Poem_090621

Der Elefant im Foliant [1]

Der Elefant im Foliant
sich einst in diesem Buch er fand

der Autor, der ihn einst ermalte
der Leser, der für ihn bezahlte:

Durch sie erschaffen und gelesen
fand er sich gut: als Fabelwesen.

Doch wie die Mär es dann so wollte
er frei im Digitalen werden sollte.

Das Bild im Buch seht online heute
und ward des Lesers freie Beute.

Dem Recht an seinem Abbild dann
ward viel des Leides angetan.

So hat der Elefant vom Foliant
ins Netz der Freiheit sich verrannt.

Befreit von Räubern und Piraten
lebt er durch ihre Heldentaten...

... als Ab-Bild in der Online-Welt
Allein - jetzt fehlt es ihm an Geld:

Denn was sein Autor einst bekam
im Netz ihm nun der Crawler nahm.

So nahm das Schicksal seinen Lauf
Und er, er fand sich neu zuhauf:

Sein Konterfei in jeder Suchmaschine
Sein Original - in der Vitrine.

[1Dieser Text ist entstanden nach eine Woche voller Dikussionen rund um das Thema nach der Zukunft des Urheberrechtes: Von der Urheberrechtskonferenzen an der WFU, an der Ball State Uni in
Indiana, über Oil21 bis hin zur Frage nach der Moderation dieses Themas im eigenen Land.