Na endlich...

Heute gehen wir zunächst einmal in die Schweiz. Und schlagen einen aktuellen Beitrag von Nick Lüthi, "Redaktor" der Medienwoche, auf. Und empfehlen seinen heute seit 9:28 Uhr online publizierten Text "Die Dinge beim richtigen Namen nennen".

Aufgefallen war dieser Beitrag zunächst nur wegen einer Parallele mit der eigenen Publikation, in der auch hin und wieder ein "Nachtrag" zum bereits fertiggestellten Text, einer online publizierten These verfasst wird.

Es geht um den Versuch grosser Verlagshäuser und Sendeanstalten, in ihren (Zeitungs-/TV-) Publikationen dem schnappschiessenden und zum Upload befähigten Augenzeugen den Status eines Reporters, hier eines "Leserreporters" zu verleihen. [1]

Dass die Süddeutsche damit jetzt Schluss machen will, findet Lüthi gut: Wenn Leser wirklich etwas zu einem veröffentlichten Artikel beizutragen hätten, dann würde dies auch als Beitrag veröffentlicht und auch so genannten werden, einen Beitrag eben.

Die sogenanten "Leserreporter" dagegen würden wieder abgeschafft und zu dem zurückbenannt, was sie seien: Augen und/oder Ohrenzeugen.

Mehr noch, so Stefan Plöchinger am 10. Oktober 2012 ab 13:06 auf Süddeutsche.de :
"Wir werden jene Beiträge von Lesern als ‹Beste Beiträge› hervorheben, die die Debatte weiterbringen, und andere zurückstellen."

Unter der Headline "Wir freuen uns auf Ihren Beitrag" spricht er von einem "rundumsanierten Dialogangebot" - und kündigt am Schluss dieses Beitrags sogar ein bequemes Kontaktformular an, das eingerichtet werden soll, um die Redaktion auf "Fehler auf unserer Seite" aufmerksam machen zu können.

Auch das gibt es hier auf "DabyDay ISSN 1860-2967" schon seit geraumer Zeit: Seit Beginn des Jahres Zweitausendvier.

Und: Es ist ein guter Moment, all jenen Leserinnen und Lesern Dank zu sagen, die davon bislang Gebrauch gemacht haben, auch wenn sie damit nicht automatisch das Recht auf Öffentlichkeit für sich in Anspruch nehmen können. [2]

[1Siehe dazu auch den Beitrag vom 9. September 2008: "All-gemeine VolksBILDung".

[2Dass auch hier die Ausnahmen die Regel mitbestimmen, zeigte zuletzt der Beitrag vom vergangenen Samstag: "BookFair: Böser, lieber Wolf."