Der letzte Tag im Netz

Am 5. März 2009, 10:41 titelte Maik Söhler - oder die Redaktion? - nach einem Rundgang durch die CeBIT-Messehallen in Hannover «Die schwächste Cebit seit ihrem Bestehen» und bemängelt gleich eingangs, dass es dort angeblich um das Thema Internet ginge, aber kaum freie Internetzuänge bereitgestell werden würden.

Heute, am Ende des 31. Dezember 2009 wird aber nicht die Messe gestorben sein, sondern die Netzeitung.

Entgegen allen Ankündigungen und möglichen Synergieeffekten mit anderen Verlagsobjekten wird von dem neuen Eigentümer DuMont Schauberg die "Netzeitung" zum Ende dieses Tages abgeschaltet werden.

Statt ihrer soll auf dieser Adresse ein "automatisiertes Nachrichtenportal" abgerufen werden können.

Die Netzeitung war zuvor noch Teil des Montgomery-Paketes, und ist immer wieder von einer (Verleger-)Hand in die nächste gereicht worden.

Bereits kurz nach dem Start am 8. November 2000 ging der Ersteigentümer Spray Networks in Lycos Europe auf. Dann beteiligte sich Bertelsmann, danach BertelsmannSpringer, danach ein Finanzinvestoren, danach folgte ein sogenanntes "Management-Buy-Out" durch den damaligen Chefredakteur Michael Maier. Dann die Beteiligung von Ralf-Dieter Brunowsky. Keine zwei Jahre später war das Objekt nach Norwegen verkauft worden, an Orkla Media, bis dann die Deutsche Zeitungsholding von David Montgomerys einstieg. Sein Engagement in Deutschland scheiterte. Und DuMont macht in diesem Jahr nun den Totengräber.