NAB 2011-04-13

The Beast and the Beauty.

Wie kann ein Dinosaurier überleben?

Bereits im Bericht über den ersten Eröffnungstag war davon die Rede, was für ein geschickter Schachzug es war, Persönlichkeiten in den Vordergrund auf die Bühne zu stellen - bzw. zu setzen - die eine hohe Attraktivität haben: für die "Dinos" den langjährigen NAB-Chef Fritts, für die Joungsters die Kino-Monster Cameron und Pace.

Das ist clever.

Während der Showfloor darüber munkelt, dass die eigentlich guten Themen und Skripte sich immer mehr von Hollywood zu lösen beginnen, um im Fernsehen Karriere zu machen, beziehen sich die Leute von Funk und Fernsehen auf die Karrieren der Kinoleute - und halten sich damit den Rücken frei.

Denn all die grossen Herausforderungen, die die Cinema-Industrie seit einem Jahrzehnt aktiv angepackt hat, stehen der Broadcastindustrie noch bevor. Und das Thema "3D" ist hier stellvertetend für all die weiteren Herausforderungen zu nennen, die es in den nächsten Jahren zu meistern gilt.

Deshalb ist es ein blitzgescheiter Schachzug, sich in den letzten Jahren dem Thema "Content" zugewandt zu haben. Und mit der These der Verlebendigung von Inhalten auszusagen, dass in dieser Industrie der Inhalt - wieder - zum Leben erweckt wird.

Eine Industrie, die wie das Fernsehen im nächsten Jahr in seiner klassischen Form zum "Sterben" verurteilt sein wird, die sich in der Vielfalt des Dickichts digitaler Verstrickungen noch keinen Strategie Marschroute hat zulegen können, diese Industrie muss inmitten dieser Periode der Transition darauf achten, nicht ihre traditionelle Attraktivität zu verlieren.

Mit dem Umweg über die Themen wie "3D" und "Hollywood" wird hier ein kluges Netz über die ganze Misere gespannt.

[wird fortgesetzt]