Hochhuth denkt an Hegel - wir zitieren ihn

Beim Zappen beim TV-Sender Phoenix auf ein Interview mit dem Dramatiker Rolf Hochhuth gestossen. Dieser am 5. März um 21 Uhr zu ersten Mal ausgestrahlte Dialog mit Martin Schulze wird am Montag, den 8. März, um 09.15 Uhr zum letzten Mal wiederholt.

Es geht um sein jüngstes Werk, "McKinsey kommt", und er zitiert im Verlauf seiner Verteidigung Hegel: wonach gerade das, was uns Bekannt zu sein scheint, Gefahr läuft, nicht mehr zum Gegenstand der eigenen Erkenntnistätigkeit zu werden.

Wer auch immer weder Zeit hat noch Lust verspürt, sich das Theaterstück oder auch nur das Interview anzusehen, dem sei zumindest nochmals dieser Gedanke im "Original" vor Augen gehalten. Der Text lautet wie folgt:

Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt. Es ist die gewöhnlichste Selbsttäuschung wie Täuschung anderer, beim Erkennen etwas als bekannt vorauszusetzen, und es sich ebenso gefallen zu lassen; mit allem Hin- und Herreden kommt solches Wissen, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, nicht von der Stelle.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Phänomenologie des Geistes (1807)