NABSHOW: The Future of Cinema

Noch vor der Messe mit ihrem Start-Termin am 7. April 2014 beginnen ein Reihe von Tagungen und Konferenzen mit dem heutigen Tag, dem 5. April 2014.

Heute und morgen geht es um den Technology Summit on Cinema, veranstaltet von der SMPTE [1] in Zusammenarbeit mit der NAB-Show. [2]

Das Programm dieser beiden Tage wird hier im Anhang [3] in voller Länge zitiert.

Da die meisten der Sessions anschliessend online zur Verfügung stehen - so steht es zumindest im Programm -, wird an dieser Stelle auf eine ausführliche Dokumentation verzichtet.

Stattdessen wird nochmals auf die von Michael Karagosian moderierte Runde mit Howard Lukk , David Keighley , Steve Weinstein , Rob Hummel , Matt Cowan zum Thema The Future of Cinema Bezug genommen.

Mit Bezug auf die Eröffnung stand nicht mehr zur Diskussion, warum dieses Thema auch Gegenstand einer Veranstaltung wie der NAB-Show sein kann:

Mit den neuen technischen Möglichkeiten in Folge der Digitalisierung sowohl der Filmproduktion als auch des gesamten Broadcast-Sektors sei die traditionelle Trennung dieser Gewerke mehr und mehr in Frage zu stellen, ja tendenziell überwunden.

Andererseits sei damit aber auch klar, dass es einer neuen Positionierung dieser Gewerke bedürfe, wenn sie nochmals 100 Jahre fortbestehen wollten - so jedenfalls die Erklärung von Wendy Aylsworth zur Eröffnung des Kongresses: 2016 würde das einhundertjährige Bestehen der SMPTE gefeiert werden mit dem Ziel, weitere einhundert Jahre fortbestehen zu wollen.

Und da sitzen dann all diese - dem Autor nicht nur namentlich - bekannten Herren auf der Bühne [4] und spielen sich gegenseitig die Bälle zu, um dieses Thema so gut als ihnen möglich auszuleuchten.

Unglaublich, aber wahr, was alles dort zum Besten gegeben wurde, um die Zukunft des Kinos sichern zu können: von der Idee der Kinostühle mit verstellbaren Bequemlichkeitseinstellungen bis hin zu neuen, helleren Projektionstechnologien.

Die Aufzeichnung dieser Session wird einem das Staunen nicht vergehen lassen. Denn zu grossen Teilen ist man auf der Bühne immer noch der Meinung, dass die Zukunft des Kinos über die Zukunft der technischen Entwicklung definiert und gestaltet werden könne. Und dass man sich nur so gegen die verbesserten Konsummöglichkeiten im Wohnzimmer und "on the go" wird behaupten können.

Und so will man noch die zweiten einhundert Jahre überleben?

Wer sich die Aufzeichnung anschaut, wird auch die Intervention des Autors mit anhören können, mit der am Schluss versucht wurde, all diese Grosskopferten nochmals in die Spur zu bringen.

Die Argumentation verlief im Grossen und Ganzen wie folgt:

— Die Herausforderung vor dem Hintergrund der Digitalisierung wurde angenommen - und bestanden.

— Es wurde alsbald klar, dass es sich im Verlauf dieses Prozesses nicht nur um einen technischen Paradigmenwechsel handeln würde.

— Mit dem Thema "3D" wurde eine Art "trojanisches Pferd" gefunden, mit dem es möglich war, zu zeigen und erlebbar zu machen, dass mit der Digitalisierung auch ein neues Kinoerlebnis einhergehen kann.

— Dieser Erfolg hält am Box-Office bis heute an, "3D" bleibt ein konstitutives Element dieser Entwicklung, aber ist nicht allein der Garant für das Fortbestehen des Kinos.

— Das Kino ist in den USA eine Kunstform, die sich in ihrer Bedeutung mit all den anderen Künsten messen kann, ja, die aus europäischer Sicht sogar als die US-amerikanische Referenzkultur angesehen wird.

— Damit aber haben all jene - hier stellvertretend auf der Bühne repräsentierten Persönlichkeiten - eine besondere Verantwortung, die mit der Wahrung und Entwicklung dieses "kulturellen Erbes" zu tun haben.

— Diese Diskussionen an diesem Ort zu dieser Zeit erlauben einen intensiven Einblick in die Werkstatt dieser für den Erfolg des Kinos Mit-Verantwortlichen, der beeindruckt - und zugleich erschrecken lässt:

— In den Zeiten der Fragmentisierung von Inhalten und Zeit-Räumen sei es dringend geboten, darüber nachzudenken, wie es um die Zukunft der Erzähl-Kunst des Kinos angesichts dieser neuen Wahrnehmungsgewohnheiten bestellt sei.

— Nicht die Beantwortung der Frage nach dem Second-Screen in the Cinema wird die Antwort auf die Zukunft des Kinos bereithalten, sondern die erfolgreiche Suche nach Erzähl-Formen und Methoden der Neu-Entdeckung, was einst das Kino so erfolgreich gemacht hat: Die Wiederentdeckung des Ich und des Wir zu den Bedingungen der Welt der sogenannten "Digital Natives".

— Filme wie "The Artist" zeigen, dass der Rückgriff auf die alten Kultur-Techniken als Handlungsstrang eines Spiel-Films mehr sein kann als nostalgisches Entertainment. Das Kino wird in Zukunft - wenn es über-leben will - sich seiner Möglichkeiten als Geschichten-Erzähler neu bewusst werden müssen. Und das bedeutet mehr als das Vermögen, alten Wein in neuen Schläuchen anbieten zu können.

All dieses wurde weit weniger ausführlich und in Englisch vorgetragen, und die Leidenschaftlichkeit der Argumentation fand nach der Veranstaltung durchaus Zuspruch und Verständnis.

In einer nachfolgenden Diskussion wurde nochmals auf Howard Lucks Hinweis eingegangen, dass mit der Digitalisierung des Kinos "genie out of the bottle" sei. Ein Satz vergleichbar mit der Rede von dem Zauberlehrling, der seine dienstbaren Geister, einmal wachgerufen, nicht mehr in den Griff bekam.

Die These, die all die zuvor gesagten Punkte zusammenfasst, lautet:

"Ihr, die Ihr als Mit-Verantwortliche dieser Branche über diese Eure Zukunft sprecht, Ihr müsst Euch darüber klar sein, dass diese(s) "Genie" zu einem Monster, zu einem Alien, zu einem Killer wird, die (der) Euch das über mehr als einhundert Jahre erbaute kunst-gewerblich Produkt Kino bedrohen, zerschlagen, vernichten wird. "

[1

The SMPTE-Team (from l.t.r.): Pat Griffis, Wendy Aylsworth, Barbara Lange and Dave Schnuelle
NABSHOW
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[2Über die bereits am Freitag angelaufene Veranstaltung AVID connect gibt es auf Anfrage einen eigenen Bericht.

[39:00 am - 9:15 am

Opening, Introductions and Sponsorship Message

Wendy Aylsworth , Pat Griffis , Barbara Lange , Mr. Dave Schnuelle

9:15 am - 10:30 am

Understanding the Human Vision System

Scott Daly , Hans Hoffmann , Suzanne Farrell , Pete Ludé

11:00 am - 12:00 pm

From Camera to Consumer - the New Post Production

Michael Cioni , Jim Whittlesey , Phil Squyres , Leon Silverman

1:30 pm - 2:00 pm

Keynote: Cinema: Act 2, The Future

Chris Cookson

2:00 pm - 3:00 pm

The Future of Cinema

Howard Lukk , David Keighley , Steve Weinstein , Rob Hummel , Matt Cowan , Michael Karagosian

3:30 pm - 4:30 pm

SMPTE: Innovating Interoperability from Digital Cinema to Interoperable Mastering Format

Howard Lukk , Annie Chang , Harvey Landy , Arjun Ramamurthy , Bill Baggelaar

4:30 pm - 6:00 pm

Laser Illuminated Projectors: What’s New and When Will They Arrive?

Pete Ludé , Bill Beck , Goran Stojmenovik , PhD. , Richard McPherson , Dr. Don Shaw

6:00 pm - 6:15 pm

Wrap-Up

Wendy Aylsworth , Pat Griffis , Barbara Lange , Mr. Dave Schnuelle

Und hier auch gleich das Programm für Sonntag, den 6. April 2014

9:00 am - 9:15 am

Opening, Session Introductions

Barbara Lange , Pat Griffis , Mr. Dave Schnuelle

9:15 am - 10:15 am

Distributive Creativity

Josh Rizzo , Matthew Schneider , Joe Beirne , Ramy Katrib

10:15 am - 11:00 am

Capturing and Recreating a High Dynamic Range Cinema Experience

Curtis Clark , Matt Litwiller , Collin Davis , Travis LaBella , Rick Taylor

11:30 am - 12:30 pm

Gravity Gravitas

2:00 pm - 2:30 pm

Keynote: Technology Summit on Cinema

2:30 pm - 3:15 pm

Second Screen and the Cinema: Real-World Case Studies

Chris Witham , Kumari Bakhru , Sean Madden , Scot Bradford

3:15 pm - 4:00 pm

Looking in the Crystal Ball: What’s Next? - Part 1

John Hurst

4:30 pm - 5:45 pm

Looking in the Crystal Ball: What’s Next? - Part 2

Alex Fry , Alex McDowell , George Joblove , Dr. Gary Sharp , Tibor Balogh

5:45 pm - 6:00 pm

Wrap-Up and Close

Mr. Dave Schnuelle , Pat Griffis

[4Da capo al fine? Wieder einmal nur Herren!