abgeschaltet

Gestern, vor 5 (fünf!) Jahren wurde die letzte analoge Übertragungsstrecke für die Übertragung eines Fernsehsignals im Raum Berlin abgeschaltet: also am 4. August 2003.

Vor fünf Jahren schon... lange, sehr lange waren die Vorbereitungen, bis dieser Termin Wirklichkeit werden konnte.

Lange Zeit hatte so ausgeshen, als wenn man ein Kamel durch ein Nadelöhr würde hindurchbringen müssen - aber es hat gepasst.

Und es gut so, dass die aus diesem Anlass publizierte Broschüre [1]

mit dem Zitat eines verstorbenen Weggefährten eröffnet wird:


„Ich bin heilfroh, dass die Wette, die ich zu Beginn der Berlin-
Brandenburgischen Pilotprojektes angeboten habe, von
niemandem aufgegriffen wurde und ich sie demzufolge nicht
verloren habe. Ich habe hoch gewettet, …, dass das schief geht.
Dass niemand dagegen gehalten hat, lag nicht daran, dass man
mich für einen Außenseiter gehalten hat, sondern einfach gesagt
hat „Ja, das wird so sein“. …
Diese Idee, zu sagen, wir schalten tatsächlich ab, … das war
wirklich mutig. … Wer von uns hätte nicht darauf gewettet,
dass selbst ein einziges … Mütterchen ausgereicht hätte, dass
mindestens die Boulevardpresse drei Wochen darauf einsteigt.
Nichts ist passiert. Absolut faszinierend. …
Es war ja nicht nur Mut, es war auch wirklich harte Arbeit und
gute Planung, die überraschenderweise erfolgreich gewesen ist.“

So Prof. Axel Zerdick auf der Internationale Medienwoche 2003 in Berlin.

Wir hatten dieses Thema oft am Wickel. Aber es war wie bei jedem guten Streit, bei dem man nicht nur mit dem aufgeklappten Messer aufeinander zuzugehen scheint: Schon vor dem Ende des Tages hatten die Kontrahenten die Gabel in der jeweils anderen Hand dazugenommen - um gemeinsam zu Abend zu essen.

[1"Deutschlands digitale Dividende
Fernsehen und Internet über Rundfunkfrequenzen
Fünf Jahre nach dem ersten Analog-Digital-Umstieg"

Deutschlands digitale Dividende
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