"Zu Gast bei der Messe Berlin"

Da auf der VRBB-Website der UPCOMING EVENTS nicht erwähnt, sei an dieser Stelle auf die folgende Begegnung hingewiesen, die heute ab 19:00 Uhr unter dieser Adresse stattfindet: CHAUSSEE 36.

Zu Gast bei der Messe Berlin:

immer weitere Teile unseres Lebens werden virtuell – längst geht es nicht mehr bloß um Kommunikation, Einkaufen oder Kunst. Doch wohin führt uns dieser Weg? Welche Rolle spielt noch die „echte“ Welt? Wie verändern sich in Zeiten von VR-Brillen und Augmented Reality-Apps Inszenierung und Begegnung? Diese drängenden Fragen stellen wir uns als Messe Berlin und wir wollen sie am Abend des 26. Septembers mit zwei spannenden Gesprächspartnern und Ihnen diskutieren. Seien Sie an diesem Abend unser Gast!

Jim Rüggeberg, CEO von Illusion Walk, treibt an vorderster Front die Entwicklung von Virtual Reality-Technologien voran. Die Lösungen des Berliner Unternehmens lassen VR-Brillen wie einen ersten, kleinen Schritt auf dem Weg zu alles umfassenden Virtual Reality-Welten aussehen.

Einen anderen Blick wirft Jasmin Taylor auf die Thematik. Als Inhaberin von JT Touristik kennt sie die Wünsche, Möglichkeiten und Grenzen von virtuellen Angeboten für eine Branche, in der es um „echte“ Erlebnisse und das Eintauchen in fremde Welten geht.

Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, wird durch das Gespräch führen und dabei die Möglichkeiten und Grenzen von Virtual Reality ausloten.

Anschließend können Sie bei einem Get-Together die Themen in vielen Gesprächen weiter vertiefen.

Ein neues Format, neue Leute in der Kommunikation und vielleicht sogar ein neuer Geist: Das alles in einem altehrwürdigen Berliner Haus, das erstmals als Gastgeber dieser neuen Veranstaltungsreihe seinen Einstand begeht. Kein Saal, sondern ein Salon. Keine Moderator, sondern ein moderierender Gastgeber.

Und der sagt zur Begrüssung: "Es bedarf eines neuen Kommunikationsangebotes für unsere regionalen stakeholder: Wir versuchen, Menschen und Themen zusammenzubringen."

Und heute, an diesem ersten Abend, sei das Thema dieser heterogenen Gruppe das Thema "VR"

Jasmin Taylor wird als Erste vorgestellt. Sie organisiert Reisen im realen Leben. Jim Rüggeberg als der Zweite. Auch bei ihm dominiert ein disruptiver Lebenslauf. Und bei ihm geht es um Reisen in eine virtuelle Welt.

Jim soll zunächst einmal "in 30 Sekunden" das Thema platzieren: "Ein neues Medium", sagt er, "mit dem es möglich ist, Dinge auch anders zu sehen." Der Maßstab des Erfolges dieses Erlebnisses eines neuen Erlebnisses sei die Immersion. Und das in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Anwendungen. "Die Realität läuft den Erwartungen noch hinterher", sagt er. Und: Die Branche sei noch auf der Suche nach der sogenannten "Killer-App".

Göke hat recht, indem er darauf hinweist: die Erotik-Branche sei doch schon eine. Jim nennt weitere: Entertainment und Gaming, aber dann auch Architektur, Tourismus und ... die Messen.

Jasmin: "Für mich ist VR wie eine Wunderlampe für Aladin". Und in Zukunft wird VR für viel mehr Transparenz führen, da man damit die Orte schon zuvor besuchen kann. Aber den wirklichen Urlaub ersetzen? Wohl kaum.

Und später weiter: "Wir wollen eine immer noch verbesserte Idee von dem Produkt haben, was wir kaufen werden". Früher gab es kaum Bilder von den Urlaubsorten, heute ist das selbstverständlich. In Zukunft kann man auch zeigen, was sonst nicht so im Vordergrund zu sehen ist. In einem guten Hotel zum Beispiel die gute Küche.

Danach fährt Göke sein gesamtes Wissen mit einer Reihe von snap-quotes grosser Persönlichkeiten auf, um eine Frage zu stellen nach dem Thema der Künstlichen Intelligenz - und er führt seine Assoziationen aus bis bis hin zur Perspektive des ewigen Lebens. [1]

Jim: KI gibt es schon heute. Wir leben schon heute damit. "Und irgendwann werden uns die Maschinen auch überholen."

Und weiter: 360° Grad-Aufnahmen - zum Beispiel für den Tourismus - sind erschwinglich. Aber die grossen VR-Projekte, die kosten nach wie vor (zu) viel Geld. "Ich glaube nicht an Maschinen, die in der Lage sein werden, ein gutes Buch zu schreiben. Das Holodeck, das wir bauen, das wird man nicht mal so eben im Wohnzimmer erleben können. Es geht um narrative Techniken, die etwas Neues, etwas Anderes sind als das, was in den traditionellen Medien schon gelernt wurde, im Buch, im Film, im Theater... und was doch auf all diese Traditionen Bezug nimmt.

Jasmin: Es geht vor allem darum, eine hohe Qualität anzubieten und diese dann auch mit diesen Möglichkeiten als eine neue Wertigkeit noch besser verkaufen zu können.

Göke: Es gibt kein Format, "das drittälteste Gewerbe der Welt", das so viel face-to-face - Kontakte anbietet, wie eine Messe.

Jasmin: Eine solche Messe wie die ITB, das ist ein Pflicht-Termin. Dahin kommen Menschen aus der ganzen Welt. "Vergleichbares in VR kann ich mir nicht vorstellen."

Jim: VR ist kein substituierendes Element, sondern ein additives. Geschäfte werden immer noch zwischen Menschen gemacht. Auch Videokonferenzen können nicht das vollständige Erleben des Menschen ersetzen.

Göke: Beschreibt das Bild der Panaroma-Messe als virtueller Messe. Und fragt nach der Zukunft des Holodecks, fragt, ob man die Hallenplanung mit diesen Möglichkeiten nicht neu gestalten könne.

Frage: Gibt es in Zukunft Hologramme von Produkten? Was ist die Rolle von "Serious Games"?

Jim verweist auf das Hologramm von Jean-Luc Mélenchon, mit dem er seinen Präsidentschaftswahlkampf in Lyon beginnt [2]

Frage / Beitrag: die VR-Welt wird Erfolg haben, wenn sie etwas anbieten kann, was man im "realen" Leben so nicht hätte erleben können.

Jasmin: "Kreativität kann nur durch Liebe und Leidenschaft entfaltet werden."
Sie habe auf Second Life ihre eigene Insel gehabt, aber es waren dort keine Kunden dort zu finden.

So weit der Kurzbericht vom "offiziellen" Teil des Abends. Aber es erweist sich sehr schnell, dass die sich anschliessenden Begegnungen und Kontakte von ebenso grossem Gewinn war wie das moderierte Gespräch zuvor.

Darüber wird hier nicht berichtet werden. Ausser, dass mit allen drei hier genannten Personen eine Reihe von Anknüpfungspunkten gab, die im Nachgang nochmals vertieft werden konnten.

Dafür sei dem Gastgeber an dieser Stelle Dank gesagt.

[1Schade nur, dass er bei diesem philosophischen Ausflug nicht mehr in der Lage war, dieses Thema auch wieder auf die Herausforderungen zurückzuführen, die sich durch die Entwicklung und Anwendung von VR ergeben.

[2"Vor 12.000 Anhängern fragte er “Wo bin ich? – in Lyon!” Dann schnippte er mit den Fingern und wurde über eine Satellitenverbindung als Hologramm live nach Paris gebeamt. Der 66-jährige Altlinke versprach die Ausrufung der 6. Republik."