Der Schnee...

... hat die Eigenschaft, ab einer gewissen Menge alles zu überdecken.

Es gibt fast keine Ecke in Deutschland, wo man sich in diesen Tagen nicht dieses Umstandes aus eigenem Augenschein hätte überzeugen können.

In vielen ländlichen Regionen, vor allem in den Bergen, sind die Seitenränder der Strassen mit Stangen markiert, die den Räumfahrzeugen anzeigen, wo die wieder freizulegenden Strassenzüge entlangführen.

In den Städten gibt es da weniger Probleme, sich selbst auf voll verschneiten Strassen zurechtfinden zu können.

Fussgänger haben da schon eher ihre liebe Not, ohne auszurutschen und zu stürzen voranzukommen.

Und Radfahrer?

Erstaunlich genug, solche trotz dieser so unwirtlichen Bedingungen überhaupt noch auftauchen zu sehen. Aber sie gibt es. Dennoch.

Radfahrer, die sich in diesen Zeiten auf den Weg machen, fahren allerdings zumeist nicht mehr auf den Radwegen. Selbst wenn es solche geben sollte, denn sie sind - bestenfalls nur - eingeschneit. In vielen Fällen aber bestehen sie nur noch aus vereisten Fahrspuren, die einige der ersten Unentwegten hinterlassen haben

Also bleibt nur der Ausweg, das Fahrtziel auf der Strasse zu erreichen oder auf dem Fussweg. Im einen Fall bedrängt durch die Autofahrer, die überholen wollen, ohne die Spur zu wechseln, im anderen Fall beschimpft durch Fussgänger, die sich in ihren Rechten eingeschränkt und durch die Radfahrer gefährdet sehen.

Dieser Umstand scheint auch dann zu gelten, wenn auf bestimmten Strecken Rad- und Fussweg unmittelbar nebeneinander angelegt und nur durch eine durchzogene Linie oder einen schmalen Bordstein voneinander getrennt sind.

Der Schnee verdeckt all dies. Und so gibt es Fussgänger, die diesen verschneiten Blick auf die vor ihnen liegende Strecke dazu nutzen, um den Radfahrer mit mahnender Stimme darauf aufmerksam zu machen, dass er auf seinem Territorium nichts zu suchen habe.

Oft genug sind ja die Radfahrer die Rüpel, wenn sie ohne Licht und Verstand wie die Blöden auf allen möglichen Streckenabschnitten entlangbrettern.

Aber jetzt, inmitten der Schneewehen, wäre ein Herr-und-Frau-Holle-Verhalten angemessener und würde dem Fairkehr der Betroffenen sicherlich beidseitig helfen.