Treffen der EU-Außen-minister

Es ist wohl das erste Mal, dass in diesen Tagesberichten eine explizit auf die Politik ausgerichetet Stellungnahme erscheint, aber heute ist in den Nachrichten zu erfahren, dass man sich einmal mehr nicht auf die Angleichung der Diäten der Europa-Abgeordneten wird einigen können - diesmal "Dank" des ausdrücklichen Einspruchs aus Österreich und Deutschland.
Das ist ebenso beschämend wie interessant, da zumindest der Einspruch aus Deutschland zunächst in der sogenannten "Veröffentlichten Meinung" ausgelöst und erst dann auch öffentlich vom Kanzler persönlich unterstrichen wurde. Weitere aktuelle Fälle - von Hunzinger*) bis Gerster**) - lassen es angezeigt erscheinen, sich einmal genauer über das aktuelle (Miss-?)Verhältnis von Ursache und Wirkung in der sogenannten öffentlichen Meinung zu unterrichten.
Der grösste Skandal aber - und damit zurück zur Sitzung der EU-Außenminister - liegt m.E. darin, dass während der Zeit des italienischen Vorsitzes über den Verlauf der abschliessenden und schliesslich gescheiterten Verhandlungen zur europäischen Verfassung keinerlei Protokolle oder andere Aufzeichnungen erstellt worden sind. Für die Iren gilt es daher, die Fäden wieder von Neuem aufzurollen: da capo al fine - al fine?
WS.

*) Ruppert Ahrens, Eberhard Knödler-Bunte (Hrsg.): Public Relations in der öffentlichen Diskussion. Die Affäre Hunzinger. Ein PR-Missverständnis.
(c) media mind Verlag AG, 10179 Berlin 2003 ISBN 3-934630-01-4

**) "Wir schreiben ja in Deutschland demnächst alles aus - und wir hier sogar die Sätze". Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin auf der Pressekonferenz zur 54. Berlinale am 26. Januar ab 11 Uhr in den Räumen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.