ICT World Forum
Day Two

Und jetzt wieder die Frage, die das Unmögliche forderte. Wenn es darum geht, die Aussagen der Vortragenden in einem Satz zusammenzufassen, was würden sie sagen? Die Antwort lautet: SIMPLE SEAMLESS SECURE SOLUTIONS.

Nichts was wirklich Bahnbrechendes benannt worden wäre und doch: die Industrie ist in Bewegung wie kaum eine andere. Man hat aus den Fehlern gelernt und aus den Rückschlägen die notwendigen Schlüsse gezogen. Oder auch nicht?

Plötzlich sind sie wieder da: die Zahlen von all den Instituten XYZ, die da neue riesige Wachstumsmärkte in Milliardnenhöhe versprechen. Und die bewegtbildhaften Trailer, die die Suchen nach noch erweiterten Wegen in die Welt der "enriched communications" aufzuweisen versuchen.

Es gibt - wenn auch oft in den schönen Schaubildern eher versteckt - Hinweise auf entscheidende Veränderungen in der Unternehmensstrategie: so machen sich viele, selbst Cisco, auf den Weg, ihre Produkte auch im "home-user-market" unterzubringen. Ja, man könnte geradzu meinen, dass dem Phänomen der Fraktalisierung der Familie nun mit dem Bestreben der Vernetzung ihrer Unterhaltungs-Geräte zu begegnen versucht wird.

Weitere gemeinsame Themen sind die der Konvergenz und der Überall-Einsetzbarkeit ["ubiquity"] der neuen Tools und Anwendungen. Der Begriff der "Visionen" wird heute nicht mehr so gerne verwendet und doch stellt sich heraus, dass eine Kurzsichtigkeit von Quartalsende zu Quartalsende die Branchen auch nicht weiterbringen wird. Auch wenn der Blick in die "Ecke unten Rechts im Excel-Sheet" die entscheidende Sichtweise dominieren lässt, heute ist dann doch wieder von den "Perspektiven" oder "neuen Chancen" die Rede...

Eines der "Buzz-words" der letzten Jahre ist aber vom Tisch: die "Killer-Application". In vielen der Vorträgen wurde noch direkt oder indirekt darauf Bezug genommen und in allen war der Tenor derselbe: um Morgen erfolgreich zu sein, bedürfe es nicht eines Glücksfalls wie der SMS und schon gar nicht der Forderung, eine solche Entwicklung planbar gestalten zu wollen: "No, we do not need a killer-app", so brachte es die Chefin von Lucent, Patricia F. Russo, auf den Punkt.