DLD: die Zehnte

Seit Sonntag bis gestern fand in München die zehnte Ausgabe von DLD14 statt.

Am 25. November 2013 wurde erstmals die Möglichkeit eruiert, ein eigenes DLD Account zu eröffnen.

Allein, die Zeile: "I agree to the terms of use" [1] hatte einen Link, der ins Nirvana führt. Und das sieht so aus:

all rights reserved

Und so verbleibt es dem Korrespondenten Johannes Boie [2] vorbehalten aus einem der für Burda "relevanten Medien", in der SZ vom 21. Januar 2014 18:02 zu schreiben, was es zu tun gilt:

Irgendwo muss die Kohle jetzt herkommen, und wenn man es dann eines Tages geschafft hat, darf man auf der DLD vom Zuschauerraum auf die Bühne vorrücken, bekommt einen Platz in Steffi Czernys Adressbuch und wird von Burda-Hostessen mit adligen Namen, die die Menge der Konferenzbesucher wie Moses das Meer zu teilen wissen, in den VIP-Bereich begleitet.


Aber: was bedeutet uns ein solches Versagen angesichts der Tatsache, dass heute - endlich - das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik von einem "millionenfachen Identitätsdiebstahl" berichtet.

Zitat:

Im Rahmen der Analyse von Botnetzen durch Forschungseinrichtungen und Strafverfolgungsbehörden wurden rund 16 Millionen kompromittierte Benutzerkonten entdeckt. Diese bestehen in der Regel aus einem Benutzernamen in Form einer E-Mail-Adresse und einem Passwort. Viele Internetnutzer verwenden diese Login-Daten nicht nur für das eigene Mail-Account, sondern auch für Benutzerkonten bei Internetdiensten, Online-Shops oder Sozialen Netzwerken. [...] Identitätsdiebstahl ist eines der größten Risiken bei der Internetnutzung. Online-Kriminelle stehlen die digitalen Identitäten von Internetnutzern, um in deren Namen aufzutreten, E-Mails zu versenden, auf fremde Kosten in einem Online-Shop einzukaufen oder sich auf andere Weise zu bereichern oder den Betroffenen zu schaden.

Der Empfehlung, diese URL https://www.sicherheitstest.bsi.de/ zu nutzen, sollte nachgegangen werden, wenn denn der Ansturm auf die Seite erst einmal nachgelassen hat.

Nach Eingabe der in Frage kommenden Mail-Adresse wird die folgende Nachricht eingespielt:

" Vielen Dank - Ihre Eingabe wird nun geprüft. Sollte sich Ihre E-Mail-Adresse in den Botnet-Daten befinden, erhalten Sie eine von uns per PGP signierte E-Mail mit dem folgenden Code im Betreff:

Betreff-Code: IXS0 [3]

Bitte merken Sie sich diesen Code und öffnen Sie die Antwortmail nur dann, wenn genau dieser Code im Betreff angegeben ist.

Sollte die eingegebene E-Mail-Adresse nicht betroffen sein, erhalten Sie keine E-Mail. "


Aber es kommt noch härter:

Mit Datum vom Mi 22.01.2014 04:02 trifft eine Mail ein mit dem Absender:

infoservice@OFFICE-DISCOUNT.DE

und der korrekten Kundennummer mit dem Betreff:

Kd.-Nr. 16886715 Mahnabteilung Firma office discount GmbH

Dieses Schreiben ist wie folgt aufgesetzt:

Sehr geehrte Kundin,
sehr geehrter Kunde,

auf Ihrem Kundenkonto sind ggf. mehrere Rechnungen zur Zahlung offen und fällig.
Bitte beachten Sie das beigefügte Mahnschreiben.

Wenn Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne von Montag bis Freitag
von 8.00 - 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0800/888 444 3 zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr office discount-Kundenservice

.....

office discount Vertrieb für Bürobedarf GmbH
Ludwig-Erhard-Str. 12
85374 Neufahrn
Tel.: 0800/888 444 3
Fax: 0800/888 444 1
E-Mail: kundenservice@office-discount.de
www.office-discount.de

Dieser Mail ist ein PDF beigefügt.

Dieses wird nicht geöffnet, stattdessen der Kundendienst angerufen und von diesem bestätigt, dass es keinerlei Zahlungsrückstände gäbe.


Und passend dazu wiederum die Promo-Mail in Form einer Kaspersky-Pressemitteilung vom Mi 22.01.2014 12:32 mit dem Titel:

Spam in 2013: Jede zehnte schädliche Spam-Nachricht landet in Deutschland - Cyberkriminelle haben Finanz- und Zugangsdaten im Visier

[1Fields marked with * need to be filled.

[2Studium an der Freien Universität Berlin, gleichzeitig und davor Arbeit als Werbetexter und freier Journalist. Nach einem Arbeitsaufenthalt in Washington, DC, Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung, München. Themenschwerpunkte: Digitaler Wandel in Politik, Medien und Gesellschaft. Seit 2010 Redakteur; ab 2011 Entwicklungsredakteur und Leiter der digitalen Ausgabe; seit Anfang 2013 digitale Themen in der SZ. Im Jahr 2009 einer der vom Medium-Magazin gewählten "Top 30 unter 30". Als Burns-Stipendiat 2010 für zwei Monate Gastredakteur bei der Los Angeles Times in Kalifornien.

[3MMOS u.v.a.m.