Die Entlarvung der "Zugmieze"...

... bedeutete, heute vor 20 Jahren, die Entfaltung eines neuen Schmetterlings am Verlegerhimmel.

Sein Name: FOCUS.

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Am 18. Januar 1993 startete die erste Ausgabe des neuen FOCUS-Magazins, das sich - zum wievielten Male nach einer Reihe von gescheiterten Versuchen? - zum Ziel gesetzt hatte, dem SPIEGEL die Stirn zu bieten.

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Und damit auch noch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Beide Ziele wurden Realität. Und dieser Erfolg muss jeden Tag und jede Woche erneut unter Beweis gestellt werden.

Ein wichtiger Bestandteil dieses neuen Konzeptes war die Erweiterung der Informationsdichte durch Grafiken und Farbfotos.

Diese aber waren zumeist nicht vor Ort zu haben und standen oftmals auch noch nicht in einem digitalen Format zur Verfügung.

Die Herausforderungen dieser Geburtsstunde, -tage und -wochen waren vielfacher Natur, inhaltlicher wie - sagen wir mal "dramaturgischer" - als auch technischer Natur: Digitalisierung und Vernetzung waren die Stichworte.

Was heute selbstverständlich und aus keiner Redaktion mehr wegzudenken ist, war damals noch ein absolutes Novum - teils sogar Abenteuer: der Abruf von digital gemasterten Fotografien über ein digitalisiertes Netzwerk.

Die wichtigsten Partner, die Bildagenturen, waren zumeist in Paris ansässig.

Dort liefen bereits eine Reihe von Versuchen, Bilder auf Bestellung - und dann auch massenweise für das Archiv - zu digitalisieren. Und das bei einer Reihe von Agenturen, die heute dem Wettbewerb zum Opfer gefallen sind, wie zum Beispiel GAMMA, oder KIPA, oder Explorer. [1]

Als damals in und aus Paris agierender Partner war die Firma IMAGE DIRECTE engagiert worden, als Vermittler und "Enabler" der Autor. [2]

Von daher ist dieser Geburtstag auch ein guter Moment, sich des eigenen Mitwirkens im Verlauf des erfolgreichen Starts dieses Projektes erinnern zu dürfen.

WS.


In der Ausgabe 3 des Jahres 2003 schreibt zum zehnjährigen Jubiläum Markus Krischer, stellvertretender Chefredakteur (und von Anfang an mit dabei) unter der Überschrift
10 Jahre Focus-Presse
Aktion "Zugmieze"
:

Farbig, informativ, innovativ: Ein neues Magazin überrascht die Branche und erobert den Markt

Die Geschichte von FOCUS beginnt mit einem langen Sommerspaziergang. Verleger Hubert Burda und der Journalist Helmut Markwort philosophieren 1989 am Tegernsee über die veränderte Medienlandschaft, über Themen und Erzählformen der Zukunft.

Die Idee zu einem außergewöhnlichen Projekt wird konkret: ein wöchentliches Nachrichtenmagazin mit einem breiten Themenspektrum, in Farbe und ohne „vorgefertigte Meinungen“, so Verleger Burda. Unter dem rätselhaften Codewort „Zugmieze“ beginnen die Vorbereitungen. Chefredakteur Markwort und sein Stellvertreter Uli Baur engagieren ab April 1992 peu á peu ein kleines Team in die Münchner Arabellastraße 21. Konkurrenzverlage wundern sich über den x-ten Versuch, das Monopol des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zu brechen. In den USA, Frankreich oder Italien gibt es deren drei – in Deutschland nur Rudolf Augsteins Blatt.

Am Samstag, den 12. Januar 2013, ist er im Medienmagazin auf radioeins zu hören:

HIER der Link auf die gesamte Sendung, die nach der Intro-Mod mit dem Interview beginnt.


Aus Anlass des Geburtstages stehen die folgenden Links zur Einsicht zur Verfügung:

— 20 ENTSCHEIDENDE JAHRE. FOCUS. Die Chronik einer Medieninnovation.

— 20 JAHRE FOCUS. 1042-mal FOCUS und wir haben noch so viel zu erzählen...


Der oben abgebildete Jubiläums-Titel "Wir wollen keine Frauen-Quote" wurde in der nachfolgenden Woche in "Neues aus der Anstalt" in den ARRI-Studios in München am 22. Januar 2013 von Max Uthoff u.a. wie folgt kommentiert:

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"Was der FOCUS uns da weismachen will, ist, dass, wenn diese Frauen es gegen die männliche Konkurrenz geschafft haben, ja, dann brauchen wir ja gar keine Frauenquote." [...]
"Fünf Rebellinnen arbeiten erfolgreich in Unternehmen. Aber alle fünf sind da, wo sie jetzt sind, weil sie die Tochter oder die Enkelin des Firmengründers sind. Nun ist Erbfolge ja eine hübsche Sache, aber sie als Argument gegen die Frauenquote einzusetzen, das ist eine besonders hinterlistige Art, Geschlechtsgenossinnen von den Futtertrögen fernzuhalten, aus denen man seit der Geburt nascht." [Applaus im Publikum.]

[1Eine der wenigen, die diesen Wettkampf nicht nur überlebt, sondern sich bis heute darin international mit ihren Büros in Paris, London und Paris weiter qualifiziert hat, ist akg-images, deren Bilder wir die Ehre und Freude haben, alsbald auch in diesem Jahr am Sonntag einer jeden Woche auf unseren Seite zu präsentieren - seit 2004. WS.

[2Die diesem Projekt vorangegangene Zusammenarbeit mit der DEUTSCHEN BUNDESPOST TELEKOM, mit FRANCE TELEKOM und mit IMAGE DIRECTE ist HIER dokumentiert, und HIER die Implementierung dieser neuen digitalen Technologien im Hause BURDA.