In Amsterdam gehen die Lichter aus

Hier eine kleine Geschichte, wie sie das Leben schreibt:

Am Abend in Amsterdam mit einem Freund in der Keizersgracht in seinen Alpha eingestiegen. Er legt den Zündschlüssel um, doch nichts rührt sich. Beim Abstellen des Fahrzeugs hatte er nach einer Regenfahrt das Licht angelassen.

Er ruft den Pannenhilfsdienst an, um man verspricht, jemanden vorbeizusenden, zwischen 10 Minuten und einer Stunde.
Wir gehen in ein Café-Restaurant. Und schon nach dem ersten Glas klingelt das mobile Telefon. Draussen steht jemand mit dem Motorrad, schliesst eine Extra-Batterie mit einem Überbrückungskabel an - der Schlüssel wird nochmals im Zündschloss gedreht - und schon startet der Wagen wieder.

Um die Batterie zu laden, fahren wir einmal auf dem mit Natriumdampflampen erleuchteten Ring nur mit Standlicht rund um Amsterdam.
Am Ende der Umrundung geht es auf einer Abfahrt zu einer nahegelegenen noch geöffneten BP-Tankstelle.

Der Wagen wird an der Zapfsäule angehalten und der Motor abgestellt. Der Tank wird aufgefüllt, mein Freund zahlt, kehrt zurück, setzt sich in den Wagen, dreht den Zündschlüssel um und: die Lichter der gesamten Tankstelle vor und gehen aus!

Vor Schreck bricht mein Freund den Startvorgang ab. Wir blicken uns an, keiner sagt ein Wort und dann wird nochmals der Anlasser mit Strom versorgt. Jetzt springt der Wagen an und seine Scheinwerfer erleuchten die nun schon verdunkelte Station.
Wir lachen. Und sehen noch zu, wie die Mitarbeiter die Stationstür von aussen abschliessen. Dann fahren wir los, immer noch leise lachend.

Witzig, wie so ein Zufall Wirkungsketten auszulösen scheint, die in Wirklichkeit überhaupt nicht bestehen, und sich doch "wie wirklich" in die Erinnerung einprägen.

WS.

Seht Ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil uns`re Augen sie nicht seh`n.

Matthias Claudius (Melodie: Johann Abraham Peter Schulz)