NAB (Saturday)

Im Fokus dieses ersten Tages stand seit Beginn des Jahres die Frage nach einem eigenen Beitrag für den Technology Summit on Cinema.

Letztendlich fiel die Entscheidung dagegen aus: denn was sollte nach der auf grosse Strecken gelungenen Einführung des digitalen Kinos noch kommen?

Der Verlauf des heutigen Tages machte deutlich, dass es nach wie vor viele Themen geben würde, derentwegen sich eine solche Zusammenkunft lohnen würde. Das Programm mit den hocharätigen Sprechern liess daran keinen Zweifel aufkommen [1]

8:45 am - 9:15 am

When We’re Ready: A History of Cinema Technology

9:15 am - 10:15 am

Advancing Cameras for Cinema

10:45 am - 11:15 am

Update on the Digital Cinema Worldwide Rollout

11:15 am - 11:45 am

New and Emerging Standards in Digital Cinema

1:15 pm - 2:15 pm

Distributed Post Production for Cinema: Technologies, Issues and Business Opportunities

2:15 pm - 3:15 pm

The Good, the Bad, and the Ugly of 3D Films: An Essential Guide to the Advantages and Pitfalls of Conversion

3:45 pm - 5:00 pm

Sound Advice: Let’s Get Immersed

5:00 pm - 6:00 pm

Improving Workflow for Digital Cinema Distribution

6:00 pm - 6:10 pm

Conference Wrap-Up Day 1

Und es gab eine Reihe von echten Höhepunkten im Verlauf dieses Tages zu verzeichnen. Zumal da jetzt endlich viele der bislang vernachlässigten Themen, von higher framerates über 14 fL laser projection bis hin zu immersive sound-systems
endlich auf die Tagesordnung kamen - von den weiterhin verbesserten Auflösungen soll hier gar nicht erst geredet werden, nachdem an diesem Tage von Seiten NHK’s die Einführung von 8K-Programmformaten im japanischen Fernsehen noch vor Ende dieses Jahrzehnts angekündigt wurde...

... zu reden ist vielmehr von jenen Themen, die auch in dem eigenen Beitrag angesprochen worden wären, und die an diesem Tag von hochqualifizierten Leuten vorgetragen wurden:

Mark Schubin, Engineer. SchubinCafe.com [2] mit seinem Beitrag:
"When We’re Ready: A History of Cinema Technology"

Ihm gelang es wie keinem Anderen zu zeigen, was wir längst aus der Geschichte des Kinos hätten lernen können, wenn wir sie kennen würden.

Und er zeigt damit zugleich, wie viel jetzt noch möglich sein könnte, wo die technischen Bedingungen erlauben, die einst extravaganten Projekte der Veranstalter auch kommerziell zu neuem Leben zu erwecken.

In dem sich daran anschliessenden Panel:

"Advancing Cameras for Cinema"

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mit Takayuki Yamashita , Peter Centen , Siegfried Foessel und Eric Fossum wird klar, in welche Richtung diese Entwicklungen laufen werden. [3]

Auf den Beitrag von Takayuki Yamashita, Sr. Research Engineer
NHK STRL, ist oben bereits kurz verwiesen worden.

Und es wäre eigentlich dringend notwendig, noch im Detail auf den Beitrag von Eric Fossum, Profesor of Engineering
Thayer School of Engineering at Dartmouth einzugehen.

Denn - auch wenn hier ein sehr komplexer technischer Sachverhalt in unangemessener Weise verkürzt dargestellt wird - arbeiten Leute wie er daran, diejenigen Qualitäten des Kinos in den digitalen Zeiten wieder aufleben zu lassen, die durch die Digitalisierung verloren gegangen sind: Die Wiederentdeckung von grain in der Welt der pixels zum Beispiel. Und die Wiederentdeckung der Tiefenschärfe in einem digital auf jeder Ebene gleichscharfen Bildraum.

Dieses im Zusammenhang gestellt mit Schubins Vortrag wird klar, dass die Fragen auch nach den technischen Fortschritten im Kino nicht unabhängig von den zu vermittelnden Inhalten und Themen gesehen werden kann.

Und genau das kam nicht heraus.

In keinem Moment,
— dass einer der Beteiligten einmal zurückgeblickt hätte auf das, was in den Jahren bis zur Digitalisierung der Kinos erreicht worden wäre,
— dass klar geworden wäre, welche Rolle welche hervorragenden Persönlichkeiten in diesem Prozess gespielt haben
— dass darauf verwiesen worden wäre, welche Rolle wie dieser Standardisierungsverbund immer noch zu spielen hat, um die aktuellen sogenannten INTEROP-Formate auf eine auch für die Zukunft gültige Basis zu stellen
— dass man die Ergebnisse der Zukunftskonferenz von Genf aus dem Jahr 2012 für die Gestaltung dieser zwei Tage genutzt hätte
— dass man sich mal einen Moment gemeinsam erfreut hätte an dem in den letzten Jahren Erreichten.

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Der Beitrag:
"Update on the Digital Cinema Worldwide Rollout"
von Michael Karagosian, [4], President MKPE Consulting LLC [5] bringt es auf den Punkt:

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Die goldenen Tage der Kinowirtschaft sind vorbei: mit Three D und Virtual Print Fees war bisher noch gutes Geld zu verdienen und zugleich möglich, eine ganze Industrie vom Kopf auf neue Füsse zu stellen.

Die letzten in der analogen Welt verhafteten Ausspielorte werden vielleicht eine ganz eigene Zukunft haben, so wie die Vinylplatten in den Lounges der Joungsters [6]

In Zukunft wird die Frage der Bestuhlung der Kinos und des Am-Platz-Services von grösserer Bedeutung sein als die Fragen nach der Auflösung des Filmbildes.

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Ja, die Zukunft des Kinos an die 4-K-Technologie zu binden sei eh’ ein eher kritisches Unterfangen, da der sogenannte sweet-spot, der Punkt, an dem diese Bilder besonders gut wahrgenommen werden können, nur in den vorderen Reihen positiv wahrgenommen werden könne - dort also, wo sich bislang immer die "billigen Plätze" befunden hatten.

Vieles von dem, was also auch das eigene Anliegen gewesen wäre, ist von Anderen - wenn vielleicht auch anders - gesagt worden. Und das war gut so.

Ob aber diese Nachrichten wirklich verstanden worden sind, bleibt mehr als fraglich.

Und doch wurde in Umrissen deutlich, was vielleicht erst die unmittelbare Zukunft noch an Überraschungen bereithalten wird:
Mit dem bislang so gut eingespielten same prodedure as last year wird es alsbald vorbei sein, jedenfalls auf so einem Forum wie der NAB in Las Vegas.

[1Wenngleich auch - einmal mehr- die fast vollständige Abwesenheit von Frauen auf dem Podium zeigt, wie weit auch hier noch Nachholbedarf zu verzeichnen ist.

[2Are magnetic-levitation seats with tactile and olfactory feedback the future of cinema? Many of today’s common technologies-sound, widescreen, giant screen, high-speed, electronic content delivery, stereoscopic 3D, etc.-were developed long ago but didn’t "take" until the time was right. Technology historian and practicing engineer Mark Schubin provides an illustrated trip back in time to when old technologies were new and no one was sure they’d be successful.

[3Moves from film to electronic acquisition, from small-format to larger-format images sensors, and from slow to high frame rates have already been accomplished in commercially available cameras. What’s next? Higher resolution, greater sensitivity, more dynamic range, greater color gamut, even higher frame rates? How about correction of more lens aberrations, the ability to change focus after capture, and single-lens depth capture? What might we see in the next five years?

[4Das hier nochfolgend eingestellt Portrait wurde vom hier Portraitierten autorisiert:

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[5At the end of 2012, 70% of the world’s cinema screens were converted to digital projection. This session will review on a region-by-region basis the progress made in the digital cinema rollout. Special attention will be given to the enabling factors for the rollout in Latin America, where the highest percentage growth of digital screens is currently taking place.

[6Was MK so nicht gesagt hat.