Vom Saulus zum Paulus?

BS.: "Herr Schneider. Sie beobachten die Szene seit 20 Jahren, im Grunde so lange wie es den Privatfunk in Deutschland gibt. Hätten Sie vor 20 Jahren, also 1984 gedacht, dass wir heute so weit sein würden wie wir sind?"

NS.: "Ich war sehr skeptisch. Ich war eigentlich auch ein Gegner der Einführung des privaten Fernsehens. Und ich habe mich in den ersten Jahren auch sehr bestätigt gefühlt, da das wirklich keine Ruhmesstrecke war. Inzwischen muss ich aber einräumen, dass es durch diese Einführung eines neuen Systems für das gesamte Duale System eben doch Momente der Vitalisierung und der Auffrischung ergeben haben, die wir sonst wahrscheinlich nicht bekommen hätten. Wenn Sie die Programme vergleichen: auf weiten Feldern einen echten Wettbewerb um die besseren Sachen, denken wir an die Serien, die Comedies [...]
Ich hatte die Befürchtung, dass eben das Programm hinter dem Geld hergemacht wird. Das ist zwar nach wie vor immer noch so, aber es hat noch eine Entwicklung genommen, die ich jedenfalls bisher noch für sehr akzeptabel halten möchte: [ich] befürchte das jetzt das Rechnen noch spitzer werden muss und dass dabei Manches, was gewissermassen Öffentlich-Rechtlich im Privaten stattgefunden hat, vollends ausgebügelt wird."

Bettina Schmieding befragte Norbert Schneider, Direktor der Landesmedienanstalt in NRW für "Markt und Medien" im Deutschlandfunk (immer Samstags ab 17:05 Uhr).