Après MedienTage MUC

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass in diesem Journal der Text "Steinbrück wird kämpfen, Steinmeier siegen" veröffentlicht wurde.

Hier ging es ausnahmeweise einmal nicht um IT oder Medien, sondern um die Kunst vorher-sagen zu können, wie es in der bundedeutschen Politik nach den Wahlen vom 21. September 2014 weitergehen werde.

Jetzt, auf den Medientagen in München und angesichts der ersten Sitzung des reinrassigen CSU-Kabinetts am Freitag dieser Woche, gab es nochmals einen Rekurs samt einer Reihe von Reaktionen und Reflektionen auf diesen Text.

Und: Die folgenden Anregungen und Spekulationen, die im Zusammenhang mit den weiteren Entwicklungen in der Bundespolitik geäussert wurden:

Ja, es wird eine Grosse Koalition geben, aber:

— Steinmeier wird nicht wieder Aussenminster werden, sondern Fraktionschef bleiben und Frau von der Leyen wird den Herrn Westerwelle beerben

— "ihr" Arbeitsministerium wird stattdessen an den SPD Chef Gabriel gehen, der damit auch zum Vizekanzler avancieren würde

— das Finanzministerium an die SPD? Nur wenn es dieser gelänge, ihren Mann aus der EZB zurückzuholen

— wenn nicht, wird stattdessen das Wirtschaftsministerium an die SPD gehen, erweitert um das Energiewende-Thema

— aus dem so zusammengestrichenen Umwelt-Rumpfministerium würde Herr Altmaier ausscheiden, um zum Kanzleramtsminister zu avancieren.

Belassen wir es bei diesen wenigen Vermutungen, und schauen wir später nach, ob und inwieweit zumindest diese als Wahrheit das Licht der Welt erblickt haben werden.

Ausgangspunkt all dieser Spekulation war die in den letzten Tagen in München eruierte Frage, warum sich der BR-Intendant auf seiner Eröffnungsrede der Medientage denn so "staatsmännisch" gegeben habe?

Die Antwort: Dass er damit den Versuch gemacht habe, seine Kompetenz zu unterstreichen, um die Nachfolge von Bernd Neumann in Berlin antreten zu können. Schliesslich, so ist auf Nachfrage zu hören, habe er auch gute persönliche Gründe, München wieder in Richtung Berlin den Rücken zu kehren ...

"Hört, hört": so wird selbst diese reine Politspekulation doch auch wieder zu einem Medien-Thema.