A Hole in the Dark

In diesen Aufzeichnungen ist seit vielen Jahre das oberste Auswahlkriterium für den jeweiligen Gegenstand, das jeweilige Thema, dass dieser, dass dieses das jeweils bedeutendste dieses Tages (gewesen) sein.

Heute hat sich dieses schon am frühen Morgen im Badezimmer ins Ohr geschlichen: mit einer Songzeile die von einem "Hole in the Dark" spricht.

Nein, nicht von einem dark-whole, so wie es sich die Zeichnerin Georgia Webber ausmalt, und nicht von einem Black Hole über dessen Existenz immer wieder, vor allem im Zusammenhang mit der Suche nach Antworten zur Beschreibung der Schwarzen Materie, Black Mater, die Rede ist.

Und es geht auch nicht um das Segensreiche Wirken von ein oder zwei Lichtquellen, die, in der Dunkelheit zum Einsatz gebracht, Leben ermöglichen: A Hole in the Darkness. Sondern es geht um die Vorstellung, dass es aus der Dunkelheit, durch das Dunkel hindurch, eine Art Schlupfloch gibt, vielleicht sogar einen Ausgang.

Ein Wurm-Loch? Ein Wurmloch? Ohne es auch nur andeutungsweise mit so Grosskopffeten wie Einstein und Hawkings aufnehmen zu wollen, ist an dieser Begrifflichkeit noch etwas ganz anderes von Interesse: die ’Tatsache’ nämlich, dass die Dunkelheit nicht nur das Gegenteil, der Antipode der Helligkeit bedeutet, sondern, dass sie nicht das Ende der Existenz bedeutet.

Egal, ob man sich aus freien Stücken dieser ’Dunkelheit’ zugewandt hat oder in dieses unwillentlich verschlagen wurde. Das faszinierende an dieser kleinen Formulierung von dem ’Schlupf’Loch im Dunkel ist, dass es etwas gibt, geben könnte, das noch dahinter liegt.

Es gibt ja unendlich viele Darstellungen von der Idee, dass die höchste Dimension der Helligkeit auch nicht anderes bedeutet, als eine gateway zu einer anderen Form der Existenz zu sein. Parallel dazu wird hier die Idee wachgerufen, dass auch die Dunkelheit nicht als Endstation einer Entwicklung, einer Befindlichkeit zu sehen ist, sondern als eine Station, an deren Ende sich ein Ausgang, ein Übergang, ein Durchgang zu etwas Anderem befindet.

Insofern ist der Song-Titel-Text: "Hole in the Dark" alles andere als der Indikator von Traurigkeit, sondern der Aufruf, auf den Wellen der Musik durch diese Welt des Dunkels hindurch zu surfen und sich danach einer weiteren Herausforderung zu stellen: Und die Dunkelheit hinter sich zu lassen...

... und sei es auch ’nur’, um auf diesem Wege die Bemühungen um einen guten Journalismus zu unterstützen. Dazu Ellie Mae O’Hagan im Guardien vom 11. April 2019: Why the black hole is a ray of light in these dark times.

WS.