† Javier Valdez

Mord auf offener Straße: Journalist in Mexiko erschossen

Zum Abschschluss der Internationalen Presseschau des Deutschlandfunks vom 17. Mai 2017 war zu hören / zu lesen:

Abschließend nach Mexiko. Dort ist unter großer Anteilnahme der erschossene Journalist Javier Valdez beigesetzt worden. Die spanische Zeitung EL PAIS nimmt dies zum Anlass, sich grundsätzlich Gedanken über die Pressefreiheit zu machen: "Journalismus ist eine lebensgefährliche Arbeit, wenn Meinungsfreiheit durch Gewalt, Drogenhandel oder das organisierte Verbrechen bedroht ist. Im vergangenen Jahr wurden in Lateinamerika 31 Journalisten getötet, 13 davon in Mexiko. Das letzte Opfer war Javier Valdez, der sein Werk der Bekämpfung des Drogenhandels und der Korruption gewidmet hatte. Viele dieser Taten bleiben ungesühnt, weil sich Behörden, Polizei und Justiz auf der einen Seite und Kriminelle auf der anderen Seite miteinander arrangiert haben," kritisiert EL PAIS aus Madrid.

Die mexikanische Zeitung EL FINANCIERO kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Der Mord an Javier Valdez konnte auch deshalb passieren, weil die Täter wissen, dass niemand auch nur einen Finger rühren wird, um sie festzunehmen oder gar zur Verantwortung zu ziehen. Die Behörden finden immer irgendwelche Ausreden, und darum bleiben die Morde an so vielen Journalisten ungesühnt. Die Zahl der Opfer steigt, aber selbst der Präsident der Republik hat nicht mehr als Beileidsbekundungen und hohle Phrasen zu bieten. Das Schweigen tötet aber nicht nur Journalisten: Auch die Menschlichkeit und die Intelligenz bleiben auf der Strecke. Es sterben Hoffnungen, und es verschwindet wertvolles Wissen über Drogenhandel und Gewalt. Und das Opfer ist am Ende ganz Mexiko." Das war EL FINANCIERO aus Mexiko-Stadt.