Virtual Reality: ganz real

Virtual Reality ist - alles andere als - "out".

Gestern, am 9. September 2004 hat eines "der modernsten Hochschulzentren für Virtuelle Realität in Deutschland [...] seinen Betrieb an der TU Chemnitz aufgenommen."

Zeit.de berichtet in der heutigen Ausgabe mit Verweis auf die Pressemitteilungen des "Informationsdienstes Wirtschaft", IDW:

Der Startschuss des "Virtual Reality Center Production Engineering", kurz VRCP, an der Chemnitzer Professur für Werkzeugmaschinen fiel gestern im Beisein des Sächsischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Dr. Matthias Rößler, des Präsidenten der Fraunhofer Gesellschaft, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger und des Rektors der TU Chemnitz, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes. Die feierliche Schlüsselübergabe erfolgte durch Uni-Kanzler Eberhard Alles an den Geschäftsführenden Direktor des Chemnitzer Instituts für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse, Prof. Dr. Reimund Neugebauer. Das VRCP ist das erste Zentrum für Virtuelle Realität an einem produktionstechnischen Hochschul-Institut in den neuen Bundesländern.

Das Virtual Reality Center Production Engineering vereint die drei High-End- Projektionssysteme "5-Seiten CAVE", "L-Bench" und "Powerwall". Sie erlauben dem Ingenieur, Entwürfe inmitten einer virtuellen Realität wirklichkeitsgetreu zu entwickeln. Ein optisches Tracking-System erfasst dabei die Position des Betrachters und passt die mehrdimensionale Darstellung in einem 3 x 3 x 3 Meter großen Raum an den individuellen Blickwinkel an. Die dazu notwendigen Rechnerleistungen werden von einem Cluster aus zwölf leistungsstarken Computern erbracht.

Wissenschaftsminister Dr. Matthias Rößler: "Mit dem Virtual Reality Center wird der erste Schritt in Richtung "Holodeck" gemacht. Ein Ort perfekter Illusion, den zumindest alle Fans der Raumschiff Enterprise-Filme kennen. Mit dem Virtual Reality Center wird sich Chemnitz endgültig als führendes Maschinenbauzentrum Mitteldeutschlands etablieren. Das geplante Exzellenznetzwerk "ganzheitliche Produktion" wird darüber hinaus bundesweite Bedeutung erlangen und das Virtual Reality Center wird dazu durch seine Anwendungen auf Gebieten wie Entwicklung von Produkten, Prozessen, Ergonomiefragen sowie Handling wichtige Beiträge liefern."

"Dieses VR-Center wird einen wichtigen Beitrag leisten zur weiteren Profilierung des Maschinenbaus an der Chemnitzer Universität", sagt Prof. Dr. Reimund Neugebauer, der an der TU Chemnitz die Professur für Werkzeugmaschinen leitet. "Technologien der Virtuellen Realität werden die Konstruktionsprozesse ähnlich revolutionieren wie einst die Einführung so genannter CAD-Systeme als Ersatz für den Zeichentisch." In den großen Unternehmen und zunehmend auch in der Wissenschaft würden die CAD-Systeme, wie sie für die Konstruktion am Computer zum Einsatz kommen, heute immer häufiger durch VR-Systeme ergänzt.

Die Schwerpunkte im produktionstechnischen Bereich liegen bei der komfortablen Analyse von Baugruppen und Einzelteilen (Strukturanalyse), der Prüfung von Freigängigkeiten und Kollisionen, der Betrachtung ergonomischer Aspekte sowie bei Einbau- und Montagesimulationen. Prof. Neugebauer: "Das Virtual Reality Center Production Engineering wird sowohl für die produktionstechnische Forschung als auch für die studentische Ausbildung neue Impulse setzen." Darüber hinaus steht das moderne VR-Center der Chemnitzer Uni auch anderen Fachdisziplinen offen - etwa zu Fragen der Logistik, Fabrik- oder Stadtplanung.

Die Gesamtkosten für das VRCP belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Rund zwei Millionen Euro stammen dabei aus HBFG-Mitteln, die jeweils zur Hälfte von Bund und Freistaat Sachsen getragen werden. Für die Infrastruktur und Baumaßnahmen steuerte die TU Chemnitz ca. 700.000 Euro bei.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Professur Werkzeugmaschinen der TU Chemnitz, Telefon (03 71) 531 80 68, E-Mail wzm@mb.tu-chemnitz.de.

Das VRCP im Internet: http://www.vrcp.de