Journalismus: Damals und heute

Heute erscheint bei Hoffmann und Campe in Buch mit einer Kompilation von Texten von Manfred Bissinger. Jener Mann, so erfahren wir jetzt, der mehrfach gebeten wurde, die Rolle eines Staatsministers für Kultur zu übernehmen. Und der diese abgelehnt hat, weil er "einer Zeitung", die Woche, habe Treu bleiben wollen.

Das alles und vieles mehr ist online nachzulesen in dem Interview von Roger Willemsen, das als "Vorabdruck" schon seit dem 4. September diesen Jahres auf der Media Tribüne nachzulesen ist:

Manfred über die Welt als die Verlage noch das Geld und die Macht einer "vierten Gewalt" hatten:

Die Grundbedingungen für Verlage und Redaktionen sind wesentlich schwieriger, als zur damaligen Zeit. Es gab weder kommerzielle TV-Programme noch privaten Rundfunk. Vom Internet ganz zu schweigen. Das war noch nicht erfunden. Mit anderen Worten: Es ging ökonomisch eher beschaulich zu, und wir hatten noch mit einem motivierten Publikum zu tun, dass großen Nachholbedarf an freier Meinungsäußerung hatte und nicht so gesättigt war wie heute. Zudem galt es, große Teile der Welt zu entdecken. Die Redaktionen schöpften in jeder Beziehung aus dem Vollen, inhaltlich ebenso wie wirtschaftlich. Wir arbeiteten höchst privilegiert. Die Verlage stellten viel Geld für aufwändige Recherchen, lange Reisen und üppige Honorare zur Verfügung. Selbst auf einen Redakteur/Reporter mehr oder weniger kam es nicht an. Es war die Zeit der glückseligen Einheit am gemeinsamen Erfolg von Journalisten und Verlegern.