Kaum wieder in Deutschland...

Es ist erst wenige Tag her, dass der Autor wieder in Deutschland gelandet ist. Und eher zögerlich wird die Nachrichtenlage wieder zur Kenntnis genommen.

Denn was es aktuell in diesen wenigen Tage zu hören gibt, wie "unser" Geld, das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, ausgegeben wird - von Leuten, die es nicht verdient haben - ist mehr als nur bedrückend.

Es ist vielleicht diesem Moment der "Sicht von Aussen" geschuldet, der es verständlicher werden lässt, warum das Thema der Politikverdrossenheit derzeit eine so bedeutsame Rolle einnimmt. Hier nur wenige Beispiele als pars pro toto:

Eine erste Milliarde Euro wird auf dem "Diesel-Gipfel" im Bundeskanzleramt am 28. November für die Sanierung der Verkehrskonzepte der Städte freigegeben, damit sie den auf Dieselfahrzeugen aufgebauten Fuhrpark sanieren können. Die Autoindustrie soll an diesem Paket mit 200 Millionen beteiligt werden. Dabei ist bislang noch nicht einmal dieser Mini-Betrag sicher, da sich die ausländischen Autohersteller weigern, mit in diesen Topf einzuzahlen [1].

Die nächste Milliarde wird fällig, weil die Baukosten für das Projekt "Stuttgart 21" um diesen Betrag teurer werden. Alternativ hätte man allein für das bis jetzt schon ausgegebenen Geld den gesamten Bahnhof samt der regionalen Infrastruktur sanieren können [2]

Eine Milliarde wird auch in diesem Jahr wieder fällig, allein um die US-Basis in Ramstein mitzufinanzieren [3], und der neue Flughafen in Berlin, BER, benötigt nach den bereits verbauten 6,6 Milliarden schon jetzt jeweils eine weitere Milliarde bis zur Fertigstelleung und eine weitere für "allererste Ausbauten" [4].

Kurzum: In diesen Tagen ist viel, von vielen Seiten und politischen Lagern, für die Verantwortung für Deutschland zu lesen und zu hören. Das mag vielleicht aus der persönlichen Haltung der Einzelpersonen, die so reden, sogar ernsthaft so gemeint sein. Dennoch: das Geld, das "sie" ausgeben, haben nicht sie verdienen müssen, sondern "nur" unser Vertrauen.

Und wie viel(e Milliarden) ist dieses heute noch Wert?

Zur Erinnerung: In den Kieler Nachrichten, KN vom 6. 3. 2013 , ist zu lesen: "Elbphilharmonie könnte eine Milliarde kosten".
In der ersten Machbarkeitsstudien hatte die damalige Kultursenatorin Karin von Welk im Juli 2005 noch diese Zahlen präsentiert: "Wir gehen davon aus, dass das Gesamtgebilde 186 Millionen Euro kosten wird. Und wir hoffen, dass die erste Konzertsaison 2009/2010 stattfinden kann." [5]