Was den Deutschen "Hartz 4" ist in Austria ...

Was den Deutschen "Hartz IV" ist - nämlich das "Wort des Jahres" - ist den deutschsprachigen Nachbarn im Süden die "Pensionsharmonisierung".

Die Wortzusammensetzung "Pensionsharmonisierung" spreche - so die sechs Mitglieder der Fachjury rund um Rudolf Muhr vom Institut für Germanistik der Universität Graz - wichtige Elemente der "österreichischen Seele" an.

"Gemütlichkeit, Harmonie und das Bedürfnis, früh in Pension zu gehen" seien den Österreichern zu tiefst eigene Wünsche, merkt Muhr an.

Die Bezeichnung "Pensionsharmonisierung" kam in 6.150 Artikeln österreichischer Tageszeitungen vor, wie Muhr in Kooperation mit der APA - Austria Presse Agentur ermittelte. Raffiniert und tückisch sei die Wortzusammensetzung insofern, weil sie positiv klinge und dadurch die eigentliche Aussage - die Kürzung der Pensionen - verschleiere. Überdies ist "Pension" ein österreichspezifisches Wort. Nicht zuletzt sei die "Pensionsharmonisierung" zum Wort des Jahres gekürt worden, weil sie die meisten der rund 1.500 abgegebenen Internetstimmen erhalten habe.

Untrennbar mit der ehemaligen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) verbunden ist das zweitbeliebteste österreichische Wort - das "Kampflächeln" - dicht gefolgt von "Tortung".

Beim Unwort des Jahres fiel die Wahl mit großer Mehrheit auf die verniedlichende Bezeichnung "Bubendummheiten". Mit diesem durch Altbischof Krenn geprägten Ausdruck seien "in patriarchalischer Manier" und "in großväterlich wohlwollendem Ton" schwere Verfehlungen im Zusammenhang mit Kinderpornografie verharmlost worden.

Der Ausspruch des Jahres stammt aus der "Kleinen Zeitung" und stellt fest, dass die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie für das Land ein Glücksfall sind, da endlich wieder über Bildung und Schule gesprochen werde.

Soweit die österreichische Presseagentur APA am 15.12.2004 um 7:36 Uhr.