und Umsetzungen seiner Belange eingesetzt – und müssen dann erleben, wie diesem alles andere wichtiger ist als dafür Sorge zu tragen, dass Ihnen die für diesen Einsatz vereinbarte Summe auch wirklich ausgezahlt wird.

Stellen Sie es sich lieber nicht vor. Was nützt es, wenn auch Sie von Ärger, Zorn, Enttäuschung aufgezehrt werden und sich selbst der Schlaf in der Nacht nicht mehr einstellen will.

Dabei ist es aus Sicht des Betreffenden wahrscheinlich nicht einmal Absicht oder der Versuch, bewusst wegen Missfallens irgendwelche Beträge zurückzuhalten, sondern es sind – einmal mehr – irgendwelche Sachzwänge, Formalia, Urlaubszeiten und betriebsbedingte Umstellungen, die solches zur Folge haben.

Und dennoch. All das hilft nicht darüber hinweg, dass solches aus der eignen Sicht als eine gehöriges Maass an Respektlosigkeit interpretiert wird.

Was tun? Sowohl der Buchhalter als auch die Anwälte wissen schon sehr genau, was jetzt zu tun ist und stehen auch mit Rat und Tat - gegen weitere Kosten natürlich, die auf der anderen Seite keiner mit zu berücksichtigen bereit sein wird – zur Seite.

Und einen Fehler wird es dieses Mal nicht mehr geben: nur weil die leitenden Personen in den führenden politischen Lagern gut verankert sind, sich mit allerlei angenommenen und vererbten Titeln in ihrer Umgebung wichtig machen und sich als dadurch nicht mehr angreifbar wähnen, wird es keine Zurückhaltung geben, oder gar – eine offensichtlich falsche – Scham.

Also, stellen Sie sich das alles lieber nicht vor, nutzen Sie die Zeit für andere Dinge als die Lektüre solcher Ausführungen und seien Sie sicher, dass die hier bemängelten Zustände in Ordnung gebracht werden.

Hier wird schlussendlich nicht eine bessere Zahlungsmoral eingefordert werden, sondern einfach nur die Zahlung selbst.


PS.

Es ist auch heute wieder genauso gekommen, wie es in diesen Zeilen zum Ausdruck gebracht worden ist. Gleich drei renommierte Adressen mussten heute angesprochen werden. Und in allen drei Fällen stand im Ergebnis nie die mit Erfolg abgeschlossene Leistung zur Diskussion, sondern es wurde jeweils darüber lamentiert, warum es jeweils inhouse so schwierig sei, diese auch auf dem formal richtigen Wege einer Honorierung zuzuführen.
Egal, ob jetzt ein Angebot aus formalen Gründen nochmal neu geschrieben werden muss, einem der Auftraggeber inzwischen gekündigt worden war, oder aber die bereits eingesandten Originalbelegen "nochmals eingereicht" werden sollen, da sie auf dem internen Verwaltungsweg inzwischen verlorengegangen sind [sic!], "Schuld" sind immer die "Verhältnisse" - die nicht so sind, wie es sich der jeweilige im Dialog befindliche Gesprächspartner gerne selber gewünscht hätte. Und nachdem man sich das alles hat anhören dürfen wird auch noch allen Ernstes erwartet, dass man dafür als Auftragnehmer jeweils auch noch Verständnis aufzubringen hat.
Warum eigentlich?

[1In einer Leserkritik war zu erfahren, dass es "... Sie wären selbständig" heissen müsse - wer weiss, warum dem wirklich so sein muss???