Making Motion Pictures - Made in Germany

Der mehrfach Oscar-nominierte Kameramann Michael Ballhaus hat sich für den deutschen und europäischen Film stark gemacht. "Wenn ich so frische und interessante Filme wie den Goldenen-Bär-Gewinner ,Gegen die Wand’ von Fatih Akin sehe, hat Europa große Vorteile gegenüber Hollywood", sagte Ballhaus am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wie man Bilder macht - Kino in Europa und Amerika" im Berliner Bundeskanzleramt.

An der Diskussion, die von Kulturstaatsministerin Christina Weiss moderiert wurde, nahmen auch Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Filmregisseur Romuald Karmakar ("Der Totmacher") teil.

Gastgeber Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eröffnete die Debatte und verfolgte sie länger als eine Stunde.

Ballhaus, der "Gangs of New York" oder "Was das Herz begehrt" gefilmt hat, räumte ein, der "Look" amerikanischer Filme sei durch die höheren Etats opulenter und prächtiger als bei den billigeren europäischen Werken. Anderseits seien viele Hollywood-Filme nur das Ergebnis einer auf maximalen Gewinn ausgerichteten Kalkulation, der das "Herz" fehle. "Und dasgeht auch oft schief, wie Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen."

Auch Berlinale-Chef Kosslick betonte, die Qualität deutscher Filme sei inzwischen international konkurrenzfähig. "Die Diskussion ist erledigt." Das bewiesen die Preise für die deutschen Berlinale-Beiträge der vergangenen Jahre, "Halbe Treppe", "Good Bye, Lenin" und "Gegen die Wand".

Regisseur Karmakar, dessen neuer Film "Die Nacht singt ihre Lieder" bei der diesjährigen Berlinale heftig umstritten war, kritisierte die Ausrichtung des deutschen Films auf positive Geschichten.

Bei vielen seiner Projekte habe er große Schwierigkeiten mit der Finanzierung gehabt, weil sie angeblich "zu depressiv" seien.

"Man muss doch in einem Land, wo es vier Millionen Arbeitslose gibt, düstere und problematisierende Filme zeigen können ohne Happy End", sagte Karmaker.

dpa