CeBIT 2014: Online

An diesem Mittwoch wird die CeBIT aus der Ferne betrachtet. Und wir werden vom Moderator auch gleich als Zuschauer begrüsst - "extra welcome to those who follow us on the streaming signal" - und eingeladen, über twitter und facebook die Fragen zu stellen.

Dummerweise ist auf dem Bildschirm - auch mit Beginn des ersten Votrages vom deutschen Vertreter aus dem Hause Huawei [1] - immer noch die Liste der Sprecher des Vortages zu sehen:

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Aber der Versuch, sich auf den aktuellen Online-Seiten umzuschauen, ist nicht zufriedenstellend: So ist zum Beispiel der erste Sprecher dieses Tages auf dem Verzeichnis: SPEAKERS WEDNESDAY, 12.03.14 nicht vorgestellt wird [2]

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Sein Thema ist: "The Future ist Fusion" - und sein chinesischer Partner - "Joy" (?) beschreibt die Anwendungs-szenarien für China Mobile, für die Sozialen Dienste, für mobile Bezahlsysteme für die Banken, und für den Zusammenhang zwischen all diesen Systemen.
Der Vorteil: der Antrag für die Erteilung der Genehmigung für das Ausstellen einer Kreditkarte kann sofort am Schalter kann sofort genehmigt - oder auch abgelehnt - werden.

Das Ganze wird mit einer guten Kameraführung und guter Tonqualität vorgestellt - allein der Blick auf die Bilder und Texte, die dazu in der Projektion gezeigt werde - der fehlt.

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Es folgt eine Präsentation von IBM [3] unter Einbeziehung von "Mary" und einem Einblick in die Ergebnisse der eigenen Puls-Conference.

The Systems of Inside.... soll anzeigen, was an Daten aktuell zur Verfügung steht. Mit Beispielen von einem schweizer Snack-Verkäufer vor den lokalen Bahnhöfen bis hin zur neu angekündigten Zusammenarbeit mit Continental.

Also, es gehe nicht nur darum, Kosten zu sparen. Sondern in den kommenden "Cloud 3.0" - Szenarien soll das Computing (wieder) auf die Ebene des Kunden vor Ort (zurück) verlegt werden.

Dann wird das Szenarium eines big-data-based Planungs-Prozesses mit einem "Decision-Assistance-System" vorgeführt.

Und: in diesem Falle werden auch Fragen zugelassen, aus dem Publikum aber auch von der tweet-list. Gut so.

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Aber: Am Ende dieser Präsentation ist immer noch die Liste der Sprecher vom Vortag zu sehen. [4]

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Präsentationen stand im nachfolgenden ´ROUND TABLE [5] hier nicht die Firma, sondern ein Thema im Vordergrund. [6]

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Die Diskussion war lebhaft und durchaus mit Humor durchsetzt. Ja, es ging sogar um die Frage, ob der oder die Verantwortliche für die Daten-Analyse der zukünftige Königsweg zum CEO sei :-). Das Ergebnis einer Umfrage - auch bei einer Umfrage im Publikum - ist: Nein.
Die Nachricht aus Indien lautet: wir brauchen die Eliten aus Europa um die Bedeutung von Analytics wirklich nutzen zu können.
Und es werden Preise genannt: das Startgehalt liegt bei T-Euro 50. Und Expedia in Genf versucht die Leute aus dem CERN abzuwerben.
Achtung: die Regionen werden in den Wettbewerb kommen. 500 Millionen Leute im Alter von 18 - 22 Jahren stehen allein in Indien auf der Startrampe. Bei Tata lautet das Stichwort dafür: Digital Re-Imagination
Auch hier kommt das bereits an anderer Stelle vorgeführte Argument für den Erfolg von House-of-Cards wieder ins Gespräch: die vorangegangene Klick-Analyse der TV-Zuschauer die den Auftrag an die Produzenten ausgelöst hat.
Und die Nutzung der persönlichen Daten? Expedia ist bereit, einen potenziellen Kunden anzuschreiben, wenn dieser in Facebook zum Ausdruck bringt, er oder sie würde gerne nach Kanada fahren.
Der Gesetzgeber ist nicht in der Lage, die Brücken und Grenzen zu definieren zwischen den Digital Natives und den grossen Firmen.
Das nächste grosse Thema wird sein: the Limits of Liability - die Zuverlässigkeit der Analyse und die Bereitschaft, dafür auch rechtlich einzustehen.

Es folgt der Vortrag eines Staatssekretärs aus dem Haus des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, BMUB [7] , ("Ich bin ein Kind des ländlichen Raumes...") zum Thema der intelligenten Städte der Zukunft, "Smart City" - in Vertretung seiner Ministerin, sagt er [8]
auf Nachfrage des Moderators wird ganz klar erklärt: Die Hoffnung auf sinkende Preise bei den Stromkosten wird es auch in Zukunft nicht geben.

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In der Nachfolge gibt einen weiteren ROUND TABLE mit Fragen um die Zukunft der Stromversorgung. [9]

Diese sollte man sich nach dem Ende der Veranstaltung nochmals als VOD-Stream anschauen, da die Übertragung gegen 12: 45 Uhr zusammenbrach. [10]

Die positive Nachricht: die Liste der Sprecher wurde inzwischen ausgetauscht. Mehr noch: jetzt können die Titel der Präsentationen eingesehen und die Profile der Redner studiert werden. [11]

Jetzt kann auch das Programm des Nachmittags vorab abgerufen und eingepflegt werden. Angekündigt wird zum Zeitpunkt 14:45 eine Podiumsdiskussion zum Thema:

INTERNET OF EVERYTHING - NEXT STEPS TOWARDS A DIGITIZED INDUSTRY

— Maximilian Brandl, Geschäftsführer, EPLAN Software & Service GmbH + Go.KG

— Dr. Werner Struth, Geschäftsführer, Robert Bosch GmbH

— Prof. Dr. Dieter Wegener, Head of Advanced Technologies and Standards, Industry Sector, Siemens AG

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Der Kern dieser Diskussion geht um Sätze wie:
"We have in Germany to understand that we are not alone in the world."
"And we have to face that the other countries are not sleeping. "
"The Germans are the only ones still making things... and now we have to be competative with the concept of the internet of things."
Und um die Frage, wo Deutschland in Zukunft noch einen Wettbewerbsvorteil im internationalen Wettbewerb hat.

und, ab 15:30 Uhr, die Veranstaltung:

Protect & Serve: Ensuring the Datability journey

als "Partner Event GDS International" mit Adam Burns als Moderator, so die Ankündigung. Hier aber, so ist zu lesen, sei der "Eintritt nur mit einem kostenpflichtigen Exhibition & Conferences-Ticket" möglich.
Und die Sichtung per Video? Diese ist, so stellt es sich am Schluss heraus, möglich, wenngleich auch ohne "Programmheft" und in Ermangelung der Hinweise auf die "Darsteller und ihre Rollen".

Dazu wird der "Event-Video" Button geklickt. Und beim Öffnen der Seite stellt sich heraus, das zwei weitere Programmpunkte gibt:

13:45 - 14:15 - Connected Opportunities - how connecting your products will change your business
— Per Simonsen, Geschäftsführer, Telenor Connexion

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Es geht darum, nicht einmal nur beim Verkauf die Beziehung zum Kunden zu entwickeln, sondern auch im fortwährenden Gebrauch dieser Ware. Aus dem Produktions- in das Service-Geschäft zu kommen, diese Ziel kann heute selber mit einem Basketball-Ball erzielt werden, der mit einem Chip ausgestattet, via App in seiner Verwendung überprüft werden kann "Everybody says: ’I have to APPlicate my company’ but they do not know what that really means."

14:15 - 14:45 - Industrie 4.0 - Schritt für Schritt auf dem Weg zu neuen Produktionsumgebungen
— Prof. Dr. Dieter Wegener, Head of Advanced Technologies and Standards, Industry Sector, Siemens AG

"A deviation in the machine will stop the process..." dieses Aussage zu der Voraussetzungen eines Erfolges des Industry 4.0 - Konzeptes (angekündigt für einen Zeitraum der nächsten 15 Jahre) seht in einem geradezu frappierenden Gegensatz zu dem Modell der indischen Entwickler-Community, die sich der Aufgabe gestellt hat, in ihrem Modell Funktionsparameter zu haben, für all die Ausnahmen, die fortwährend neu auftauchen und bewältigt werden müssen. [12]

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Die Streaming-Seite gibt schliesslich einen ausführlicheren Hinweis auf die oben benannte Veranstaltung, die von Adam Burns angekündigt, aber dann nicht von ihm moderiert wird. [13]

15:30 - 16:15 - Protect & Serve: Ensuring the Datability journey
— Erik Hoebeke, Head of IT, Toyota France
— Daniel Liyew, MD IT Shared Services + Director Global Data Centre Transition, Alstom
— David McNally, IT Executive Advisor, IDC

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In dieser Veranstaltung wird gezeigt, was die Technik heute schon kann, ohne dass man weiss, wie man mit diesen Möglichkeiten wird umgehen wird.
Da wird in eine Hauswand ein RFID-Chip mit eingegossen, ohne zu wissen, wofür das noch wird gut sein können (der Eigentümer weiss allerdings davon].
Da wird einer der englischen Sprecher in seiner Heimat von "seinen" Maschinen in deutsche Sprache angesprochen, da sich die Chips gemerkt hatten, dass er die meiste Zeit in Deutschland aufhält, wo er arbeitet.
Kommentar: "I’m a mathematician - but I need to know to understand the problem I have to solve. I believe in Big Data, but I have to understand where the business modell is. But I do see big benefits in Real Time. ."

Frage:
Warum musst diese Veranstaltung aus einem bestehenden Konferenz-Zentrum in das Provisorium einer Halle verlegt werden, in der der Moderator heute um 14:58 Uhr öffentlich darum bitten muss, die Mikrofonie hochzuschrauben, damit der Lärm des Caterings übertönt werden kann, das mit dem Abwaschen des Geschirrs beschäftigt sei. [14]

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Kompliment:
Wenn wir schon vom Moderator sprechen, so sei ihm an dieser Stelle ausdrücklich für seine intelligente, unbefangene und dennoch durch die Routine des Jobs hochdisziplinierte Art des Umgangs mit den Podiumsgästen - aber auch mit dem Publikum - gedankt.
Es ist ein Vergnügen, sich von ihm durch das Programm führen zu lassen; und dass er auch noch was von den Themen versteht, die er zunächst "nur" anzuteasen hat, wird deutlich, wann immer er eine ganze Gesprächsrunde unter seiner Kontrolle hat.
An diesem Tage waren es derer gleich drei, jede war anders als die andere und immer fand er seinen spezifischen Weg, das jeweilige Thema und die Persönlichkeiten, die es zu vertreten hatten, mit professioneller Neugier zur Geltung zu bringen.

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PS.
Der Satz der am häufigsten wiederholt wurde, lautetet (in der einen oder anderen Form): "... but, to be honest..."

PPS.
Tipp für Prof. Dr. Dieter Wegener: Die Übersetzung des Wortes Stammdatensatz lautet: master data record.

PPPS.
Frauen auf der Bühne? Seitdem die Getränke nicht mehr ausgewechselt werden: KEINE! Ist das DAS Verständnis von 100% Business? Dann: Gute Nacht, armes Deutschland!"
WS.

[109:45 - 10:15 - See Big Data in action by case study
— Jörg Karpinsky, Sales Director, Huawei Technologies
Deutschland GmbH

[2... weil er in seiner Ansprache zu Nahe an den Vertriebszielen seines Arbeitgebers stand?

[310:15 - 10:45 - Cloud as a growth engine for business. -
Think it. Build it. Tap into it.
— Kurt N. Rindle, Cloud Portfolio Leader BRD, Österreich,
Schweiz (DACH), IBM Deutschland GmbH

[4Dieses offen-sichtlich ist kein einmaliges Versehen. _ Hier ein Nachtrag vom 13. März 2014: Anlässlich des Allianz-Vortrages stand um 10:30 Uhr immer noch das Programm des Vortages auf der Seite:

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[510:45 - 11:30 - BIG DATA AT THE GATES - WILL IT COMPLETELY CHANGE YOUR BUSINESS?
— Daniel Fallmann, Gründer & Geschäftsführer, Mindbreeze GmbH
— Dr. Satya Ramaswamy, Vice President und Global Head of Digital Enterprise, Tata Consultancy Services
— Franz-Josef Schürmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Infosys Ltd.
Nicht auf der Liste, aber mit auf der Bühne als der Vierte im Bunde:

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— Frank Pörschmann, ManagingPartner iDIGMA

[6Wobei ist fair ist darauf hinzuweisen, dass die beiden Firmen, die den Vortragsreigen an diesem Vormittag eröffnet hatten, auch beide Sponsor dieser Veranstaltung sind.
Dennoch bleibt zu fragen, ob es besonders klug war, dieses besondere Privileg in dieser Weise für die eigene Präsentation einzusetzen. WS.

[711:30 - 12:00 - Keynote Smart Cities - Smart Infrastructure
— Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

[8... als ob er nicht seinen eigenen mann stehen könnte? WS.

[912:00 - 12:45 - SMART CITIES - EMERGING REALITY OR OUT OF REACH?
Dr. rer. nat. Frank Brode, Vorstand neue Technologien, HARTING Führungs AG
Dr. Norbert Verweyen, Mitglied der Geschäftsführung, RWE Effizienz GmbH
Cavin Pietzsch, Chief Marketing Officer Energy, GE Germany

[10Allerdings gab es bei den eigenen Versuchen ein weiteres Problem, "Dank" dieser Nachricht:

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[11Und die Titel und Namen des Vormittags werden in den Anmerkungen zu diesem Beitrag nachgetragen werden.

[12Dazu gibt es einen eigenen Themenkomplex an anderer Stelle. WS.

[13Von dem Moderator gibt es in der Ankündigung weder einen Namen noch eine "Bauchbinde": daher hier zumindest sein Ab-Bild:

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[14"The sound up here is terrible", sagt der Moderator um 15:27, weil die Fragen aus dem Publikum - auch via Mikro - auf der Bühne nicht ankommen.