Buch. Messe. Brasilien

Auch dieses Jahr, auch diese Buch-Messe gibt einmal mehr Anlass, wieder einmal alles in Frage zu stellen. Und aus dieser Haltung eine eigene Art - als Kunstform - der Kontinuität zu entwickeln.

Die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt sich nach wie vor Höhepunkte in diesem Land der Dichter und Denker - auch wenn die aktuellen OECD-Ergebnisse nicht gerade ein positives Licht auf uns Deutsche werfen. [1]

Und das nicht nur wegen der Lese- und Schreibschwächen, sondern weil immer noch ein Drittel der Bevölkerung nicht in der digitalen Welt angekommen ist.

Im Deutschlandradio wird aus diesem Anlass Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de von Stephan Karkowsky befragt, wie es mit dem Umgang um und in den elektronischen Medien aussieht, in der sich jede(r) Selbst auch ohne den Verleger eine Öffentlichkeit suchen kann.

Tischer verweist denn auch in seiner Antwort auf die "Self-Publishing-Area" in der Halle 3.1, ohne dabei die Attraktion zu leugnen, irgendwann auch mit einem gedruckten Buch im Regal stehen zu wollen, und sagt:

"Also, die meisten träumen dann schon irgendwann davon, tatsächlich überall in der Buchhandlung zu stehen. Aber die Sache hat sich in der Tat geändert. Ich weiß gar nicht, ob Self-Publishing so eine große Rolle spielt, aber es gibt jetzt hier auf der Messe eine so genannte Self-Publishing-Arena in der Halle 3.1, wo sehr viele Diskussionen um dieses Thema stattfinden. Also, wie ist das Verhältnis jetzt dieser Selbermacher zu den Verlagen, wie ist die Qualität dieser Dinge? Es wird ja immer wieder kolportiert, na ja, da ist ja kein Lektor und kein Verlag da, das kann ja gar nicht so gut sein.

De facto ist aber die Konkurrenzsituation schon sehr stark und das merken auch die Verlage, die sich eben nicht auf dieses wunderbare "Wir sind diejenigen, die auswählen, die Qualität suchen" zurückziehen können, sondern die jetzt in dieser Konkurrenz leben, dass es auch Einzelautoren gibt, die weitaus erfolgreicher sind. Und man muss nur in die Charts einer der größten deutschen Buchplattformen schauen: Unter den Top Ten sind dort mittlerweile mehr selbst verlegte Self-Publishing-Bücher als Verlagstitel. Und das ist schon ein eindeutiges Zeichen, dass auch die Verlage sich ein bisschen um diese Konkurrenz kümmern sollten. Na ja, ein bisschen ist schon fast wieder zu wenig gesagt, schon sehr um diese Konkurrenz kümmern sollten."

Zu Brasilien gibt es im Deutschlandfunk in der Reihe Hintergrund ab 18:40 einen Beitrag von Peer Vorderwülbecke unter dem Titel:

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Brasilien: Korruption, Missmanagement und soziale Ungerechtigkeit

[1Nach Fertigstellung des Textes ist auf der Website des hier zitierten Wolfgang Tischer zu lesen: "Wie schön, dass ich wieder dabei sein kann! Mal sehen, was und wer mich dieses Jahr berührt, fasziniert, langweilt, entsetzt. Come what may! Sich mit offenen Sinnen auf das Abenteuer Buchmesse einlassen, tief durchatmen und rein in die bereicherndste Woche des Jahres! "