Glückwunsch: Werder!

Gratulation aus Berlin!
Diese Freude sei meiner Heimatstadt gern gegönnt! WS.

Eine Stadt im Ausnahmezustand

Bremen feiert den vierten Meistertitel für den SV Werder
Der Jubel kannte keine Grenzen: Als Werder Bremen am Sonnabend beim FC Bayern die vierte deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach brachte, war es mit hanseatischer Zurückhaltung endgültig vorbei. Wildfremde Menschen lagen sich auf dem Domshof bei der Übertragung des Spiels in den Armen. Auch die Bremer Politik fieberte mit: "Das ist das größte, was es im deutschen Fußball gibt: in München die Meisterschaft zu gewinnen", befand Bürgermeister Henning Scherf (SPD), passend grün-weiß geschminkt. Auch Bildungssenator Willi Lemke (SPD) und Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) feierten ausgelassen den Titelgewinn. Nach Einschätzung seines Ex- Managers Lemke hat Werder selten zuvor so gut gespielt wie in dieser Spielzeit. "Das war für mich eine der besten Saisonleistungen, die wir in der 105-jährigen Geschichte des Vereins gezeigt haben", sagte er. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal so souverän, so klasse gespielt haben. Das war wirklich großartiger Fußball, den wir in den letzten Monaten gespielt haben." Er habe die Partie gegen Bayern München "fassungslos vor Freude" verfolgt, sagte Lemke. "Es war ja gigantisch, was da in der ersten Halbzeit abgegangen ist."

Nachdem die Meisterschaft feststand, verwandelte sich die Innenstadt in ein wahres Tollhaus: In den Kneipen wurde bis in den frühen Morgen gefeiert, nicht enden wollende Autokorsos zogen durch die Straßen.

Neben den rund 30 000 Menschen, die das Spiel auf der Großbildleinwand am Domshof verfolgten, zogen noch einmal rund 15 000 Fans zum Flughafen, um die Sondermaschine zu begrüßen. Dort schwenkte Trainer Thomas Schaaf aus dem Cockpit eine grün-weiße Fahne. Die Spieler wurden auf dem Rollfeld von Balljungen mit Rosen empfangen, die Flughafen-Feuerwehr schaltete die Sirene ein, Leuchtraketen stiegen in den Nachthimmel.

Gratulationen kamen auch aus Berlin: Bundeskanzler Gerhard Schröder schickte ein Glückwunschtelegramm. Mit einem überzeugend herausgespielten Erfolg habe Werder souverän die Meisterschaft gewonnen, schrieb er.

DW

Artikel erschienen am 10. Mai 2004 © WELT.de 1995 - 2004