CeBIT 2013 Motto: Teile - und herrsche?

Die Journalistin Vera Linß hat sich in verschiedenen Radiosendern zur Übersetzung des Buches von Jeff Jarvis - "Mehr Transparenz wagen! Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern", aus dem amerikanischen Englisch von Lutz-W. Wolff, Quadriga Köln 2012, 320 Seiten, 24,99 Euro - geäussert:

Am 6. November im Deutschlandradio Kultur, und am 22. Dezember erneut auf radio eins. [1]

Fast zum gleichen Zeitpunkt, am 7. November 2012, erscheint zu dem gleichen Buch-Thema eine Rezension von Gunnar Sohn in TheEuropean, in der er dessen Thesen auch auf die aktuellen Diskussionen und Gutachten hier in der Bundesrepublik bezieht.

Und einen Tag später findet sich im Netz ein neuer Blog-Beitrag von Heike Simmet, der sich mit dem Thema des Kundendialogs in einer Shareconomy-Gesellschaft beschäftigt.

Dieses Thema einer so genannten Shareconomy sei "derzeit DAS heiß diskutierte Thema" für Wirtschaft und Gesellschaft. "Der Trend", so Frank Pörschmann, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, sei eindeutig.

Frage: Wenn dieses Thema wirklich die Diskussion um die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft beherrscht - welche und wessen Wirtschaft und welche Gesellschaften sind damit gemeint?

Wer auch nur ein klein wenig Ahnung davon hat, was der Kampf um neue Märkte in Asien bedeutet, wird kaum nachvollziehen können, wie dieses "neue" Konzept auch im - von uns aus gesehen - "Osten" der Welt Wurzeln schlagen soll.

"Eine internationale Diskussion mit Blick auf das Nutzungsrecht ist notwendig. Bisher gibt es nur nationale Insellösungen, die eine globalisierte Wirtschaft in ihrem Wachstum bremsen" - so der Anspruch.

Die CeBIT 2013, die sich ja auch im deutschsprachigen Umfeld immer mehr der englischen "Buzzwords" bedient, wird dazu einiges leisten müssen: "Reality-check", "Proof-of-Concept", und die Aufhebung des Widerspruchs von "Convergence Strategies" (zum Beispiel zwischen IT und Software) und zunehmend individualisierten Diensten und Service-Angeboten (Saas, PaaS, IaaS).

Und zwar nicht nur mit den bundesdeutschen Beiräten - auch wenn diese immer mehr international zu denken und zu handeln gelernt haben, sondern auch mit all jenen, mit denen über Jahre eigene Bezüge und Strukturen aufgebaut worden sind: von Australien (CeBIT Australia) bis Taiwan (COMPUTEX).

Sollte es gelingen, diese Herausforderungen und Widersprüche aufzugreifen und selbst-kritisch im Rahmen einer internationalen Diskussion auszuleuchten, würde diese Messe wieder zu dem werden können, was sie einst zu den alten Zeiten der Dominanz der Computerbauer war: eine Leitmesse.

Und das in einem neuen Sinn: Mehrwert-Bildung durch Sinn-Stiftung.

[1Zuvor hatte schon Markus Reiter am 9. September 2012 auf dem gleichen Sender auf dieses Buch aufmerksam gemacht.