Karstadt und die Kunst des Kaufmännischen

Eigentlich ist nach einem so schönen Titel all das Nachgesagte schon fast gleich gültig.

Wenn es da nicht den Beitrag von Moritz Döbler in der Online-Ausgabe des Tagesspiegel vom 07.06.2010 22:13 gäbe, in dem von dem neuen Karstadt-Eigentümer als einem "Investor der Herzen" die Rede wäre.

[...] Er hat die Belegschaft auf seiner Seite – das zählt. Und auch die Öffentlichkeit dürfte dem wohnsitzlosen Mäzenatensohn mit Privatflugzeug, der es aus eigener Kraft zum Milliardär gebracht hat, mehr abgewinnen können als den anonymen Geldhäusern Goldman Sachs und Triton. Auch eine Zwangsehe mit Kaufhof ist – jedenfalls vorerst – vom Tisch. Doch bevor dem künftigen Karstadt-Eigentümer alle Herzen zufliegen: Er will vor allem Geld verdienen. Zugeständnisse verlangt er heute nur von den Vermietern, aber morgen vermutlich doch noch von den Mitarbeitern. Denn die Probleme des Systems Warenhaus bestehen fort. Schmuckstücke wie das Flaggschiff KaDeWe werden immer florieren, aber Häuser in mittleren Lagen mit durchschnittlichen Angeboten müssen zwischen Billigheimern, Onlinehändlern und Einkaufszentren ihre Kunden finden. Berggruen ist kein Mann vom Fach – er macht in Immobilien und Aktien. Ihm sei trotzdem Erfolg gewünscht. Denn wenn er es nicht schafft, geht ein Stück Wirtschaftsgeschichte unter.

Auf der Karstadt.de-Presse Seite ist zu alledem (noch) nichts zu finden. Die letzte dort eingestellte "aktuelle Meldung" ist vom 17. Mai 2010.

Wir schicken daher einen Link dieses Artikels an den Sprecher des Insolvenzverwalters Dr. Klaus Hubert Görg, Herrn Thomas Schulz von der tsc.kom in Köln: Mit der Bitte um weitere Unterrichtung.