Honeckers unheimlicher Plan | Video verfügbar...

Honeckers unheimlicher Plan [1]

Es ist ein perfider Plan, der im Auftrag der DDR-Regierung 1967 initiiert und bis November 1989 perfektioniert und ständig aktualisiert wird. Ziel der Direktive ist es, einen Volksaufstand wie am 17. Juni 1953 schon im Keim zu ersticken. Der Plan soll deshalb im Falle von inneren Krisen in der DDR-Gesellschaft potenzielle Gegner des Staates sofort durch Verhaftung und Isolierung zum Schweigen bringen.

Dafür erfasst die Staatssicherheit mehr als 86.000 DDR-Bürger im so genannten "Vorbeugekomplex". Hier sammelt das MfS all jene, die es als gefährlich betrachtet: Friedens- und Umweltaktivisten, Oppositionelle aus Kirchenkreisen, Künstler, Andersdenkende, Ausreiseantragsteller. Aber dabei belässt es die Stasi nicht. Sie plant mit deutscher Gründlichkeit die Festnahmen und die Bereitstellung von Isolierungslagern für über 10.000 Menschen samt Bewachung und Versorgung.
Die "Direktive 1/67"

Es ist eine logistische Meisterleistung. Dass dieses Vorgehen gegen die Gesetze der DDR, gegen Menschenrechte und gegen die von der DDR unterschriebene Schlussakte von Helsinki verstößt, stört in der SED- und MfS-Führung niemand.

Anhand von aufgefundenen Stasi-Dokumenten sowie von Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Film dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Und er geht der entscheidenden Frage nach, warum dieser Plan in den heißen Tagen des Wendeherbstes 1989 nicht zur Anwendung kommt.

Ein Film von Katharina und Konrad Herrmann

Dieser Film wird nur heute ab 23:30 Uhr im ersten Programm ausgestrahlt und der Nach darauf ab 03:25Uhr wiederholt.

Im Nachgang zu dieser Programmankündigung gab es viele Reaktionen: Von den Hinweisen auf die insgesamt sehr positiven Rückmeldungen aus der Presse-Landschaft bis hin zu deutlichen Beschwerden.

Dahingehend, dass dieses ein viel zu später Zeitpunkt für eine solche Sendung sei, was ja bedeutet, dass ihr eine hohe Bedeutung zugemessen wird.

Aber auch Reaktionen, die sowohl formale als auch inhaltliche Kritik zur Darstellung bringen. Wie zum Beispiel in diesen Zeilen:

Abgesehen davon, dass der Film formal in die Reihe gehört, die nach dem Motto produziert wird "ich mache Dir mit bedrohlicher Musik die Angst, die du Zuschauer dann mit den Talking Heads im Bild teilen darfst", bleibt er nicht nur die Antwort schuldig, die er zu geben verspricht, sondern klärt uns auch nicht über die Personenlisten beim BV auf, die sogar harmlose Gestalten wie mich seit meiner Jugend enthalten.