Portraits & Ashes: back to Berlin

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Spätheimkehrer. Nach Marlene Dietrich wird nun auch Helmut Newton auf den gleichen Friedhof in Friedenau bestattet. Als Lebende aus diesem Lande vertrieben. Als Tote kehren sie zurück.
Sind sie wirklich zurückgekehrt? Die Netzzeitung schliesst Ihren Bericht mit einem Zitat der langjährigen Weggefährten June Newton: wo immer ihr Mann jetzt sei, er würde diesen Tag lieben und berichtet u.a. wie folgt:

Im kleinen Rahmen hat sich Berlin von Helmut Newton verabschiedet. Der im Januar verstorbene Starfotograf wurde am Mittwoch auf dem Städtischen Friedhof im Schöneberger Ortsteil Friedenau beigesetzt.

Der Beisetzung vorausgegangen war eine Trauerfeier in der Friedhofskapelle mit rund 90 geladenen Gästen. Anschließend bekam der Tote unter Ausschluss der Öffentlichkeit das letzte Geleit.

PS. Am Montag-Abend, den 5. Juli 2004, berichtet Karl Lagerfeld

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Der gebürtige Berliner Newton war am 23. Januar im Alter von 83 Jahren bei einem Autounfall in Los Angeles ums Leben gekommen. Newton, der als Sohn jüdischer Eltern Deutschland während der Nazizeit verlassen musste, erhält in seiner Geburtsstadt ein Ehrengrab. Nach der Beisetzung lud Wowereit zu einer Erinnerungsveranstaltung ins Rote Rathaus ein.

Ab Freitag dieser Woche kann eine Auswahl seiner Arbeiten im Berliner Fotografiemuseum besichtigt werden. Dieser Zeitpunkt soll angeblich von Helmut Newton noch selbst festgelegt worden sein.
Ist er selber damit auch heim-gekehrt?

PS. Am 5. Juli 2004 wird die Aufzeichnung eines Gespräch zwischen Johannes B. Kerner und Karl Lagerfeld im Abendprogramm des Ersten (NDR) ausgestrahlt. Kerner macht sich die Nähe seines Studios zum Geburtsort seines Gastes zu Nutze und spricht mit ihm auch über seinen frühen Jahre in Deutschland und seine all-täglichen Abendkurse an der Volkshochschule, die ihm helfen, mit 14 Jahren bereits mit einem guten Französisch nach Paris auszuwandern. Und dieses - anders als die Dietrich oder Newton - freiwillig.

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Im Sommer des Jahres 1973 bringt er beide zusammen: für ein einziges Mal. Zu diesem Zeitpunkt kennt er die Dietrich bereits gut, während das für Newton die erste Begegnung sein würde. Er, Helmut, sei aufgeregt gewesen "wie ein Schuljunge" und habe das auch mit seinem typischen Berliner Akzent zum Audruck gebracht. Sie waren in ihrer Wohnung 12 Ave. Montaigne verabredet gewesen. Newton sollte Bilder machen für die Vogue. Als sich die Dietrich dafür auszuziehen begann, soll Newton angesichts ihrer Bodystockings der Satz entfahren sein: "Die Beine sind ja noch toll". Die Dietrich nimmt das nicht als ein Kompliment an und Newton fliegt "in hohem Bogen" aus ihrer Wohnung. - Dass beide jetzt in Berlin Friedenau auf dem gleichen Friedhof fast in Sichtweite voneinander beigesetzt worden seien, hält der Designer und Fotograf Lagerfeld für eine "Fehlbelegung". Er selbst läge keinen Wert auf ein solches Begräbnis in Berlin. Seine Asche könne verstreut werden...