Thesen, Trends, Temperamente

Sehr geehrter Herr Dr. Siegert,

wir laden Sie herzlich ein, am zweiten BITKOM Trendkongress am 13. November 2013 in Berlin teilzunehmen. Der Trendkongress schlägt eine Brücke zwischen Global Playern und Start-ups, zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir über die digitalen Trends von übermorgen reden. In Keynote-Sessions und interaktiven Workshops werfen hochkarätige Redner und Experten aus Forschung und Praxis einen Blick in die Zukunft der digitalen Wirtschaft. Auf der BITKOM Clubnacht im Anschluss an den Trendkongress haben Sie die Möglichkeit, sich weiter auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie auf dem BITKOM Trendkongress begrüßen zu dürfen. Im Anhang finden Sie unser Programm. Unser Motto ist: create – innovate – grow. Seien Sie dabei!

Mit besten Grüßen
Bernhard Rohleder


So weit, so gut.

In der Folge gab es eine eher einseitig geführte und alles andere als zufriedenstellende Korrespondenz mit der Geschäftsführung des Hauses, deren letztendliches Ergebnis noch nicht abzusehen ist.

Fakt ist, dass eine Teilnahme als Journalist verweigert wurde. Es gab nicht einmal einen Hinweis auf die Möglichkeit, den Verlauf des Geschehens auf der Hauptbühne per Videostreaming mit verfolgen zu können.

Nachdem dieses anderweitig in Erfahrung gebracht wurde und die Voraussetzungen geschaffen worden waren, dieses Angebot auch nutzen zu können, war der erste Vortrag schon vorbei [1].

Und so klinken wir uns erst im Verlauf der zweiten Keynote in das fortlaufende Geschehen ein. [2]

Neben der Lektüre dieser Aufzeichnungen lohnt sich auch ein Blick auf
Twitter und auf Flickr. [3]


Keynote: ITK-Branche 2030

Strategien, Märkte, Geschäftsmodelle
- Timotheus Höttges, Deutsche Telekom AG
Keynote: Nächste Woche gibt es keine Krise.



Über Frohmut im Fortschritt und die Zukunft der Medien im digitalen Zeitalter
- Dr. Stefan von Holtzbrinck, Holtzbrinck Publishing Group
 [4]

Buchverlage dürfen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.
Bisher war die Aufgabe des Verlegers das Entdecken und das Veröffentlichen. Heute gibt es für diesen Beruf ein neues Profil. Und dazu gehören auch das Planen und das (Mit-)Teilen.

"Wir haben eine Herkunft: die Inhalte, und eine Zukunft: die Inhalte gepaart mit Technologie."

Geblieben sei aber ("leider") immer noch die Vorgabe von "publish or parrish".

Mit Skoobe habe man das "Spotify des Buchhandels" gegründet. [5]

"Don’t stop dreaming"


Time to talk: Was können traditionelle Unternehmen von Start-ups lernen - und umgekehrt? [6] [7]
- Philipp Benkler, Testbirds GmbH, Gründer und Geschäftsführer
Auch wir Start-ups mit unserer Schnelligkeit müssen heute bei mehr als 30 Leuten das Thema der Verantwortung neu sehen. Und dabei kann man auch von grossen Unternehmen lernen.
Zu Anfang ist/war es schwierig, den "door-opener" zu bekommen. Aber, ganz ehrlich, wir konnten auch etwas verkaufen, was wir noch gar nicht hatten. [8]
Der Exit ist für uns überhaupt keine Option. Dafür macht das zur Zeit viel zu viel Spass. Und wenn doch, dann müssen wir wirklich als Schnellboot weiter agieren können.
Unternehmen, die aus der Tradition kommen, sind nicht DIE Referenz für Start-ups, auch nicht für die, die gewachsen sein werden. Man muss nicht so werden wie die "Alten".
Die Empfehlungen: Leadership ist wichtig. Und: Einfach mal machen lassen.
Operative Entscheidungen müssen wir alleine fällen können. Der Grund ist hier die Family Investition, die uns mehr Freiheit gibt und keine Exit-Strategie verfolgt.

- Winfried Holz, Atos Deutschland
Kreativität, Schnelligkeit, Unternehmertum, davon können wir lernen.
Was wir haben, das ist Erfahrung, Strukturen, die funktionieren, und Nachhaltigkeit
Und das gilt es zusammenzubringen.
Wie kann man die Mitarbeiter von "lookeve" - einem Enterprise social network - mit 30 Leuten kaufen und integrieren und ihnen die volle Freiheit lassen, sich in der Zusammenarbeit mit uns weiter zu qualifizieren. [9]
Erfolgreiche Unternehmen brauchen eine Leadership, die immer wieder Unruhe in das Haus bringt. Das ist und bleibt eine riesige Herausforderung. Und die muss man auch in der persönlichen Umgebung für sich selber realisieren. Auch wenn man damit nicht selbst wieder zu einem Start-up wird.
Die grösste Angst ist, in und mit seinem Unternehmen als "Apparatschik" zu gelten.
Ja, es gibt einen nicht überbrückbaren Unterschied zwischen dem Unternehmer und dem (angestellten) Manager. [10]

- Ulrich Dietz, GFT Technologies AG, Vorsitzender des Vorstandes
Konzerne kaufen lieber eine Firma, als dass sie selber diese Innovation leben.
Erst mal sind das Investments, aber es bleibt unterm Strich die Erfahrung von vielen neuen Technologien. Allein aus Israel im Kontakt mit 30 Unternehmen nur zum Thema "Big Data". Code-n: Man muss bei solchen Initiativen offen sein und was Neues ausprobieren. Nur durch das Neue macht man neue Geschäfte.
Und wie kommt man dazu, das auch in grösseren Unternehmen zu leben?
Auch die Grossen müssen mit neuen Produkten in kurzer Zeit auf den Markt kommen. Ja, man kann von draussen einkaufen, aber man muss auch im Unternehmen eine eigene Start-up-Kultur schaffen.
Ein Beispiel dafür ist die Firma Bosch. Und die Idee von einem Elektro-Antrieb ist in Reutlingen neu etabliert worden. Und nach wenigen Jahren mehrere einhundert Millionen Umsatz gemacht.
Und auf der CeBIT gibt es eine Halle mit 4000qm, in der eine solche Kultur gelebt werden kann. Aber das ist ein langer Weg und man muss dicke Bretter bohren.
Man muss weitermachen, auch wenn die erste "tolle" Idee nichts wird. Der Radarschirm der Controller signaliert dann zu früh das Ende, bevor man von der zweiten oder erst dritten Ableitung hätte profitieren können.
Wir müssen / dürfen nicht alles immer nur auf Deutschland beziehen. Man kann eine Firma heute auch als Deutscher "auf der ganzen Welt gründen" [11] [12]
Das "New New" der Zukunft? "Only the Paranoid survive", wie es Andy von intel gesagt hat. Und diese Haltung unterscheidet den Unternehmer vom Manager.
Grossunternehmen neigen dazu, das "Schwein" aufzukaufen, um es sodann zu schlachten. Stattdessen muss man die Rahmenbedingungen in Deutschland weiterhin verbessern. Auch mit den entsprechenden Exit-Strategien.


Inmitten des Dialoges bricht die Streaming-Verbindung ab. Und das gerade zu dem Zeitpunkt, als die Frage aufkam, ob und wie es gelingen kann, die eMail durch ein enterprise social network vollständig zu ersetzen.

Nachdem es schon Dr. Stefan von Holtzbrinck während seines Vortrags nicht gelungen war, seine Zuhörer in einem multiple-choice Frage-Antwort-Dialog mit einzubinden, die zweite Panne.

Positiv: all diese Pannen lassen sich reparieren. Das alles findet vor einer fest installierten Kamera statt. Auch wenn kein Einblick in die Präsentationsfolien gegeben wird, ist das ein gültiges Modell.
Und es gelingt sogar, dass die Stimmen aus dem Publikum per Mikro übertragen wurden. Danke. WS.


Keynote: A new digital landscape
How the technology revolution and grass-roots innovation is changing our world
- Peter Rampling, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
 [13]

Er erinnert sich noch an den ersten Anruf von einem Mobiltelefon. Heute ist das Thema bei Apple und Samsung gesetzt. Auch die Moden haben sich verändert. Und die Technologie. Und die Gewohnheiten. 3 1/2 Stunden pro Tag im Netz... aber ohne zu sprechen. Was bedeuten diese Veränderungen?

2011 wurde ein eigenes Digital-Team gegründet. "Now we are getting serious". "How do we grow this business?" Es gibt M2M, Financial Services, Video, Health Care. Mobile Shopping, Fleet Management. Smart Meters.

In 2020 wird es 50 Billionen connected devices and activities geben. Und damit grosse und nachhaltige Veränderungen.

Sparkasse-Direkt und Telefónica haben in dieser Woche ein gemeinsames Versicherungsangebot gestartet, bei dem das Verhalten des Fahrers erfasst und elektronisch ausgewertet wird. Die besten Fahrer von den ersten 1000 Kunden bekommen eine Reduktion in Höhe von 3 Monaten. Mit Generali wurde bereits ein vergleichbares Projekt in Spanien gestartet. Und dort haben sowohl gerade die jugendlichen Fahrer profitiert (40% Reduktion), als auch der Versicherer (20% less claims). Diese Angebote sind zusätzliche Angebote. Der Nutzer muss sich nicht dafür entscheiden, er kann. Und er kann von den Daten über sein Fahrverhalten lernen, ein besserer Fahrer zu werden. Und das vor allem zu seinem eigenen Vorteil.

"Germany: Best in Class how to manage data"

M-Pass - Systems werden in Zukunft die Geldbörse abgelöst haben.

SMS-Services with relevant offers as an opt-in-solution

Weitere neue Anwendungsfelder: Digital Signage, Musikindustrie, Video- & TV-Technology.

"You either embrace disruptive thinking ... or you are dead."

Networks? Natürlich geht es um dieses Thema. Und die damit verbundenen Investments.

Cross-Selling? Nein, das geht nicht, da wir keinen Zugriff auf die Daten haben.

Tarife? Die neuen Datentarife fragen nicht mehr nach dem Content, sondern nach dem Volumen, das genutzt wird.



Keynote: The future of privacy and security in corporate environments
- Natalya Kaspersky, InfoWatch Group of Companies

Sie spricht heute von ihrem Spin-Off: InfoWatch.

Es geht um die aktuellen Bedrohungen und wie diese von mehr als 200 CEO’s gewertet werden. Die Schwerpunkte waren 2011: Hacking und 2012: Social and physical intrusions.

Angriff von aussen und von innen hängen oft miteinander zusammen: Es gibt viele Troyaner, die von Insidern implementiert werden.

Das Thema der Datenverluste wird - auch in Deutschland - immer dramatischer. Und das nicht nur durch mobile Endgeräte, eMail, etc., sondern nach wie vor durch die Angriff von pysikalischer Seite: auf Papiere und die Festplatten in den Rechnern.

Dabei beziehen sie sich in ihren Analysen ausschliesslich auf die veröffentlichten Fälle. Und die machen vielleicht 1% der gesamten aufgetretenen Fälle aus.

Was also tun? Die Aufgaben und Arbeitsfelder sind vielfältig: Organisatorisches und Models of the Threats, aber auch technische Lösungen in den Bereichen der Infrastruktur (Firewalls, Antispy), Content Analysis und Encryption.

Und: Wenn man die Lösungen von nur einem Verkäufer einsetzt, dann kann dieser Schutz auch leichter umgangen werden.

Das wichtigste Problem aber bleiben... die Menschen: “Humans are creating viruses & trojans [...] humans are in the center of all the threats”

Und: Die Lösungen werden für bestimmte Bedrohungen angeboten, die sehr spezifisch definiert werden.

Es gibt also keine Garantie für den Erfolg der Schutzmassnahmen. Zumal sich auch die bad guys immer weiter verbessern.

Risikoanalysen sind zwar möglich, aber was sind die Folgen für die Praxis?
Der Mitarbeiter muss zustimmen, dass seine Dokumente hausintern analysiert werden können. Und es muss dafür eine Liste von Verfahrensregeln geben.

Am Schluss gibt es nochmal einen kurzen recall auf die Firma: 75% Zuwachs habe sie im letzten Jahr verzeichnet, für diese Jahr werden ca. 60% Zuwachs angenommen.
Ja. Das sei auch ein "Snowden-Thema", aber beileibe nicht nur.


Keynote: 3D immersive technology
at the service of research, education, culture and artistic creation
- Mehdi Tayoubi, Dassault Systèmes s.a.
 [14]

Seit 1981 in der 3D-Welt engagiert, um "Kopien von der wirklichen Welt" herzustellen.
Seltsam, all unsere Angebote im Marketing sind immer die gleichen. Frage: können wir das nicht in Zukunft ändern?
Das Ergebnis: ein Reverse-Engineering-Projekt, in dem versucht wird nachzuvollziehen, wie einst die Pyramiden gebaut wurden.
Passion for Innovation will ein Geschichte erzählen und dabei neue Probleme als Aufgabe stellen.
In der virtuellen Welt ist es möglich, auch die noch so verrückten Ideen zu realisieren und damit zu verifizieren.
Es folgt eine Präsentation des GIZA3D-Projektes, das 2008 gestartet wurde und von dem heute 6 neue Objekte vorgestellt werden.
_Präsentiert wird ein Projekt mit Unterwassererkundung in Tiefseeräumen in 3D.
Präsentiert wird die Geschichte der Stadt Paris. Und heute erstmals auch der Bau von Notre Dame de Paris. Und der Rue Neue, die es heute nicht mehr gibt. Bis hin zur Weltausstellung aus dem Jahr 1889 auf dem Camp de Mars. Erstmals auch in Farbe.

Es wird Zeit, Marketing neu zu erfinden. Red Bull hat es vorgemacht. Und hier gab es neue Möglichkeiten und Modelle zu sehen.


Time to talk: Quo vadis IT Standort Deutschland
- Joel Kaczmarek, Gründerszene, Moderation [15]

- Arndt Kwiatkowski, bettermarks GmbH [16]
Hat einen Online-Mathe-Trainer auf den Markt gebracht. Und war zuvor bei Scout 24, ist da aber seit 2008 raus. Kurz danach ist auch Siemens-Nixdorf von der Bildfläche verschwunden. "Wir können nicht die Schlachten von gestern zurückholen."
Auch die "Old Industries" brauchen IT, aber damit werden sie keine Weltmarktführer mehr. SAP war der letzte, der on-the-global-scale noch erfolgreich war.
Es bedarf der Bereitschaft, dass sich eine alternde Bevölkerung auf neue Ideen und Veränderungen einlässt.
Die Inkrementalisierung von Gründung ist das Problem. In den USA sollen nicht kleine Unternehmen erfolgreich gemacht, sondern die Welt neu erobert werden.
Bei der Scout-Gründung wollte auch eine Bank in München mitmachen. Das Thema "hip" in Form eines Tischkickers ist nicht das Kriterium.
— ich kann was ausprobieren
— ich kann von allen was abgucken
— ich tue etwas, das sinnvoll ist.
Die Kriterien für eine Vision sind mehr als eine. Es geht nicht um "hip", sondern auch um das Thema "SINN"
Es werden viel mehr ausgebildete Lehrer weniger als Kinder weniger werden.
Was ist in 10 Jahren? Der Verbrennungsmotor ist nicht mehr der globale Kompetenzcluster, auf dem wir uns noch in Zukunft werden ausruhen können. Aber wir haben Basistechnologieforschung. Aber daraus müssen Produkte werden. Und daraus Weltmarktführer.

- Oliver Tuszik, Cisco Deutschland
Die Zukunft der Wirtschaft in Deutschland liegt in der Querschnittsfunktion von IT.
Wir tun uns schwer in Deutschland, dass hier keine PC’s mehr gebaut werden. Aber darüber sollten wir nicht traurig sein. Dafür haben wir Internet 4.0, das Internet der Dinge - aber keine "M5-Schrauben" mehr.
Heute sind Gründer keine Helden, auch wenn Berlin "brummt und boomt".
Wir kommen nicht aus der Ecke raus, wenn wir nicht extremer werden.
Wir rangieren immer noch nach den Politikern und Lehrern in der öffentlichen Anerkennung.
Ja, auch Cisco wächst durch Zukäufe. Und hat Julex in Deutschland gekauft, was kaum jemand mitbekommen hat. [17]
Aber das Geschäft in Deutschland kommt aus dem Mittelstand. Und diese Leute müssen mit dem neuen Know-how zusammengebracht werden.
Es gibt nicht nur GROSS und START-UP; die Mittelständler als Innovatoren mit IT-Kenntnis, das hat sich noch nicht wirklich rumgesprochen.
Die gesamte Branche ist, was den weiblichen Anteil betrifft, "unterbelichtet". Es studieren mehr Frauen als Männer, aber nicht in den MINT-Berufen.
Wir haben uns immer nur um die Jungen geschlagen, aber wir müssen uns auch mehr um die Fortbildung derjenigen kümmern, die schon dabei sind.
In Europa zu expandieren ist viel schwieriger als in den USA. Wir müssen endlich auch hier lernen, viel grösser zu denken.
IT alleine ist nichts. Aber diese Kenntnisse, die daraus resultieren, geschickt einzubringen, dass ist ein echtes asset.
Wir haben so viele Möglichkeiten in Deutschland. Und wir müssen bei uns selber anfangen.

- Florian Meissner, EyeEm
Wir sind ein essentieller Teil der Branche. Aber am Anfang ist man sehr auf sich selber konzentriert. Ein Dialog mit anderen kommt erst später.
"Meine Mom weiss immer noch nicht so genau, was ich mache und womit ich mein Geld verdiene".
Die Risikoaffinität war sehr gering. In Deutschland hat damals keiner an den Fotomarkt geglaubt. Wir mussten dazu über den Teich gehen.
Das Problem ist nicht mehr der Start, das Problem ist die Phase danach [18] Uns fehlen Exits. Was ist die crunch-time?
Wir sind 25 Leute und von denen kommen 15 nicht aus Deutschland. Und es gibt - dennoch - eine viel grössere Loyalität zum Unternehmen.
Unter den Zielländern ist Deutschland gerade mal auf Platz 10.
Der Staat sollte zumindest mal Visa bereitstellen für die Leute, die man engagieren will.
Evaluation? Gibt es kaum. Die Angst der Verwaltung vor möglichen Fehlern ist viel zu gross.
Heute ist meine Konkurrenz weltweit. Was ist wirklich noch deutsch?

Wünsche?
— eine ganzheitliche Vorgehensweise, um in Bildung neu zu investieren. Wir müssen wieder über Jahrzehnte nachdenken.
— Wir haben hier starke Universitäten. Und dennoch haben wir noch viel zu tun.
— Wir verschenken Chancen. In unserer reifen Gesellschaft geht es um Verbraucherschutz und Verteilung. Aber wir sind damit schon bald nicht mehr wettbewerbsfähig. Vielleicht brauchen wir hier wieder neue Vorbilder. Wie kann man wieder Neugier stimulieren? Risikokapital muss zugelassen werden.
Das Potenzial der Jungen ausschöpfen.


Keynote: Innovationsintelligenz
Smart Living-Lösungen am Puls der Märkte
- Dr. Karsten Ottenberg, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte

Nach dieser sowohl gut geführten als auch inhaltlich guten Runde ... ist der Ton ausgefallen. Der JWPlayer läuft, der Mann im Bild auch. Aber hier in der Redaktion läuft nichts mehr. Also schalten wir notgedrungen um auf die BITKOM-Tweets, die da lauten:

Karsten Ottenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung BSH: Smart Living war immer ein Thema, viele Produkte wurden nicht angenommen #BTK2013

Deutschland ist noch Entwicklungsland, was SmartHome - vernetztes Zuhause - angeht. Eingangsstatement bei Workshop auf dem #btk2013

Karsten Ottenberg, BSH: Apps bestimmen unser Leben - aber Mehrheit möchte Hausgeräte derzeit gar nicht von unterwegs steuern #BTK2013

Karsten Ottenberg, BSH: Smart Living - Kühlschrank macht Foto vom Inhalt, App erkennt Zutaten, bietet Rezept und Online-Einkauf #BTK2013

Individuelle Algorithmen&vernetzte Heizungsanlagen helfen beim Senken der Stromkosten. WS mit @digitalSTROM #BTK2013 pic.twitter.com/NFggqTKXGJ


Keynote: Das Mensch-Maschine Interface in der Bewegungsrehabilitation
- Dr. Hans Dietl, Otto Bock HealthCare GmbH

Da weiterhin kein Tonsignal aufliegt, hier weitere BITKOM-Tweets:

IT meets Health: Der Tricorder in der Medizin ist nur noch eine Frage der Zeit. #btk2013 #ehealth #startrek http://ow.ly/i/3Iefv

Hans Dietl, CTO @ottobockde: Mensch-Maschine-Interface - Prothesen werden mit Hightech gesteuert #BTK2013

Hans Dietl, CTO @ottobockde: Mensch-Maschine-Interface - Prothesen werden mit Hightech gesteuert #BTK2013

Und zwei Kommentare als pars pro toto:

Johannes Loxen @jloxen: Prothesen von @ottobock.de bestimmen über kurz oder lang die Diskussion um das Körpertuning #btk2013

Mike Zieseler @whesleyxvi: Beeindruckender Vortrag @BITKOM: Hans Dietl, CTO @ottobockde: Mensch-Maschine-Interface - Prothesen werden mit Hightech gesteuert #BTK2013

Kurz vor Ende des Vortrags ist der Ton wieder da: Ja, es geht um die Vernetzung von Mensch und Maschine. Im ganz praktischen Sinne mit einem sehr konkreten Fortschrittsbericht. Und wir sehen und lernen: Die Vernetzung zwischen den biologischen Strukturen und der elektronischen Technologie ist schon heute weit fortgeschritten.

Fragen aus dem Publikum? Keine!


Keynote: Technology Vision 2013
- Every business is a digital business
Jack Ramsay, Accenture
 [19]

In seinem Einstieg verweist er auf die Infrastruktur von Disney. Er erinnert sich an den Besuch von vor 30 Jahren. Damals wurde die Polaroid-Kamera free of charge ausgegeben. Und damit konnten auch die Kodak-Produkte promoted werden. Und der Walkman war der Stolz des Besitzers. Und all diese Produkte sind heute out-of-business. Und das, obwohl es bis heute um das Thema des instant-imaging geht.

Und heute: verstehen seine Kinder im Alter um die 10 Jahre nicht mehr, was mal ein Videorecorder war. Die "Generation Y" fragt nicht mehr danach, wie ein Netz konstruiert ist. Jeder von ihnen MUSS in der Schule "applestuff" haben, um noch Anerkennung zu finden. "She is the disruptive thing, noch nicht technology".
Wenn die Freunde ins Haus kommen, fragen sie als erstes, was die Adresse der W-LAN-Verbindung ist. [20]

23% der Kosten für ein Auto heute... gehen für Software und Prozessoren drauf. Und die Smartphones müssen jede Nacht geladen werden.

"The Genius is out of the bottle". "4 Billion people have a mobile phone subscription". Das sind mehr Menschen, als es Zahnbürsten gibt. Und Kühlschränke. If you want to survive the social networks are of high importants.

Er berichtet über seine Erfarungen on Facebook und Twitter. Und von dem grossen Schiff, auf dem Google (s)ein neues Projekt vorbereitet. Und... in gut zehn Jahren werde alle Elektrizität, die zur Verfügung steht, nur für die IT-Anwendungen verbraucht werden. Und von den gmail-Leuten, die auf der Basis der Mails, die geschrieben werden, die auf diese Person passende Anzeigen einspielen.... es geht um Cloud-Services und um Grid-Computing und um die Industrie 4.0.

Nach und nach entwickelt sich der Vortrag zu einem Kommentar zur aktuellen Lage der Branche ... aber als Jack durch die Welt der Phänomenologie auf den Kern seiner Aussage stossen will... bricht der Stream erneut ab. Und die Infos: up up’nd away...


Was bleibt, ist die twitter-Leiste. Und der Frust, online nicht weiter teilnehmen zu können. Da hilft auch der Tweet vom BITKOM Kommunikator Maurice Shahd ‏mit der Zeile:
Vortrag beim BITKOM Trendkongress zum Thema Smart Data. :-) #btk2013 pic.twitter.com/cCvauFaH2c
wahrlich nicht mehr weiter. [21]

Der Rest ist das schweigende Test-Bild:

all rights reserved

Fireside chat: Upcoming disruptions in digital markets and technologies
- Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender | Datev eG
- Michael T. Fries, Liberty Global plc.

Es wird nochmal spannend. Ton- und Bild-Signal sind wieder da. Prof. Kempf sagt, dass er nicht einmal wisse, wie man auf einem solchen Sitz dort auf der Bühne sitzen solle. Und fügt hinzu, was ihm fehle:
— das Lagerfeuer (das er auch nicht auf sein Android-Handy habe laden können) [22]
— der Whisky
— "a cosy atmosphere"
— "a cosy chair" (fügt Michael hinzu)

Thema 1: Digital Business
Macht die Digitalisierung den Einstieg ins Geschäft einfacher? Nein, nicht wirklich, in Deutschland. Aber wenn man im Valley arbeitet, dann ist der Wettbewerb international. Und das ist eine Gefahr "for a fragmentated company like us".

Thema 2: Konsumentenverhalten
Muss man sich am Verhalten der Konsumenten orientieren, wenn man Erfolg haben will? Welchen Einfluss haben soziale Medien auf die Produktentwicklung? "Massive impact"! Aber hier geht es um eine Beziehung mit Abonnenten. Und das bedeutet, längerfristige Beziehungen. "We sell broadband for the living".

Thema 3: Networkcapacity

Alle Nutzer können 100 MB nach Hause bekommen. Und das zu einem Preis von "30plus Euro". Multiple Devices und Streaming haben das Anforderungsprofil drastisch verändert. Jeder dieser Nutzer lädt heute schon mehr als 1 GByt herunter: pro Tag. Flatrateangebote wird es für labelgebundene Nutzung geben, aber nicht für den mobilen Bereich. Die Zukunft wird in der Cloud liegen. Und das ist ein gutes Ding. Was bleibt, ist die Forderung nach Trust and Transparency.

Thema 4: "Free" Services
Er ist schockiert von dem Verhalten seiner Töchter. Wie sie bereit sind, "alles" zu teilen und mitzuteilen. Es wird nicht mehr in der Kompetenz der Regulierung liegen, dieses Problem zu lösen. Wir sehen uns keine Nutzer-Daten von den Konsumenten an. Aber das ist bei anderen Firmen anders.
Als Horizon-Nutzer hat man gleich zu Beginn der Nutzung des Dienstes die Wahl für eine opt-in-Lösung zur Freigabe der persönlichen Daten.
Die Konsumenten bezahlen... für Qualität. "You get what you pay for... that is the bottom-line."
Upload-Kapazität wird vor allem in Firmen benötigt, nicht so sehr von Privatpersonen.

Thema 5: Mobile - Cable - Fibre
Im Haus: Kabel, draussen: Mobile
Das Ganze ist ein guter Wettbewerb. Auch mit der DTAG. Das soll ein gesunder Wettbewerb sein. "The need for speed" wird auch von den Telkos alsbald erfüllt werden.
Aber es stimmt, die Fragmentierung des Marktes wird so nicht länger von Dauer sein. "Consolidation and Scale is critical". Und das wird auch für den Konsumenten von Vorteil sein.


all rights reserved

Schluss. Aus. Feierabend.
Die Busse für’s Cookies werden ab 18:45 bereitstehen.
See you, folks!

Ein bunter Programm-Mix nach dem Motto "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen" - aber ohne das Charisma eines Dr. Faustus, der nun endlich erfahren will, was diese Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

Die hohe Beteiligung an Gästen zeigt aber, dass es augenscheinlich eben diese Frage ist, die unter den Nägeln zu brennen scheint: Die Frage, welches die amalgamisierenden Kräfte in dem neu anbrechenden Zeitalter einer digitalen Welt sind - oder in Zukunft sein werden.
- Hinter der Maske des Begriffs "Trend" steckt ein klammheimliches Verlangen nach Orientierung, ja Sicherheit, gerade wo und weil an allen Ecken und Enden Begriffe von "leanmanagement" bis "disruptive thinking" die Runde machen.
Oder, um noch einmal aus dem Faust zu zitieren: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube"

Schade, dass man dem GF des Hauses nicht die Chance gegeben hat, durch den ganzen Tag zu führen. Gewiss, ein harter Job. Aber es hätte geholfen, die Disparität der Einzelstücke und Personen besser zusammenzuhalten. Nicht zuletzt seine on the records aufblitzenden Kommenare zu dem Vorgetragenen gaben kleine, aber feine Einblicke in (s)einen Verbands-Betrieb, der mal mit drei Leuten in einem Büro angefangen hat, das den Übernächtigten auch als Schlafstätte hat zur Verfügung stehen müssen.

Auf jeden Fall war es gut, darauf verzichtet zu haben, die allseits gern für solche Zwecke eingesetzten "Allzweckwaffen" von Jobatey bis Lauff zu verpflichten.


Zu guter Letzt

Dieser hier "ins Netz" gestellte Text erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit - was schon wegen der aufgetretenen Kommunikationsprobleme nicht möglich gewesen wäre - noch auf eine objektive Berichterstattung.

Es ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger - der Versuch der Dokumentation des Prozesses eines aktiven Zuhörens.

Und vielleicht, über den Zeitraum dieser Veranstaltung hinaus gesehen, auch eines Versuchs zur Interaktivität. Wohlwissend, dass dieses Format nicht die Kürze des twitternden Textes erfüllt noch den einer wissenschaftlichen Abhandlung.

Wie schon in einer der Anmerkungen aufgeführt, ist es auch ein weiterer Versuch, Transparenz beim Verfertigen eigener Texte beim Erfahren fremder Gedanken herzustellen. Welche von denen im Verlauf dieses Tages sind hier und heute aufgegriffen worden. Und warum? Und warum diese und nicht andere?

Da dem Autor die Akkreditierung als Journalist verweigert wurde, wird eben dieser Umstand genutzt, um sich nach anderen Möglichkeiten der Verständigung mit den LeserInnen - und der Selbstverständigung - umzusehen, diese zu erproben. Und auch zu reflektieren, wie ein eigener twitter-Eintrag zu guter Letzt dokumentiert:

[1Eine telefonische Anfrage bei der Pressestelle der DTAG nach dem Script der Rede wurde am Vormittag nicht beantwortet, eine Antwort auf die schriftlich nachgereichte Anfrage blieb aus. Um 16:00 Uhr wird dem Hause nochmals per Mail eine Erinnerung zugeschickt, in der auf diese beiden bereits publizierten Follow-ups auf den Vortrag verwiesen wird:
— Um 14:10 Uhr gibt es einen tweet mit dem Hinweis auf dieses Interview:


— Um 15:50 Uhr gibt es einen tweet mit einem Verweis auf einen Heise-Text von - wie könnte es anders sein - Dr. Stefan Krempl mit der Überschrift:
Deutsche Telekom zieht gegen "billiger, billiger, billiger" zu Felde.
Veröffentlicht wurde dieser Text schon um 12:51 Uhr.
Und dann - oh Zeichen und Wunder - trifft per Mail gegen 17 Uhr die autorisierte Version der Rede ein, die wir hiermit natürlich ohne weiteren Zeitverzug zur Verfügung stellen:

Autorisiertes Redescript von Timotheus Höttges
all rights reserved
Herunterladen (45.7 kB)

[2Dabei mag es in diesem Text noch den einen oder anderen "Dreckfuhler" geben, was dem Umstand geschuldet ist, dass alles hier parallel zu dem Gesagten live mit- und aufgeschrieben wurde.

[3Und nicht nur das: Diese - zwangsverordnete - Erfahrung einer rein virtuellen Teilnahme führt exemplarisch zu einem anderen Selbstverständnis in der journalistischen Arbeit: Nicht mehr als die für Bild, Wort und Ton allein verant-wort-liche Schnittstelle zu den LeserInnen fungieren zu müssen, sondern stattdessen auf die Vielfalt der vorliegenden Angebote, Quellen und Aufzeichnungen der vielen anderer Rezipienten zu verweisen, selber darauf zurückzugreifen, dadurch noch schneller sein zu können - und dabei dennoch nicht auf eine eigene Position zu verzichten.

[4Er liebt es offensichtlich, seine Position im Wortmantel von anderen deutlich zu machen und zugleich damit zu relativieren. Wie in diesem Satz von Nestroy: Wenn alle Stricke reißen, hänge ich mich auf."

[5Meedia: Donnerstag 01. März 2012 15:27 Skoobe - deutsche E-Book-Flatrate ist da.

[6Nikolaus Röttger, Gründerszene und Marco Boerries, NumberFou, tauchen nicht auf der Bühne auf.

[7"Ja, wir sind ein junges Unternehmen und ich würde mich daher auch als Unternehmer bezeichnen."

[8Reaktion von Rohleder: Wir bauen gerade eine neue Portal-Landschaft auf, und das macht nicht nur Spass, weil die Unternehmen nicht das leisten können, was sie versprechen. Wow... so viel offene Kritik auf der Bühne...?

[9Rohleder: "so schnell geht eine Transformation nicht, wenn sie 20 Jahre eMails gemacht haben.

[10"Ich habe zum Unternehmer nie den Mut gehabt..."

[11"Das müssen auch die Damen und Herren verstehen, die hier über die Koalitionspläne sprechen."

[12Rohlehder: "Wir haben auch vor 13 Jahren angefangen, mit 3 Leuten, noch bis 3 Uhr gearbeitet und dann im Büro geschlafen. Und dann, später, trifft man neue Leute auf dem Gang, die man zuvor nie gesehen hat.

[13Neue digitale Strategien für einen traditionellen Telefonkonzern... Peter spricht auf Englisch, mit einem "richtigen" Insel-Accent... WS.

[14Manchmal seien die kuriosesten Lösungen die besten. Das Ganze beginnt mit einem Trailer der - verständlicherweise - nicht als Bewegtbild gestreamt werden kann.

[15macht das sehr munter, kennt seine "Pappenheimer" und will "start-up-style-mässig" diskutieren.

[16Mit 80 Mitarbeitern werden interaktive Schulbücher für den Matheunterricht entwickelt. Und damit in Lateinamerika eine Ausschreibung gewonnen. Aber in Deutschland bei den Bildungsoffiziellen damit bislang abgeblitzt.

[17Und innerhalb der Firma wurde ein eigenes Spin-off gemacht.

[18Ja, recht hat der Mann. Nach dem Seed-Event-Spektakel zählen die harten Zahlen. WS.

[19Hat ein Team mit über 7000 Leuten. Every business is a digital business. Und präsentiert sich "with my scottish accent" :-) WS.

[20Interessant, normalerweise ist es alles andere als prickelnd, von dem Leben zu Hause und mit den Kindern zu hören. Aber in diesem Falle war der Bericht authentisch, and amusing... WS.

[21"Don’t miss any updates from MauriceShahd" ist da zu lesen: Nein. Kein Update, sondern die Info live und up-to-date. Please! WS.

[22Ja, er fragt sogar laut im Publikum nach, ob es da jemandem gäbe, der ihm bei dem misslungenen Versuch helfen könne, das so beschädigte System wiederherstellen zu können (sic!).