Retro-TV

Es ist absolut unüblich, etwas zu diesem Sonntag und an einem Sonntag zu schreiben. Aber da in einer der an diesem Tag verfolgten und hier nicht zitierten TV-Sendung über Charakerstärke und die Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst die Rese war, soll dieser Apell aufgegriffen und Rechenschaft über die eigene Untätigkeit abgelegt werden:

Dieser Sonntag begann zum Mittag in eigenen Büro mit einer grossen Überraschung: einmal mehr konnte ein Stück Hardware nicht auf die aktuellen Zeitläufte angepasst werden.

Während die Betriebssoftware nicht aktualisiert werden konnte, gelang es schlussendlich doch, alle neue Programm auf die Fernbedienung zu bekommen.

Und dann ging es los: mit PHOENIX und seinem Themen-Tag-Material aus Anlass der Gründung des Verfassungsschutzes: Heute vor 60 Jahren.

Besonders beeindruckend die ZDF-Dokumentation aus dem Jahr 2004 mit einem Film von Thomas Knauf über "Klaus Kuron - Spion in eigener Sache".

Passend dazu dann beim rbb eine DDR-Produktion aus dem Jahr 1956, in dem ein Königshaus schliesslich den Erfolgen eines tapferen Schneiderleins zu weichen hat.

Danach geht es retro-mässig weiter mit der Volksunterhaltug im Ersten. Und einem Film von Hans Grimm mit dem Titel "Der Schwarze Blitz aus dem Jahr 1958 mit Ski-Legende Toni Sailer sowie Dietmar Schönherr und Waltraut Haas.

Damit aber ja keiner vergisst, unter welchen Verhältnisse wir noch vor einer Generation gelebt haben, ein Blick in die TV-Archive und einem Programm aus dem Jahr 1980 mit dem Titel: Mach 2 in dem zu sehen war, die sich die Luftwaffe in Rheine Tag für Tag für den Ernstfall fit hielt.

Auf dem gleichen Kanal - PHOENIX - folgte sodann der absolute Bruch mit dieser Verangenheit: und einem Live-Bericht von der Blockade der Castor-Transporte.

Unglaublich aber wahr: so konnte der ganze Tag dem TV-Programm zum Opfer fallen. Gab es doch schliesslich auch noch das ZDF-Spitzenprogramm TERRA X über die Intelligenz der Tiere.

Und danach im ERSTEN endlich mal ein von DOKFILM produzierter Krimi, der endlich mal die Zeit des Zuschauens allemal wert gewesen war: Fremde im Spiegel.

All diese und noch vieles mehr... es gibt tatsächlich Momente, in denen die Medien den Weg in die Geschichte ver-weisen, die man selbst mit erlebt und dennoch selbst schon in die Welten jenseits des Vergessens verbannt hatte. Und so wurden aus den Programmfüllern dieses Nachmittags die Zeit-Erklärer des eigenen Lebens - im Spiegel des Bildschirms. Oder, besser gesagt: der Mattscheibe.